Die stille Katastrophe
Gewalt, Pornos, Hass, Selbstverletzung: Willkommen auf dem Handy Ihres Kindes
- Über soziale Netzwerke kommen immer jüngere Kinder mit verstörenden Inhalten in Berührung
- Foto: KI-generiert / Montage MSR
- hochgeladen von Tamara Westphal
„Alles Gute zum achten Geburtstag! Hier ist dein erstes Smartphone. Statt draußen mit deinen Freunden zu spielen wirst Du in wenigen Minuten Videos sehen, die wir als Kinder niemals gesehen hätten. Du wirst Gewaltclips sehen, sexualisierte Inhalte, gefährliche Challenges und Menschen, die sich für Likes die Knochen brechen. Und wir werden uns später fragen, wann wir die Kontrolle verloren haben. Wir haben dich lieb, Mami und Papi!“
Willkommen auf dem Handy Ihres Kindes. Haben Sie gewusst, was da wirklich passiert? Haben Sie geahnt, das Ihr Kind vielleicht zu denen gehört, das zwischen dem sechsen und elften Lebensjahr durch ihr erstes Smartphone in sozialen Netzwerken bereits ungehindert auf Gewaltvideos, Pornografie, Selbstverletzung und gefährliche Trends gestoßen ist? Die WOCHENBLATT-Redaktion hat reingeschaut, in die Smartphone-Welt unserer Kinder und Jugendlichen und damit in so manche Inhalte und Trends, die so krank, so abartig sind, dass es unsere Vorstellungskraft übersteigt. Fangen wir mit einem vergleichsweise "harmlosen" Beispiel an:
Schonmal von Bonesmashing gehört? Ist voll (gar nicht) witzig
Ein vom Influencer Braden Eric Peters, oder besser bekannt als "Clavicular", vorgeschlagener Trend heißt z.B. „Bonesmashing“. Dabei werden vor allem junge Männer (Teenager) angeleitet, sich wiederholt und über einen langen Zeitraum mit Gegenständen, wie Hammer (soll am besten funktionieren), Hanteln, oder anderen harten Gegenständen, Kiefer, Wangenknochen oder andere Gesichtsknochen zu zertrümmern. Die Anhänger des Trends behaupten und glauben, durch die ständigen Mikroverletzungen könne sich die Knochenstruktur verändern und das Gesicht auf gewünschte Weise geformt und somit markanter wirken. Die in anderen Videos als männlich abgefeierte und ersehnte, markante "Jawline" (Kinnlinie) ist damit in greifbare Nähe gekommen.
Mediziner widersprechen dieser Behauptung deutlich. Fachärzte warnen vor Fehlbildungen, Nervenschäden, Knochenbrüchen und dauerhaften gesundheitlichen Folgen. Wissenschaftliche Belege dafür, dass das absichtliche Schlagen gegen Gesichtsknochen zu einer gewünschten ästhetischen Veränderung führt, gibt es nicht. Nebenbei empfiehlt Clavicular seinen Fans noch, sich Steroide zu spritzen und Crystal Meth zu nehmen, um den Appetit zu zügeln. Dies nur als Randnotiz.
Entsprechende Videos verbreiten sich millionenfach auf Plattformen wie TikTok, Instagram und anderen sozialen Netzwerken. Der Köder heißt Hoffnung und Versprechen von mehr Attraktivität, Männlichkeit oder Erfolg. Besonders gefährlich ist dabei die Dynamik, der Algorithmus sozialer Medien: Je extremer und schockierender die Inhalte, desto häufiger wird es geteilt. Auf den Punkt gebracht: das Schlechteste aus dem Internet verkauft sich am besten. Bringt Reichweite und Werbeinnahmen, viele Influencer sind Millionäre.
Viele Stunden pro Tag, pro Woche, immer und überall
Die Bildschirmzeiten von Kindern und Jugendlichen erreichen immer neue Höchststände, Tendenz stetig steigend. Studien (Quelle: JIM Studie, nachzulesen auf www.klicksafe.de) zeigen, dass bereits Grundschulkinder täglich mehrere Stunden mit Smartphones, Tablets und sozialen Netzwerken verbringen. Kinder und Jugendliche (12 bis 13 Jahre, durchschnittlich 4,5 Stunden), knacken aber häufig in der Praxis die 8-9 Stunden Marke pro Tag. Nicht ungewöhnlich sind mehr als zehn Stunden (17-Jährige), wie sich bei Befragungen im persönlichen Umfeld bestätigte.Demnach gelangen sie stundenlang und täglich mit teilweise verstörenden Inhalten in Kontakt und gewöhnen sich schnell daran, denn Gewaltvideos, sexualisierte Darstellungen und riskante bis hin zu lebensgefährliche Internet-Challenges verbreiten sich rasant.
