Moment mal: Brauchen wir Wohnraum in Buchholz?
Heike Werner (SPD) fordert bezahlbaren Wohnraum
- SPD-Bürgermeisterkandidatin Heike Werner verlangt: Die Stadt muss bezahlbaren Wohnraum schaffen
- Foto: SPD Buchholz
- hochgeladen von Stefanie Hansen
„Es kann nicht sein, dass die Menschen, die unsere Stadt jeden Tag am Laufen halten, sich das Wohnen hier kaum noch leisten können“, sagt Heike Werner (SPD). „Und es kann nicht unser Anspruch sein, dass unsere eigenen Kinder Buchholz verlassen müssen, weil sie hier keine bezahlbare Wohnung finden.“
Klare Worte der Bürgermeisterkandidatin. Menschen in Buchholz und Umgebung sind verzweifelt, weil sie keinen bezahlbaren Wohnraum finden. Wer 2.500 Euro oder mehr für Kaltmiete bezahlen kann, findet ein kleines Haus oder eine familiengerechte Wohnung. Aber das übersteigt bei den meisten Familien das Budget und ist weit entfernt von ihrer Realität. Auch Senioren geht es nicht anders: Es ist nicht die Regel, dass Senioren, vor allem Alleinstehende, die Möglichkeit haben, mehr als 1.000 Euro Miete für zwei Zimmer zu zahlen - was in Buchholz und Umgebung absolut keine Seltenheit ist.
Woher kommen die Preise? Die deutlich gestiegenen Baukosten sind ein Preistreiber. Das kann aber nicht für Bestandsimmobilien gelten, die zwanzig Jahre oder älter sind. Da wird der Preis über Angebot und Nachfrage geregelt: Vermieter können praktisch Phantasiepreise als Miete verlangen, verzweifelte Menschen zahlen auch das. Diesem Problem kann einzig und allein damit entgegengewirkt werden, dass massiv Wohnraum geschaffen wird.
"Moment mal" von Stefanie Hansen
Die Wählergemeinschaft "Wir für Buchholz" (WfB), mit den drei Gründungsmitgliedern Grit Weiland, Christoph Selke und Gudrun Eschment-Reichert stellen dieses Problem nun in Frage: Sie reichen der Verwaltung eine Studie ein, nach der die Bevölkerung leicht rückläufig sei - in den nächsten 20 Jahren. Und sie scheinen die Wohnbaupläne der Stadt Buchholz für überflüssig zu halten. Alle drei leben in ihrem gesicherten Zuhause und müssen sich keine Sorgen darüber machen, ob sie eine passende Wohnung oder ein bezahlbares Haus finden. Da ist es sicherlich kein Problem, sich zwei Jahrzehnte in Geduld zu üben und darauf zu warten, dass sich die Situation auf dem Wohnungsmarkt entspannt. Für Menschen, denen die Obdachlosigkeit droht, ist es aber definitiv ein Problem, ein lebenswichtiges.
Was nützen tolle Sportvereine, Schulen und Kitas, wenn die Familien aus Buchholz fortgehen müssen, weil sie kein Zuhause finden? Daher erklärt Heike Werner ganz klar: "Die Stadt muss selbst bauen und für langfristig bezahlbare Mieten sorgen. Wer über die Zukunft unserer Stadt spricht, muss auch beantworten, wo die Menschen künftig wohnen sollen", so die Bürgermeisterkandidatin.
Und es muss ebenso selbstverständlich sein, dass vor allem die Verkehrssituation in diesem Zuge gelöst wird. Auch wenn der ÖPNV und der Radverkehr immer mehr gestärkt werden - die Autos werden sich weiter Stoßstange an Stoßstange durch Buchholz schieben und auch sie werden immer mehr werden. Wohnraum und Verkehr: das sind die Probleme, die kurzfristig gelöst werden müssen, die haben keine zwanzig Jahre Zeit.
Stefanie Hansen
Redakteur:Stefanie Hansen aus Tostedt |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.