Buchholz: Müllage weiter kritisch
Seit Weihnachten nicht abgeholt
- Da hat sich ganz schön etwas angesammelt: Papiermüll in Winsen
- Foto: bs
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Update: Jetzt Probleme mit dem Altpapier
Die Probleme mit dem Müll sind – trotz Tauwetters auf den Norddeutschen Straßen – noch immer nicht beseitigt. Allerdings erreichen die Redaktion aktuell mehr Beschwerden über seit sechs Wochen nicht geleerte Blaue Papiertonnen, so aus Hörsten, Meckelfeld, Ramelsloh, Winsen.
Wenig überraschend: Mit der Abholung ist ebenfalls das in die Kritik geratene Wiesbadener Unternehmen Knettenbrech + Gurdulic (K+G) mit Außenstelle in Marxen beauftragt – anders als bei den Gelben Tonnen aber nicht von einem schwer greifbaren „Duales System“, sondern vom Landkreis Harburg. Was sagt der zu den Beschwerden der Bürger über die mangelhafte Leerung der Blauen Tonnen?
„Die Abfuhren laufen aktuell laut K+G ohne Hindernisse“, berichtet Kreissprecherin Katja Bendig. Das gelte laut K+G auch für die gelben Tonnen. Und es werde auch weiterhin nachgesammelt, am Montag zum Beispiel mit zwei Fahrzeugen im Bereich Seevetal. „Die Bürgerinnen und Bürger sollten ihre Tonnen also am besten an der Straße stehen lassen und ggf. noch einmal eine kurze Mail an abfallberatung@lkharburg.de senden, damit die Adresse erfasst wird.“
Täglich neue Beschwerden
Die Lage bei der Müllentsorgung ist immer noch kritisch: Die Wochenblatt-Redaktion erreichen täglich neue Beschwerden über Müllberge und lange Reihen voller Tonnen an den Straßenrändern, vor allem in Buchholz und Winsen, aber auch in Tostedt, Fleestedt, Stöckte, Ramelsloh, Bendestorf, Meckelfeld und vielen anderen Orten: Teilweise wurden Gelbe oder Blaue Tonnen seit Weihnachten nicht abgeholt. Der zuständige Entsorger K+G sei offenbar überfordert mit der Aufgabe, berichten die WOCHENBLATT-Leser.
Müll liegt seit Weihnachten 'rum: Buenser Siedlung
In manchen Straßenzügen, so zum Beispiel in der Buenser Siedlung in Buchholz, wurde im ganzen Januar kein Müll abgeholt, „weder Biomüll, Gelbe Tonne, Papier noch Restmüll“, berichtet Agnes Wulf aus dem Hittfelder Kirchweg. Sie fürchtet: „Und da weiter Winterwetter vorhergesagt wird, könnte es im Februar so weitergehen.“ Der Hinweis der Stadt Buchholz und des Landkreises, Mülltüten neben die Tonnen zu stellen, entwickle sich zu einem Problem: Die Tüten würden von Ratten geplündert. Leider habe die Stadt Buchholz dafür keine Lösung angeboten. An Boerns Soll wurden inzwischen von Anwohnern Füchse, Waschbären und Ratten gesichtet.
„Mittelalterlicher Zustand“ droht
Ein ähnliches Bild rund um den Dibberser Mühlenweg: Alle für den Januar geplanten Haus- und Papiermüllabholungen, die Leerung der Gelben Tonne und die Abholung der Weihnachtsbäume zwischen Vaenser Weg und Theodor-Storm-Weg haben nicht stattgefunden, teilte Hans-Joachim Kriese aus dem Dibberser Mühlenweg mit. „Wir sind uns sicherlich einig, dass dies ein unhaltbarer Zustand ist. Bei teilweise fünfköpfigen Haushalten mit kleinen Kindern im Windelalter kann sich jeder vorstellen, wie es auf der Straße aussieht und dass die beigestellten Müllsäcke ein gefundenes Fressen für Ratten und andere Nager sind.“ Inständig bittet er um Abholung des Mülls – um „nicht ganz in einen mittelalterlichen Zustand zurückzufallen“.
