Buchholzer Empore-Geschäftsführer gegen Erhöhung von Eintrittspreisen

In der Empore finden bis Jahresende Veranstaltungen höchstens in ganz kleinem Rahmen statt
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os. Buchholz. Die Eintrittspreise für das Buchholzer Veranstaltungszentrum Empore sollen zum nächstmöglichen Zeitpunkt um fünf Euro bzw. alternativ um 15 Prozent pro Ticket erhöht werden. Das hat die AfD-Ratsfraktion beantragt.

Der Betrieb der Empore sei der größte Zuschussposten im Haushalt, der jährliche Zuschuss liege im Schnitt bei 500.000 bis 600.000 Euro. Es sei nur gerecht, wenn wesentlich stärker als bisher das Prinzip: "Wer bestellt, bezahlt" eingeführt werde, begründet AfD-Fraktionsvorsitzender Rainer Sekula den Antrag. Man schätze die Empore und ihren enormen Beitrag zum kulturellen Leben sehr, die Mitarbeiter und die verpflichteten Künstler machten einen tollen Job. Gerade deshalb müssten die tatsächlichen Nutznießer, die Zuschauer, bereit sein, "persönlich ein paar Euro mehr auszugeben", betont Sekula. Dieser Schritt sei vor dem Hintergrund der aktuellen Haushaltslage alternativlos.

"Würde uns einen Wettbewerbsnachteil verschaffen"

Onne Hennecke, Geschäftsführer der Empore, hält von dem Antrag nichts. Die Veranstaltungen des Veranstaltungszentrums würden grundsätzlich unter Marktbedingungen kalkuliert und orientierten sich z. B. an den Eintrittspreisen der Künstler in anderen Städten. "Eine pauschale Erhöhung von fünf Euro über dieses Maß hinaus würde uns im Großraum Hamburg einen Wettbewerbsnachteil verschaffen", betont Hennecke. Dieses ergebe im Ergebnis keine höheren Einnahmen, da ein erhöhter Preis durch weniger Nachfrage kompensiert würde. Auch seien Preiserhöhungen von fünf Euro bei Kinderveranstaltungen (z. B. Weihnachtsmärchen) unverhältnismäßig.

Veranstaltungen mit Abstandsregeln nicht wirtschaftlich

Das Problem ist in der kommenden Saison 2020/2021 ein anderes: Viele Veranstaltungen würden aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Krise wirtschaftlich nicht durchführbar sein. Die unter Abstandsbedingungen fehlenden 347 Sitzplätze beschädigten die Kalkulation fast aller Veranstaltungen so stark, dass diese Angebote - Stand heute - wirtschaftlich nicht durchführbar seien. "Eine Erhöhung der Ticketpreise um 15 Prozent würde 70 Prozent fehlende verkaufbare Plätze nicht aufwiegen, dies ist sehr eindeutig", erklärt Hennecke. So müsste der Eintritt im Schnitt für eine reguläre Theatervorstellung mit 167 Plätzen bei rund 80 Euro auf allen Plätzen liegen. Hennecke: "Dieses Angebot erscheint uns unverhältnismäßig und wird kaum Käufer finden."

Wenn in kleineren Veranstaltungen (z. B. Solo-Künstler) die Möglichkeit bestehe, durch eine maßvolle Anpassung der Ticketpreise Einnahmen zu erhöhen, würde er dies tun und rechne auch mit der Zustimmung der Gäste. Diese Mehreinnahmen brächten jedoch keine nennenswerte Entlastung. Das werde dadurch verstärkt, dass höhere Einnahmen automatisch höhere Abgaben (z. B. Honorare, Nebenkosten, Pacht) nach sich ziehen.

Wegen der fehlenden wirtschaftlichen Basis werde die Empore zunächst bis Ende des Jahres nur Kulturveranstaltungen und Vermietungen in sehr kleinem Rahmen durchführen können. Diese Aussage gelte unter der Annahme, dass in Theatern nur unter restriktiven Bedingungen Veranstaltungen erlaubt sein werden. Mit der gleichen Sinnhaftigkeit, betont Hennecke in Richtung AfD, könne man der Lufthansa empfehlen, die Ticketpreise für nicht verkaufte Flüge um 15 Prozent zu erhöhen, damit die Fluggesellschaft keine Zuschüsse des Bundes nicht mehr braucht. "Auch ohne Mathebegabung müsste klar sein, dass 15 Prozent von null nun mal null ist", sagt Hennecke.

In der Empore finden bis Jahresende Veranstaltungen höchstens in ganz kleinem Rahmen statt
Onne Hennecke hält nichts von einer Erhöhung der Ticketpreise
Autor:

Oliver Sander aus Buchholz

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