Die Erwachsenen, die Erziehungsberechtigten, lassen es zu, verschließen die Augen, haben die "Kraft" nicht, dem Kind das Handy wegzunehmen. Den Satz:" Alle anderen dürfen das, nur ich nicht", kennen viele Eltern. Niemand möchte, dass sein Kind im Abseits steht - aber zu welchem Preis? Das Handy steht als Nebenbuhler, Konkurrent und Druckmittel plötzlich im Zentrum der Familie. Das gängige Ergebnis nach nervenaufreibenden Diskussionen: Kapitulation. Die stille Katastrophe am Smartphone wird billigend in Kauf genommen. Die Folgen davon - verheerend.
Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, dass viele Kinder bereits im Alter von sieben oder neun Jahren ein Smartphone besitzen oder Zugriff auf eines haben (gemäß repräsentativer Studie des Digitalverbands Bitkom). Und dabei über soziale Netzwerke auf Inhalte stoßen, die sie weder emotional noch geistig einordnen können. Pädagogen und Medienexperten warnen seit Jahren vor den Folgen: sinkende Konzentrationsfähigkeit, Schlafprobleme, psychische Belastungen, ein verzerrtes Bild vom eigenen Körper und Suchtgefahr, nur um die Spitze des Eisberges zu nennen.
- Artikel WOCHENBLATT KW 24-2026, S. 6
- Foto: MSR
- hochgeladen von Julia Paepcke
Sind wir komplett naiv?
Experten sehen Trends wie Bonesmashing nicht als Einzelfall, sondern als Symptom eines größeren Problems. In den digitalen Räumen entscheiden nicht Pädagogen oder Eltern, welche Inhalte als Nächstes erscheinen, sondern Programme, deren Ziel maximale Aufmerksamkeit ist.
Die Frage lautet deshalb nicht nur, wie gefährlich „Bonesmashing“ ist. Die eigentliche Frage lautet: Wie viele dieser Trends sehen Kinder heute, bevor Erwachsene überhaupt erfahren, dass sie existieren?
Die Trends wechseln ständig. Heute Bonesmashing, morgen Chroming, übermorgen Helium exzessiv einatmen, hier noch eine Anleitung zum Suizid, dort eine Do-it-yourself (DIY)-Bauanleitung für eine Bombe aus Putzmitteln, täglich etwas Neues, im Sekundentakt.
Eltern sollten sich fragen: Warum verbringen Kinder täglich Stunden in einer digitalen Welt, in der Gewalt, Pornografie, Selbstverletzung und gefährliche Challenges, oft verharmlosend gestaltet und witzig verpackt, an der Tagesordnung sind? Wahrscheinlich, weil sie gar nicht mehr anders können.
Weil dieses "schwarze Loch im Universum" einen zu starken Sog hat. Und weil wir nichts dagegen tun.
- Viel zu früh werden viele Kinder durch das Smartphone mit verstörenden Inhalten konfrontiert
- Foto: KI
- hochgeladen von Julia Paepcke
Schonmal von gehört? Hier ein paar aktuelle Trends, die unsere Kinder kennen
Looksmaxxing
Ein Sammelbegriff für teils extreme Methoden zur „Optimierung" des Aussehens. Dazu gehören beispielsweise Kiefertraining, exzessives Fasten, fragwürdige Nahrungsergänzungsmittel oder eben Bonesmashing. Experten sehen darin eine gefährliche Förderung von Körperdruck und Selbstzweifeln.
Chroming
Jugendliche inhalieren Dämpfe von Deodorants, Lösungsmitteln oder anderen Chemikalien, um einen kurzen Rausch zu erleben. Die Folgen reichen von Bewusstlosigkeit über Hirnschäden bis hin zum Tod. In Großbritannien starb ein elfjähriger Junge nach einer solchen Challenge.