Dörner-Fahrzeug schon vorbeigefahren
Immerhin: Kleine Fortschritte hat Kriese bemerkt: Zurzeit sei die Straße befahrbar und sei auch schon von einem Dörner-Müllfahrzeug befahren worden. Er habe aber leider keinen Müll mitgenommen. Für die kommenden Wochen hat Kriese trotzdem nicht viel Hoffnung: Aktuellen Wettervorhersagen zufolge sei wieder Schneefall im Millimeterbereich zu erwarten, der den deutschen Straßenverkehr lahmlegen könnte, bemerkt der Buchholzer sarkastisch.
Beispiele: Fleestedt, Stöckte, Marschacht
Nicht nur Buchholz ist betroffen: Im Bürgermeister-Wittwer-Weg in Fleestedt steht die Blaue Altpapiertonne ebenfalls schon seit Weihnachten gefüllt an der Straße: Die Abholtermine am 30. Dezember und 27. Januar verstrichen ungenutzt. Für Heimbert Hüttmann ist das Wetter kein Argument: Für die schweren Fahrzeuge der Tannenbaumsammlung sei das Befahren Anfang Januar auch bei Schnee problemlos möglich gewesen.
Auch Jessica Riedel aus Stöckte „bewundert“ täglich die gelben Säcke und das Altpapier, das sich anhäufe. „Das bedeutet, in diesem Jahr fand bislang noch keinerlei Abholung statt.“ Immerhin: Die Abholung des Hausmülls hat in Stöckte geklappt. In Marschacht musste Anwohner Christian Jonas feststellen: Obwohl andere Entsorger es schaffen, seine Wohnstraße zu befahren, klappt das bei den K+G-Fahrern offenbar nicht. Die Gelben Tonnen wurden nicht abgeholt.
Immerhin: Antworten in sozialen Medien
Auch in Tostedt das gleiche Bild: Arnd Olav Feindt berichtete von unhaltbaren Zuständen in der Bahnhofstraße und auch in weiteren Straßen. Am 17. Dezember sei der Verpackungsmüll zuletzt abgeholt worden. Seitdem nicht mehr. Immerhin beantworte K+G in den sozialen Medien die wütenden Kommentare der Bürger. „Aber das nützt am Ende auch wenig, zu wissen, dass dort alle krank sind und dass sie's nicht hinkriegen.“
Buchholz: Winterdienst wird unterstützen
In Buchholz vermeldete jetzt Bernhard Unger, fraktionsloses Ratsmitglied und Kandidat für das Bürgermeisteramt, er habe mit Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse über die Situation gesprochen. Der habe ihm zugesagt, die Stadt werde die Müllabfuhren durch verstärkten Winterdienst unterstützen: Es solle auch in Nebenstraßen gestreut werden, die normalerweise nicht im Winterdienst seien, damit Müllfahrzeuge besser durchkommen.
Ausblick
Wie es mit der Abholung von Gelben und Blauen Tonnen, von Restmüll- und Biotonne weitergeht? Das konnten wir auch in der WOCHENBLATT-Redaktion nicht ermitteln: Der Landkreis bittet weiter um Verständnis, falls es durch die Witterung zu Problemen mit der Abholung bei Restmüll und Blauen Tonnen kommt. Knettenbrech+Gurdulic soll den Verpackungsmüll abholen, hat aber nichts Neues (siehe Artikel unten) über die ausgefallenen Fahrten zu berichten, außer dass sich die Verteilung der Gelben Tonnen – plangemäß – dem Ende zuneigt.
Vielleicht wäre die problematische Abholung langfristig mal ein Thema für die örtliche Bundestagsabgeordnete. Denn letztlich wurde – und wird – im Bundestag entschieden, wer dafür sorgen muss, dass die Berge von Verpackungsmüll wieder bei den Verbrauchern eingesammelt werden: die öffentliche Abfallwirtschaft der Landkreise oder ein privatwirtschaftlich organisiertes Unternehmen wie K+G.
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