Programmiertes Chaos bei Corona-Briefen des Landes
Selbst Tote erhalten Post von der Sozialministerin

Diesen Brief erhielten in dieser Woche zahlreiche Bürger - nicht immer waren sie die richtigen Adressaten
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Panorama
Auch während der Rastzeit vollführen die Kraniche ihre imposanten Tänze mit lauten trompetenartigen Rufen
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Vogelbestand im Aufwind
70 Kranich-Paare im Landkreis Stade gezählt

sv/nw. Landkreis Stade. In den 1990er Jahren war der Kranich nur ein sehr seltener Gast im Landkreis Stade. 1996 konnte lediglich ein Brutpaar nachgewiesen werden – inzwischen haben 70 Kranichpaare ihr Revier im Landkreis. Dr. Uwe Andreas, Leiter des Naturschutzamtes: „Dieser große Erfolg ist der Renaturierung und Wiedervernässung in den Naturschutzgebieten Feerner Moor und Hohes Moor sowie in den Kehdinger Mooren zu verdanken.“ Die Zahl der Kraniche nimmt zuWährend der Zugzeit der Kraniche...

Politik
So sieht das Grobkonzept für das Eingangsgebäude für Gastronomie undden Eingangs-/Kassenbereich aus   Foto: Polyplan GmbH und Planungsbüro Kreikenbaum + Heinemann, Bremen

Baubeginn im August
Im August beginnt der Bau des Naturbades in Winsen

thl. Winsen. Im Mai 2024 soll das Naturbad im Eckermannpark fertig sein und kurz danach eröffnet werden. Diesen Fahrplan gab jetzt Angelina Gastvogel von der Stadtverwaltung in der Sitzung des des Ausschusses für Kultur, Freizeit, Tourismus und Partnerschaften vor, die am Dienstagabend im Marstall stattfand. Gastvogel stellte dabei die Entwurfsplanung für das Bad vor, die nahezu komplett abgeschlossen ist. "Der Förderantrag beim Bund ist fristgerecht eingereicht worden, jetzt sind wir im...

Panorama
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Corona-Warnapp
Was tun bei einer Begegnung mit erhöhtem Risiko?

(sv). Die Corona-Zahlen befinden sich seit Anfang des Jahres in einer steilen Aufwärtskurve. Durch die sich schnell verbreitende Corona-Variante Omikron schlägt vieler Orts nun die Corona-Warnapp häufiger aus und meldet Begegnungen mit niedrigem oder hohem Risiko. Aber was bedeuten die Risikowarnungen und was ist in einem solchen Fall zu tun? Das RKI erklärt die Meldungen folgendermaßen: Begegnung mit niedrigem Risiko"Zeigt die Corona-Warnapp ein 'niedri­ges Risiko' an und listet gleich­zeitig...

Wirtschaft
Beim umstrittenen Thema Surfpark hielten sich die Stimmen von Befürwortern und Gegnern die Waage

Online-Voting im WOCHENBLATT
Leser-Umfrage zum Surfpark Stade: Fast ein Patt

jd. Stade. Dieses Bauprojekt bietet offenbar reichlich Diskussionsstoff: Beim geplanten Surfpark in Stade gehen die Meinungen auseinander. Das WOCHENBLATT wollte ein Stimmungsbild bei den Leserinnen und Lesern einfangen und richtete daher ein Online-Voting aus. Das brachte folgendes Ergebnis: 49 Prozent sprechen sich für einen Surfpark aus, 46 Prozent positionieren sich ganz klar dagegen. Der Aussage, dass der Surfpark nur gebaut werden soll, wenn bestimmte ökologische Kriterien eingehalten...