Blackout Challenge
Teilnehmer würgen sich selbst oder halten die Luft an, bis sie bewusstlos werden. Mehrere Todesfälle weltweit wurden mit dieser Challenge in Verbindung gebracht.
Dry Scooping
Dabei wird trockenes Protein- oder Pre-Workout-Pulver direkt geschluckt. Es kann zu Herzrasen, Kreislaufproblemen und Erstickungsgefahr kommen.
Sleepmaxxing
Auf den ersten Blick harmlos. Jugendliche versuchen, ihren Schlaf mit immer extremeren Methoden zu „optimieren". Dazu gehören Mundzukleben beim Schlafen, hohe Mengen Magnesium oder fragwürdige Schlaf-Hacks.
SkinnyTok
Kein einzelner Trend, sondern ein wachsendes Netzwerk von Videos, die extreme Schlankheitsideale propagieren. Dort werden Hungern, radikale Diäten und Essstörungen teilweise romantisiert. Internationale Gesundheitsexperten sehen darin eine erhebliche Gefahr für Jugendliche.
Kann man schon von einer Generation sprechen, die nicht mehr erkennt, was normal ist?
Das Wochenblatt hat mit einigen Kinder im Alter von 13, 14 und 16 Jahren gesprochen und da wurde eines erschreckend deutlich: Sie selbst schätzen dieses Thema anders ein, empfinden vieles als normal oder sogar witzig. Sie behaupten, erkennen zu können, was "normal und o.k." ist und was "echt drüber und eklig" sei.
Normal ist der Porno, der oft in der vorletzten Reihe im Englisch-Unterricht (6. Klasse) läuft. Normal ist, so die Aussage einer 13-Jährigen, jeden wahllos zu liken, vor allem, wenn man das Handy neu hat. Denn viele Freunde z.B. bei Snapchat oder Instagram zu haben, ist super wichtig. Dann ist man angesagt. "Geliked" wird also wahllos jede Anfrage, auch die von "Amy13", die in Wahrheit männlich und über 60 ist. Als "witzig" bezeichnete ein 14-jähriges Mädchen die Clips, in denen K.O.-Tropfen in einen fremden Drink geträufelt wurden. Witzig sind auch die kindlich gestalteten Nazi-Memes, die sich zwischen den im Schnitt 800 Nachrichten im Klassenchat pro Tag befinden. Neben dem von einem Kind selbst erstellten Sticker, der zwar klein ist, aber deutlich erkennbar eine Dame in Reizwäsche zeigt, die einen Mann oral befriedigt.
Normal ist auch, bei Gaming über Discord von völlig fremden Personen angeschrieben zu werden, die harmlos nach dem Alter fragen, berichtet ein 16-Jähriger. Die ignoriert man einfach - im besten Fall.
Discord ist eine bekannte Gaming Plattform, die auch Pädokriminelle für sich längst entdeckt haben.
Ob Discord, Telegram, Instagram, Snapchat (Spotlight), YouTube oder Whatsapp - für alle Anbieter und Plattformen gilt, sie alle wollen unter dem Schafspelz der Unterhaltung, der Tipps und Ratschläge zur Ernährung, des Entertainments etc. nur eins: Klicks, Kohle, Aufmerksamkeit, koste es, was es wolle.
Das Phänomen heißt ganz sachlich: Digitales Marketing
Es gibt Creator und Influencer, die nutzen sogenannte Teasings: Sie bieten auf Instagram oder TikTok Beauty-, Mode- oder Lifestyle-Tipps an und verlinken in ihrer Biografie oder ihren Storys auf kostenpflichtige Erotik-Plattformen wie z.B. OnlyFans. Nur um einige bekannte Beispiele für dieses Vorgehen zu nennen, bei dem die Grenze zwischen klassischem Influencing und Erotik-Content verschwimmt. Ein florierendes Geschäftsmodell mit Strategie. Dass man auf einigen solcher Plattformen nicht selten nur den Button "Ja, ich bin 18" klicken muss, ohne dass eine echte Altersverifizierung stattfindet, bleibt hier einfach mal unkommentiert. Einfach draufklicken, merkt ja keiner. Beautytipps von benannten "Vorbildern" sind übrigens der Renner bei elf bis 15-jährigen Mädchen, ergab unsere Recherche.
Was können Eltern tun, um ihre Kinder vor all dem zu schützen? Oder ist es schon zu spät?
