Kein Schweinemaststall im Landschaftsschutzgebiet!

Heinz (re.) und Stefan Becker dürfen ihren neuen Schweinemaststall am geplanten Standort im Landschaftsschutzgebiet bauen
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Landkreis Harburg versagt im zweiten Schritt die Zustimmung / Bauherr Heinz Becker: "Mein Vertrauen in den Rechtsstaat ist erschüttert!"

os. Buchholz. Sinneswandel im Kreishaus: Der Landkreis Harburg will den geplanten Schweinemaststall im Landschaftsschutzgebiet Stuvenwald bei Buchholz nun doch verbieten. „Das Gelände, das einen hohen Erholungswert hat, könnte durch einen Maststall verunstaltet werden“, erklärte Kreissprecher Johannes Freudewald auf WOCHENBLATT-Nachfrage. Bis dato hatte der Kreis keinen Grund gesehen, dem Stall die Zustimmung zu versagen. Bauherr Heinz Becker reagierte enttäuscht auf das „Nein“ aus Winsen.
Wie berichtet, will die Landwirtsfamilie Becker einen Maststall für rund 1.000 Tiere im Landschaftsschutzgebiet Stuvenwald errichten. Die städtische Baubehörde wollte das Projekt ohne öffentliche Diskussion als sogenannten Einvernehmensfall vom Fachausschuss abnicken lassen. Doch nicht alle Politiker zogen mit.
Und nach Medienberichten und öffentlichen Protesten fand sich schließlich keine Mehrheit für das Projekt im Verwaltungsausschuss. Dazu beigetragen hat offenbar auch eine Buchholzer Bürgerinitiative, die mehr als 3.000 Unterschriften gegen den Maststall sammelte.
Die Kehrtwende des Kreises wurde dann durch eine Eingabe der Naturfreunde Nordheide an das niedersächsische Umweltministerium eingeleitet. Die besonders schöne, kleinteilig gegliederte Hügellandschaft müsse in ihrer jetzigen Form erhalten werden, argumentierte Naturfreunde-Chef Bernd Wenzel.
Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) forderte Kreis und Stadt als Genehmigungs- und Baubehörde zu Stellungnahmen auf. „Wir haben uns dann noch einmal eingehend mit der Materie auseinandergesetzt“, erklärt Kreissprecher Freudewald. Dabei sei man anders als bei der ersten Einschätzung zu dem Ergebnis gekommen, dass der Stall das Bild des Landschaftsschutzgebietes nachhaltig störe.
So sieht man das auch beim Umweltministerium in Hannover: „Wir sind einer Meinung mit dem Landkreis Harburg“, sagt eine Ministeriumssprecherin.
Die Stadt Buchholz werde die schriftliche Entscheidung des Landkreises abwarten, kündigte Stadtsprecher Heinrich Helms an. Auf jeden Fall gehe der Vorgang noch einmal in den Verwaltungsausschuss. Ob das bereits am 20. März der Fall sei, könne er noch nicht sagen.
Bauherr Heinz Becker kritisiert, er und sein Sohn Stefan hätten alle rechtlichen Vorgaben eindeutig erfüllt. „Warum der Kreis jetzt umkippt, ist für mich schwer zu verstehen“, ärgert sich der Landwirt. Er sei besonders enttäuscht, dass er die Entscheidung aus der Presse erfahren musste. Wie es weitergeht, ist noch offen. Er wolle die offizielle Begründung abwarten und dann reagieren, erklärt Becker.
Eine Auseinandersetzung vor Gericht hält er sich ausdrücklich offen. Parallel lässt Becker einen Alternativstandort für den Maststall prüfen. Dieser liege allerdings auch im Landschaftsschutzgebiet und sei dicht an Gewerbebetrieben. Heinz Becker: „Mein Vertrauen in den Rechtsstaat ist erschüttert.“

Autor:

Oliver Sander aus Buchholz

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