Rücksicht ist gefragt
Resümee zur Brut- und Setzzeit 2026
- Foto: Bildquelle DJV, Bernard Wegner
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Mit dem 15. Juli endete die diesjährige Brut- und Setzzeit. Insbesondere für Hundebesitzer galt in der Zeit vom 1. April bis zum 15. Juli die gesetzliche Leinenpflicht.
Wir als Jägerschaft Landkreis Harburg e. V. möchten uns bei allen Hundebesitzerinnen und Hundebesitzern sowie allen Naturbesuchern bedanken, die auch in diesem Jahr Rücksicht auf unsere heimischen Wildtiere genommen haben.
Leider mussten wir jedoch erneut feststellen, dass zahlreiche Hundehalter die Leinenpflicht während der sensiblen Zeit, in der Wildtiere und Vögel ihren Nachwuchs aufziehen, bewusst ignoriert haben. Die Folgen sind tragisch: Wieder wurden zahlreiche Jungtiere sowie trächtige Ricken (weibliches Rehwild) schwer verletzt oder getötet.
Wichtig ist dabei der Hinweis, dass Verletzungen und Risse durch Hunde eindeutig von denen durch Wölfe unterschieden werden können.
Unsere Kitzretterinnen und Kitzretter haben auch in diesem Frühjahr mit großem Engagement zahlreiche Rehkitze und andere Jungtiere vor dem Mähtod bewahrt. Umso erschütternder ist es, wenn genau diese Tiere kurze Zeit später tot aufgefunden werden, weil Hunde unangeleint unterwegs waren.
In mehreren Fällen wurden entsprechende Verstöße den zuständigen Behörden gemeldet und zur Anzeige gebracht.
Bei Kontrollen hören wir immer wieder dieselben Aussagen: „Mein Hund macht so etwas nicht.“ oder „Der hört aufs Wort.“ In den vergangenen Jahren begegnet uns zudem zunehmend die Aussage: „Wir sind extra aufs Land gezogen, damit unser Hund frei laufen kann.“
Dazu möchten wir deutlich sagen: Der ländliche Raum ist kein Vergnügungspark. Auch hier gelten Regeln – zum Schutz der Natur und ihrer Bewohner. Tierschutz endet nicht beim eigenen Hund.
Dabei muss ein freilaufender Hund Wildtiere nicht einmal aktiv jagen, um Schaden anzurichten. In vielen Gebieten sind Hundehalter im Minutentakt unterwegs. Werden Muttertiere immer wieder durch frei laufende Hunde gestört, können sie ihren Nachwuchs nicht ausreichend versorgen. Auch diese wiederkehrenden Störungen gefährden das Überleben der Jungtiere.
Ebenso sind zahlreiche bodenbrütende Vogelarten durch freilaufende Hunde erheblich gefährdet.
Der Lebensraum unserer Wildtiere im Landkreis Harburg wird zudem durch neue Wohngebiete, Verkehrswege und gewerbliche Erschließungen zunehmend eingeschränkt. Umso wichtiger ist ein rücksichtsvolles Verhalten aller Erholungssuchenden. Mit etwas mehr Verständnis und Verantwortungsbewusstsein können wir dazu beitragen, dass unsere verbliebene Natur und ihre Artenvielfalt auch bei steigender Bevölkerungszahl und wachsendem Besucherdruck erhalten bleiben.
Bitte beachten Sie: In vielen Landschaftsschutzgebieten und insbesondere in Naturschutzgebieten gilt für Hunde ganzjährig Leinenpflicht.
Für Fragen stehen Ihnen die Jägerinnen und Jäger in den Revieren des Landkreises Harburg jederzeit gerne zur Verfügung. Ein freundliches Gespräch schafft Verständnis und hilft oft mehr als jede Diskussion.
Leserreporter:Bernard Wegner aus Buchholz |
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