Wasserversorger wegen knappen Trinkwassers alarmiert
Wasserversorgung in Region am Limit

Kostbares Gut: Über 54.000 Kubikmeter Wasser pro Tag liefert allein der Wasserbeschaffungsverband Harburg derzeit an die Verbraucher in der Region
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ce/jab. Landkreis. Ganz Deutschland schwitzt seit Wochen unter den Rekordtemperaturen jenseits der 30-Grad-Marke. Trinkwasser ist daher das kostbarste Gut, wird aber nicht nur aufgrund der großen Trockenheit immer knapper. Das WOCHENBLATT holte sich bei Experten die aktuellen Wasserstands-Meldungen.
"Wir liefern bald am Limit", erklärt Uwe Paschke, Geschäftsführer des Wasserbeschaffungsverbandes (WBV) Harburg. Der Verband versorgt rund 180.000 Menschen in über 57.000 Haushalten im Landkreis Harburg. "In normalen Wochen liefern wir 26.000 Kubikmeter Wasser pro Tag an die Verbraucher, derzeit sind es über 54.000 Kubikmeter", so Paschke. "Dieser enorme Anstieg ist auch darauf zurückzuführen, dass aufgrund der Corona-Pandemie viele Menschen zu Hause geblieben sind, statt in den Urlaub zu fahren. Und daheim wird natürlich - so vorhanden - der Pool mit erfrischendem Wasser gefüllt", betreibt der WBV-Chef Ursachenforschung. Und appelliert an die Bevölkerung, mit dem Wasser vernünftig umzugehen: "Der heimische Rasen muss nicht unbedingt jetzt gesprengt werden, sondern kann auch mal etwas braun werden. Der erholt sich schon wieder."
Der WBV arbeitet in einem Verbundsystem von elf Wasserwerken im Landkreis. "Wenn nur eines davon ausfällt, könnte die Lage sehr ernst werden", mahnt Uwe Paschke.
Die Stadtwerke in der Region appellieren an ihre Kunden, Trinkwasser momentan so sparsam wie möglich zu gebrauchen und das Wasser aus den Versorgungsnetzen nicht für Beregnungszwecke oder Autowäschen zu verwenden. "In einem normalen Sommer liegt unsere Tagesabgabe bei 4.000 Kubikmeter, wobei abends eine Spitze von 200 Kubikmetern pro Stunde erreicht wird. Während der derzeitigen Hitzeperiode kommen wir auf 6.000 Kubikmeter bei einem Abend-Spitzenwert von 500 Kubikmetern", so Niels Hornig, Technik-Leiter der Stadtwerke Buchholz.
"Die Frage ist ja, ob es im Augenblick zu wenig Wasser gibt oder zu wenig Logistik", gibt Jan Bauer, Vertriebsleiter bei den Stadtwerken Buchholz und CDU-Kreistagsabgeordneter, gegenüber dem WOCHENBLATT zu bedenken. Vor diesem Hintergrund haben die Christdemokraten und die Kreistagsfraktion der Wählergemeinschaft (WG) einen Fragenkatalog an Landrat Rainer Rempe gerichtet (siehe Extra-Meldung unten).
• Vergangene Woche bat auch der Trinkwasserverband (TWV) Stader Land im Landkreis Stade seine Kunden darum, umsichtig mit der Entnahme des Trinkwassers aus dem Netz zu sein. Während der Entnahmespitzen könne es zu nicht gesundheitsschädlichen Trübungen sowie massiven Druckschwankungen kommen, heißt es vom TWV.
Zwar gibt es noch keine Nutzungsbeschränkung, die beispielsweise das Befüllen von Pools und das Beregnen von Rasenflächen verbietet. Dennoch betonte TWV-Geschäftsführer Fred Carl schon in der Vergangenheit immer wieder, dass er nicht ausschließen könne, dass es zu einer Verfügung kommt. Vor allem zu Zeiten, in denen viel Wasser aus dem Netz entnommen wird, also in den Morgen- und Abendstunden sowie an den Wochenenden, kommt es auf der Stader Geest immer wieder zu Problemen bei der Wasserversorgung. Carl erklärte stets, dass für solche Situationen das Netz nicht ausgelegt sei und auch nicht abgedeckt werden könne.
Bereits vor zwei Jahren musste der TWV eine Nutzungsbeschränkung aussprechen, um auf der Stader Geest die Trinkwasserversorgung aufrechtzuerhalten. 2018 kam es wegen anhaltender Hitze und Trockenheit massiven Problemen, vor allem in den Spitzenzeiten.
Der TWV gehört zu den drei Versorgern im Landkreis Stade neben den Stadtwerken Buxtehude und Stade, wobei der TWV Stader Land die größte Fläche abdeckt. Täglich werden hier rund 22.466 Kubikmeter Trinkwasser gefördert.

CDU und WG: Gibt es Wasserversorgungs-Engpässe?

(ce). "Neben den Einschränkungen in der Trinkwasserversorgung kann von diesen Beeinträchtigungen auch die Löschwasserversorgung betroffen sein", warnen die Kreistagsfraktionen von CDU und Wählergemeinschaft (WG) mit Blick auf die derzeitige Wasserknappheit in einem Schreiben an Landrat Rainer Rempe. Diese Engpässe hätten mancherorts in Deutschland zur Folge, dass Trinkwasser von Hilfsorganisationen verteilt werden müsse. Zudem herrsche in weiten Teilen Niedersachsens eine hohe Waldbrandgefahr.
Vor diesem Hintergrund wollen CDU und WG von Rainer Rempe wissen, ob der Kreis regelmäßig von den Wasserversorgern über die im Trinkwassernetz bereitstehenden Mengen und über den Verbrauch informiert werde. Zudem fragen die Fraktionen, ob und wo es im Landkreis Verteilungsengpässe gegeben habe oder gebe. Auch solle vom Landkreis in Erfahrung gebracht werden, ob Infrastrukturmaßnahmen, die zur Gewährleistung der Wasserversorgung nötig sind, durch die Versorger aufgeschoben worden seien oder sich in einem laufenden Genehmigungsverfahren befänden. Schließlich bitten Christdemokraten und Wählergemeinschaft um Auskunft darüber, ob die Zahl der Löschwasserstellen in der Region - auch hinsichtlich der großen Waldbrandgefahr - ausreichend sei und ob die Kreisverwaltung beabsichtige, die Bürger über Möglichkeiten der Wassereinsparung zu informieren. CDU und WG: Gibt es Wasserengpässe?

Kostbares Gut: Über 54.000 Kubikmeter Wasser pro Tag liefert allein der Wasserbeschaffungsverband Harburg derzeit an die Verbraucher in der Region
Uwe Paschke, Geschäftsführer des Wasserbeschaffungs-verbandes Harburg
Autor:

Christoph Ehlermann aus Salzhausen

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