Grundsätzlich darf man Plattformen wie z.B. Instagram, WhatsApp oder Tiktok laut AGB ab 13 Jahren nutzen. Was nicht heißt, dass es für 13-Jährige geeignet ist. Es heißt lediglich: Es ist nicht verboten.
Auf vielen Webseiten kann man sich als Eltern informieren und sogar die Plattformen selbst werben mit sogenannten Teen-Konten, um den Nutzern mehr Sicherheit zu bieten. Die Angebote und Möglichkeiten sind vielfältig. Hier sind wieder die Eltern gefragt. Wer sich wirklich damit beschäftigt, der wird fündig.
Hier besonders empfehlenswerte Informationsplattformen: Die folgende Liste enthält seriöse Angebote von Behörden, Medienpädagogen und Jugendschutzorganisationen:
- klicksafe (www.klicksafe.de): Offizielle EU-Initiative für Medienkompetenz, Elternratgeber und vieles mehr
- SCHAU HIN (www.schau-hin.info): Speziell entwickelt für Eltern, Medienerziehung, Empfehlungen
- Internet-ABC (www.internet-abc.de): Ideal für Eltern von Grundschulkindern, konkrete Tipps
- Jugendschutz.net (www.jugendschutz.net): Offizielle Stelle zur Bekämpfung von Online-Gefahren für Kinder, Informationen zu problematischen Trends
- Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz (BzKJ) (www.bzkj.de)
- Nummer gegen Kummer (www.nummergegenkummer.de): Unterstützung bei Cybermobbing, Belästigung oder sexueller Anmache im Netz
- Saferinternet (www.saferinternet.at): Sehr praxisnah, sehr schnell bei aktuellen Trends, Elternabende zum Download
Rechtliche Situation:
Haben Sie das alles gewusst und wissen Ihre Kinder das?
Zur rechtlichen Einordung kann folgender Merksatz formuliert werden:
Bei sexualisierten Darstellungen von Kindern und Jugendlichen, rassistischen Inhalten, extremistischen Symbolen sowie Gewaltvideos kann bereits das Speichern, Besitzen oder Weiterleiten auf dem Smartphone rechtliche Folgen haben – unabhängig davon, ob die Inhalte selbst erstellt wurden oder nur von anderen stammen.
Zum weit verbreiteten Cybermobbing gelten die Regeln: Beleidigungen, Bedrohungen oder Verleumdungen in Chats und sozialen Netzwerken können strafrechtliche Folgen haben. Dazu gehört auch das Thema Mobbinf im Klassenchat.
Bei Kindern unter 14 Jahren ist man zwar nicht strafmündig. Dennoch können Polizei, Jugendamt und Schule eingeschaltet werden. Bei Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren gilt das Jugendstrafrecht.
Unter 16 Jahren ist grundsätzlich die Zustimmung der Eltern für die Nutzung der gängigen Social-Media-Plattformen notwendig, da personenbezogene Daten verarbeitet werden.
Kommentar - Das Monster unter dem Bett ist Pillepalle
Und was ist mit uns? Wir sind alle ganz schlechte Vorbilder. Das Handy als ständiger Begleiter, wie ein lebensnotwendiges Sauerstoffgerät. Mütter auf Spielplätzen - Handy vor der Nase und beiläufig dem Kind zujubeln, ohne zu wissen, was es eigentlich gerade gemacht hat. Im Restaurant ... Handy auf den Tisch und so weiter.
Ich hielt mich für eine verantwortungsvolle Mutter. Drei Kinder, klare Regeln, Screentime aktiviert, Bildschirmzeit begrenzt. Ich glaubte, das reiche.
Dann begann die Recherche zu diesem Thema.
Mit wurde dadurch klar: Wir haben als Eltern gepennt. Nicht aus Gleichgültigkeit, sondern aus Naivität.
Während wir niedliche Reflektoren an die Schulranzen hängten, damit unsere Kinder sicher durch den Straßenverkehr kommen, ließen wir eine ganz andere Gefahr ungehindert durch die Kinderzimmertür in die Köpfe und Seelen treten. Lautlos. Rund um die Uhr verfügbar.
Das Monster sitzt heute nicht mehr unter dem Bett. Es wohnt im Smartphone.
Was Michael Ende einst als Geschichte von Momo und den grauen Herren erzählte, ist längst Realität geworden. Nur dass heute nicht nur Zeit gestohlen wird, sondern Bewegung, Aufmerksamkeit, Selbstwert, Seelenheil und Kindheit.