Panorama
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Corona-Zahlen am 26. Januar im Landkreis Harburg
Inzidenzwert sinkt den dritten Tag in Folge

(lm). Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Harburg ist am heutigen Mittwoch, 26. Januar, erneut leicht gesunken. Am Vortag lag der Wert bei 1.274,5, heute bei 1.263,6. Am Mittwoch der Vorwoche zuvor belief sich der Inzidenzwert auf 976,9.  374 neue Corona-Fälle wurden heute vermeldet, 3.235 waren es in den vergangenen sieben Tagen. Die landesweiten Werte der Hospitalisierungsinzidenz (6,9 auf 7,3) und der Intensivbettenbelegung (4,9 auf 5,2 Prozent) sind dagegen angestiegen.  Seit Ausbruch der...

Wirtschaft
Die Beluga XL soll die Beluga ST ersetzen
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Die Beluga-Reihe
Airbus gründet kommerzielle Airline für XXL-Fracht

(sv). Sie ist zu einem gewohnten Anblick am Himmel über Stade geworden: Die Beluga im Anflug auf Finkenwerder. Vor fast 30 Jahren absolvierte die Airbus-Beluga-Reihe ihren Erstflug mit XXL-Frachten, nun sollen die bisher eingesetzten Beluga ST bis 2023 durch sechs größere Beluga XL ersetzt werden, die statt einem gleich zwei A350-Flügel transportieren können. Am Boden sollen die ausgemusterten ST-Flugzeuge jedoch nicht bleiben: Angesichts des wachsenden Nischenmarkts hat Airbus jetzt einen...

Service

Zeitnahe Benachrichtigung nicht mehr möglich
Corona: Gesundheitsamt im Kreis Stade kommt nicht mehr hinterher

jd. Stade.  Die Corona-Fallzahlen im Landkreis Stade steigen weiter – und das Gesundheitsamt kommt nicht mehr hinterher. Eine zeitnahe Kontaktnachverfolgung bzw. Benachrichtigung von Personen, die positiv getestet wurden, ist seit dieser Woche nicht mehr möglich. „Wir schieben derzeit rund 1.000 Betroffene vor uns her, die wir nicht mehr – wie bisher üblich – binnen 24 Stunden angerufen haben“, sagt Landrat Kai Seefried. Die Masse der Infizierten sei einfach zu groß, um alle Fälle innerhalb...

Panorama
Viele Pflegekräfte arbeiten am Rande ihrer Kräfte. Ab Mitte März gilt eine Impfpflicht - zunächst in Gesundheits- und Pflegeberufen

Dramatischeren Pflegenotstand suggerieren
Fake-Annoncen gegen die Impfpflicht

(bim). Bundesweit werden aktuell Anzeigenblätter mit Stellengesuchen von Pflegekräften überschüttet, die ungeimpft sind und ab Mitte März - dann soll die Impfpflicht für Gesundheits- und Pflegepersonal gelten - angeblich nach neuen "Wirkungskreisen" und "Herausforderungen" suchen. So auch das WOCHENBLATT. Allerdings handelt es sich dabei offenbar um eine Kampagne von Impfgegnern. "Keine seriöse Krankenschwester würde eine solche Stellenanzeige schalten", erklärte eine medizinische Fachkraft dem...

