Mehrkosten für Neubau an der Heideschule entzweien den Stadtrat / Kritik an Bauverwaltung
Harte Debatte um Sporthalle in Buchholz

Wird neu gebaut - und deutlich teurer: die Turnhalle 
an der Heideschule am Buenser Weg
  • Wird neu gebaut - und deutlich teurer: die Turnhalle
    an der Heideschule am Buenser Weg
  • hochgeladen von Oliver Sander

os. Buchholz. Für zum Teil heftige Diskussionen im Buchholzer Stadtrat haben die gestiegenen Baukosten für die Turnhalle an der Grundschule Heideschule gesorgt. CDU-Ratsherr Ralf Becker warf der Bauverwaltung um Baudezernent Stefan Niemöller vor, "Scheißarbeit" geleistet zu haben.
Darum geht es: Nach den ersten Ausschreibungen für den bereits beschlossenen Neubau der Turnhalle steht fest, dass die eingeplanten 1,6 Millionen Euro nicht reichen werden. Stattdessen musste der Rat über eine überplanmäßige Ausgabe in Höhe von 600.000 Euro entscheiden. Das taten die Lokalpolitiker letztlich mit 25 Ja-Stimmen, drei Nein-Stimmen (Ralf Becker, CDU, Gabriele Wenker, Grüne, und Hans-Wilhelm Stehnken, AfD) bei fünf Enthaltungen.
"Wir haben leider bei der Turnhalle denselben Effekt wie überall in der Baubranche: Preise lassen sich nur noch schwer kalkulieren", betonte Baudezernent Niemöller. Man habe zwei Angebote für den Neubau erhalten, dabei habe es "gigantische Zuschläge" beim Rohbau gegeben. Weitere Kostensteigerungen habe es u.a. durch Änderungen beim Brandschutz gegeben. Die Größenordnung der überplanmäßigen Ausgaben lasse die Verwaltung nicht kalt. Man habe Alternativen wie eine Grundsanierung geprüft, sei aber zu dem Ergebnis gekommen, dass ein Neubau nachhaltiger sei. Man stehe jetzt unter Zeitdruck, weil der Neubau bis Ende 2020 abgerechnet sein muss und eventuell Fördergelder wegfallen, wenn der Bau sich weiter verzögert, so Niemöller.
CDU-Ratsherr Becker kritisierte, dass die neuen Zahlen den Feierabendpolitikern viel zu spät zugänglich gemacht worden seien. Es gebe in der Planung zu viele Unwägbarkeiten: "Was erwartet uns denn bei den weiteren Ausschreibungen? Sitzen wir dann bei den nächsten Gewerken wieder hier und müssen über höhere Kosten entscheiden?"
Auch Grünen-Fraktionsvorsitzende Gabriele Wenker kritisierte die Planung: "Wir sind nicht davon überzeugt, dass die Halle abgängig ist." Man könne nicht ein Bauwerk (Mühlentunnel, d. Red.) wegen der enormen Kostensteigerung ablehnen und einen anderen Neubau generös durchwinken.
Dagegen warben der neue SPD-Fraktionsvorsitzende Frank Piwecki und FDP-Fraktionschef Arno Reglitzky für die neue Turnhalle. Man habe den Verantwortlichen der Heideschule in die Hand versprochen, dass mit dem Neubau auch die Inklusion an der Heideschule als Partnerschule der benachbarten Förderschule an Boerns Soll gestärkt wird. Dieses Versprechen müsse man einhalten, auch wenn "die 600.000 Euro Mehrkosten haben schlucken lassen". FDP-Politiker Reglitzky warf den Kritikern vor, "leicht reden zu können, wenn sie noch nie eine Sporthalle neu gebaut haben". Er selbst hat zuletzt als Vorsitzender von Blau-Weiss Buchholz beim Neubau der vereinseigenen Sporthalle am Holzweg die steigenden Baukosten in der überhitzten Baubranche zu spüren bekommen.
Sozialdezernent Dirk Hirsch erklärte "selbstkritisch, dass wir die Kostenschätzung für den Neubau im Jahr 2017 zu niedrig angesetzt haben". Er halte die Investition für wichtig, weil sich durch die neue Sporthalle mehr Nutzungsmöglichkeiten ergäben. So wurde auf Wunsch der Verantwortlichen ein Therapieraum für Inklusionskinder zusätzlich eingeplant. Vielleicht müsse man bei künftigen Planungen Reservepuffer für Mehrkosten einplanen, räumte Hirsch ein. Allerdings führe das wahrscheinlich zu höheren Angeboten der Baufirmen: "Die können ja öffentlich lesen, wie viel Geld wir für Hochbaumaßnahmen einplanen."
Die alte Turnhalle an der Heideschule soll in den Sommerferien abgerissen werden. Der Neubau soll im Herbst 2020 eingeweiht werden. Die Mehrkosten sollen durch Umschiebungen aus dem laufenden Haushalt getragen werden. Die für den Kauf des Gebäudes an der Zunftstraße, in dem eine Kita untergebracht ist, eingeplanten 1,54 Millionen Euro werden nicht benötigt, da das Haus an einen anderen Interessenten verkauft wurde.

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