Turnhallenneubau an der Mühlenschule: Ersatzzelt kostet allein in diesem Jahr 30.000 Euro

Der Siegerentwurf für die neue Turnhalle. Bis der Neubau steht, muss die Stadt auf eine teure Zeltlösung zurückgreifen
  • Der Siegerentwurf für die neue Turnhalle. Bis der Neubau steht, muss die Stadt auf eine teure Zeltlösung zurückgreifen
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os. Buchholz. Die Pleitenserie beim Turnhallenneubau an der Mühlenschule in Holm-Seppensen ist um ein Kapitel reicher: Das Zelt, in dem Schüler und Mitglieder des SV Holm-Seppensen übergangsweise Sport treiben sollen, wird deutlich teurer als zunächst gedacht. Anstatt wie ursprünglich geplant 18.500 Euro muss Buchholz nun 30.000 Euro zahlen. Der Stadtrat stimmte der außerplanmäßigen Ausgabe in der vergangenen Woche einstimmig bei sechs Enthaltungen zu. Die Verwaltung rechnet Transportkosten in Höhe von 6.400 Euro gegen, die entfallen, weil die Grundschüler künftig nicht mehr zum Sportunterricht in die Nordheidehalle in Buchholz transportiert werden müssen. Der Rest soll aus einem wegfallenden Zuschuss für die Krippe der privaten Firma "agilo" finanziert werden. Diese soll später umgesetzt werden.
Problem dieses Mal: Die Verwaltung hatte, nachdem der SV Holm-Seppensen das Angebot des Unternehmens "HARZ Hallen & Zelte" aus Quedlinburg (Sachsen-Anhalt) eingeholt hatte, vergessen zu überprüfen, ob darin der Zelt-Boden inbegriffen ist. Er war es nicht! Folge: Der Boden muss für 1.800 Euro pro Monat nachgemietet werden. Macht allein für dieses Jahr ein Plus von 7.200 Euro. "Dieser Rechenfehler ist bedauerlich. Für uns ist die Situation auch unbefriedigend", sagte Sportdezernent Jan-Hendrik Röhse. Politiker mehrerer Parteien monierten die handwerklichen Fehler, die sich in der Verwaltung häuften.
"Wir müssen retten, was zu retten ist", erklärte FDP-Fraktionschef Arno Reglitzky. "Der eigentliche Fehler liegt einige Monate zurück und ist nicht mehr zu ändern." Reglitzky spielte damit auf den Gutachterwettbewerb an, den die neue Baudezernentin Doris Grondke durchdrückte, obwohl vier fertige Entwürfe zum Bau der Turnhalle vorlagen. Der zweite Kardinalfehler lag darin, dass dem Sieger des Wettbewerbs, der Firma Dohse aus Hamburg, keine Zeit zur Fertigstellung der 1,8-Millionen-Euro-Halle vorgegeben wurde. Folge: Allein bis November dauern die Planungen, mit einer Fertigstellung der Halle ist nicht vor Dezember 2014 zu rechnen. Die alte Turnhalle war Anfang Mai 2012 abgebrannt.
Die Verwaltung soll jetzt für 2014 nach günstigeren Alternativen für die Zeltmiete suchen. Ansonsten drohen bis zur Fertigstellung der neuen Eineinfeld-Turnhalle Gesamtkosten im hohen fünfstelligen Bereich.

Autor:

Oliver Sander aus Buchholz

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