Das Schlimmste daran: Viele von uns merken es nicht einmal.
Ich habe die Handys meiner Kinder jetzt genauer überprüft. Und was ich gesehen habe, tat weh.
Nicht, weil meine Kinder etwas falsch gemacht haben, sondern weil ich es so lange nicht bemerkt haben, es lag wirklich außerhalb meiner Vorstellungskraft.
Wütend und traurig zugleich - ein Appell: Wachen wir auf! Jetzt, sofort!
Checkt die Handys eurer Kinder. Lasst uns alle hinschauen.
Die größte Gefahr ist nicht das, was wir dort möglicherweise finden. Sondern das, was wir nie gesehen haben.
Was sagen Sie?
Schreiben Sie uns Ihre Meinungen und Erfahrungen:
Stichwort: Smartphone-Welt, E-Mail red-buch@kreiszeitung.net
Was ist der gefährliche Social-Media-Trend „Bonesmashing“?
Beim Trend „Bonesmashing“ schlagen sich vor allem Jugendliche und junge Männer mit Hämmern, Hanteln oder anderen Gegenständen wiederholt gegen Kiefer- und Gesichtsknochen. Influencer behaupten, dadurch eine markantere Kinnlinie („Jawline“) zu erreichen. Mediziner warnen jedoch vor Knochenbrüchen, Nervenschäden, Fehlbildungen und dauerhaften gesundheitlichen Folgen. Wissenschaftliche Belege für die angebliche Wirkung gibt es nicht.
Welche gefährlichen Internet-Trends begegnen Kindern und Jugendlichen aktuell auf TikTok, Instagram und Co.?
Zu den derzeit diskutierten Trends gehören Bonesmashing, Chroming, die Blackout Challenge, Dry Scooping, Sleepmaxxing und SkinnyTok. Dabei geht es unter anderem um das Einatmen von Chemikalien, absichtliches Herbeiführen von Bewusstlosigkeit, riskante Nahrungsergänzungen, extreme Schlankheitsideale oder selbstverletzendes Verhalten. Experten warnen vor schweren gesundheitlichen und psychischen Folgen.
Wie viel Zeit verbringen Kinder und Jugendliche täglich am Smartphone?
Laut der JIM-Studie verbringen Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 13 Jahren durchschnittlich rund 4,5 Stunden täglich mit Smartphone, sozialen Netzwerken und digitalen Medien. In der Praxis werden nach Beobachtungen und Befragungen häufig Bildschirmzeiten von acht bis zehn Stunden pro Tag erreicht.
Welche Risiken sehen Experten bei der Smartphone-Nutzung von Kindern?
Pädagogen und Medienexperten warnen vor sinkender Konzentrationsfähigkeit, Schlafproblemen, psychischen Belastungen, Suchtgefahr und einem verzerrten Körperbild. Hinzu kommen Kontakte mit Gewaltvideos, Pornografie, Cybermobbing, Selbstverletzungsinhalten, gefährlichen Challenges sowie potenziell kriminellen oder pädokriminellen Personen auf Plattformen wie Discord, Instagram, Snapchat oder Telegram.
Ab welchem Alter dürfen Kinder TikTok, Instagram und WhatsApp nutzen?
Nach den Nutzungsbedingungen vieler Plattformen wie TikTok, Instagram und WhatsApp liegt das Mindestalter bei 13 Jahren. Für Nutzer unter 16 Jahren ist in Deutschland grundsätzlich die Zustimmung der Eltern erforderlich, da personenbezogene Daten verarbeitet werden. Die Altersfreigabe bedeutet jedoch nicht automatisch, dass die Inhalte für Kinder geeignet sind.
Wo finden Eltern Hilfe und Informationen zum Schutz ihrer Kinder im Internet?
Empfohlen werden unter anderem die Informationsangebote von klicksafe, SCHAU HIN!, Internet-ABC, Jugendschutz.net, der Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz (BzKJ), Nummer gegen Kummer sowie Saferinternet. Diese Plattformen bieten Elternratgeber, Informationen zu aktuellen Online-Trends, Medienkompetenz-Trainings und Hilfen bei Cybermobbing oder problematischen Inhalten.
Redakteur:Julia Paepcke aus Buchholz |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.