(os/bim). Das, was viele bereits befürchtet haben, scheint jetzt einzutreten: Der Brief, mit dem Niedersachsens Gesundheits- und Sozialministerin Dr. Carola Reimann (SPD) in dieser Woche die über 80-jährigen Bürger über die Details der Corona-Impfung informierte, ging mitnichten nur an die Zielgruppe, sondern vielfach auch an deutlich jüngere Bürger. Sogar an Tote wurde der Einheitsbrief verschickt, der die Überschrift "Es ist soweit: Niedersachsen impft auch zuhause lebende Personen, die 80 Jahre und älter sind!" trägt.
Wie berichtet, hatte es u.a. von Seiten der Linken und der Grünen Kritik daran gegeben, dass das Sozialministerium beim Versenden der Briefe auf Adressenlisten des Dienstleisters DHL und nicht auf Datensätze aus den Kommunen zurückgreift. Die DHL-Listen scheinen nicht vollständig und in vielen Fällen fehlerhaft zu sein.
Offenbar orientieren sich die Mitarbeiter des Ministeriums beim Versand an den Vornamen der Bürger. Heinrich muss vermeintlich zu den über 80-Jährigen gehören, Jürgen dagegen nicht. Wie ist es sonst zu erklären, dass Buchholz' Stadtsprecher Heinrich Helms (61) den Brief aus Hannover erhielt, Jürgen Albers (84) vom Lions Club Buchholz-Nordheide dagegen nicht? Übrigens: Albers' Frau Gisela (74) wurde informiert.
Krass ist der Fall einer Frau* aus Seevetal: Nicht nur, dass die 69-Jährige den Brief erhielt, ohne zur Zielgruppe zu gehören. Das wortgleiche Schreiben ging auch an die Mutter der Frau. Kleines Problem: Die Seniorin ist bereits im März 2011 verstorben ...
Senioren, die 80 Jahre und älter sind und zu Hause leben, sollen ab Donnerstag, 28. Januar, über die Hotline 0800-9988665 (montags bis samstags von 8 bis 20 Uhr) oder über das Onlineportal www.impfportal-niedersachsen.de einen Impftermin vereinbaren.
Mal sehen, ob das besser funktioniert als der Versand der Corona-Infobriefe.


Deutliche Worte des Landrates

"Die Informations- und Kommunikationsweise des Gesundheits- und Sozialministeriums hat uns geärgert", fand Landrat Rainer Rempe in der Kreistagssitzung jetzt deutliche Worte zu der Anschreibe-Praxis des Landes. "Die Anschreiben wurden verschickt, ohne dass es einen Abgleich mit den Kommunen gab. Daher lagen die Daten der Hälfte der 80-Jährigen nicht vor, sodass sogar mehrjährig Verstorbene Briefe erhalten haben oder Menschen, deren Vorname nach höherem Alter klang. Dabei hatten die Kommunen, die über die Einwohnermeldeämter Zugriff auf die Daten haben, ihre Hilfe angeboten. Das hat das Sozialministerium ausgeschlagen."
Mit den Bürgermeistern habe sich der Landkreis darauf verständigt, dass jede Kommune jetzt die Bürgerinnen und Bürger im Alter von 80 Jahren und älter anschreibt, um über die Terminvergabe zu informieren - und zwar zusätzlich zu dem Anschreiben des Sozialministeriums. Kreisweit sind das rund 17.500 Bürger.


Unterstützung für nicht mobile Senioren

Den Senioren ab 80 Jahren, die zur sogenannten Risikogruppe gehören, sei es nicht zuzumuten, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu den Impfzentren in Buchholz oder Winsen zu fahren. Daher hatte die FDP-Kreistagsfraktion unter anderem beantragt, mobile Impfteams einzusetzen, die zu den Betroffenen nach Hause fahren, oder einen Fahrdienst für die Beförderung Betroffener zu den Impfzentren zu organisieren. In der Kreistagssitzung informierte Landrat Rempe darüber, dass solche Unterstützungs- und Hilfsangebote über die Kommunen organisiert und über die Zweitbriefe kommuniziert werden sollen. "Von Landkreis-Seite kann das nicht gesteuert werden", erklärte er. Vorstellbar seien Impfpaten, die Begleitung von Impfberechtigten oder Fahrdienste. Welches Angebot zum Tragen kommt, solle jeweils vor Ort entschieden werden.

* Name der Redaktion bekannt

Es gibt weniger Impfstoff als erwartet
Diesen Brief erhielten in dieser Woche zahlreiche Bürger - nicht immer waren sie die richtigen Adressaten
Landrat Rainer Rempe fand deutliche Worte für die Praxis des Sozialministeriums
Autor:

Oliver Sander aus Buchholz

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