Chefarzt-Tipps zum Tag der Rückengesundheit
Den Rücken im Alltag stärken

Dr. Frank Raimund, Chefarzt der Wirbelsäulenchirurgie am Krankenhaus Winsen | Foto: Krankenhäuser Buchholz-Winsen
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  • Dr. Frank Raimund, Chefarzt der Wirbelsäulenchirurgie am Krankenhaus Winsen
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Rückenschmerzen sind in Deutschland die Volkskrankheit Nummer eins. Doch das muss nicht sein. Zum bundesweiten Tag der Rückengesundheit (15. März) betont Dr. Frank Raimund, Chefarzt der Wirbelsäulenchirurgie am Krankenhaus Winsen, dass Prävention oft einfacher ist, als viele denken. Sein Credo: „Die beste Operation ist die, die wir durch einen aktiven Lebensstil verhindern können.“

Bewegung: Die Freude entscheidet

Lange Zeit suchte die Medizin nach der einen „perfekten“ Sportart für den Rücken – und lange wurde Schwimmen empfohlen. Heute ist die Wissenschaft weiter. „Es ist gar nicht so entscheidend, was man sportlich tut, sondern dass man es tut“, erklärt Chefarzt Raimund. Der wichtigste Faktor für den langfristigen Erfolg sei die Freude an der Bewegung. Nur wer Spaß habe, bleibe über Jahre hinweg dabei.

Empfohlen wird eine Frequenz von zwei- bis dreimal pro Woche. Idealerweise kombiniert man gezieltes Rückentraining mit moderatem Ausdauersport bei niedrigerem Puls. „Konstanz schlägt Spitzenleistung“, so der Chefarzt. Wer Unterstützung sucht, findet bei vielen Krankenkassen zertifizierte Präventionskurse, die oft bezuschusst werden.

Gewichtskontrolle als mechanische Entlastung

Ein oft unterschätzter Faktor für Wirbelsäulenleiden ist das Körpergewicht. Jedes Kilo zu viel belastet die Bandscheiben und Gelenke weit über das Maß hinaus, für das sie anatomisch ausgelegt sind. Hier arbeiten die Wirbelsäulenspezialisten bei Bedarf eng mit den Kollegen des Adipositaszentrums am Krankenhaus Winsen zusammen. „Ernährung und Bewegung gehen Hand in Hand“, weiß Dr. Raimund. Wenn die klassische Ernährungsberatung nicht mehr weiterhilft, bietet das Adipositaszentrum langfristige Konzepte an. „Unterstützung durch das Adipositaszentrum bedeutet keineswegs sofort und immer eine Operation. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten für Menschen mit Übergewicht“, erklärt Raimund.

Die Macht der Routine

Der größte Feind der Rückengesundheit ist der stressige Alltag. „Zusätzliche To-dos fallen oft als Erstes hintenüber“, weiß der Experte. Sein Tipp: Rückenübungen fest in die tägliche Routine integrieren. Zehn Minuten Training am Morgen, während der Kaffee durchläuft oder direkt nach dem Zähneputzen, wirken schon Wunder. Auch feste Termine in der Gruppe, mit Freunden oder Familie helfen, die Motivation hochzuhalten.

Was tun, wenn es doch schmerzt?

Sollten trotz aller Vorsorge Beschwerden auftreten, ist der erste Ansprechpartner immer der Hausarzt oder der niedergelassene Orthopäde. Erst bei einer Überweisung in die Klinik beginnt die Diagnostik des Wirbelsäulenspezialisten. Dann steht bei Chefarzt Raimund zunächst die genaue Anamnese im Vordergrund: Sind die Schmerzen akut oder chronisch? Welche konservativen Maßnahmen wie Physiotherapie oder Medikation wurden bereits ausgeschöpft? „Wir setzen auf ein Stufenmodell. Erst wenn alle konservativen Möglichkeiten nicht zum Ziel führen oder neurologische Ausfälle vorliegen, prüfen wir operative Schritte. Diese führen wir heute meist sehr schonend und minimalinvasiv durch“, erklärt der Chefarzt. Im Notfall muss jedoch schnell gehandelt werden, um bleibende Schäden zu vermeiden.

EXTRA: Drei 10-Minuten-Übungen fürs Büro

Rudolf Preuß, Abteilungsleiter der Physiotherapie am Krankenhaus Winsen, empfiehlt drei schnelle Bewegungsübungen für den Rücken, die sich einfach zwischendurch im Büroalltag einbauen lassen:

  • 1. Die „Aktive Standwaage“: Stellen Sie sich auf ein Bein und beugen Sie den Oberkörper leicht vor, während das andere Bein nach hinten gestreckt wird. Das stärkt die tiefe Rückenmuskulatur und schult das Gleichgewicht. (15-30 Sek. pro Seite).
  • 2. Die „Aktive Kniebeuge“: Im Sitzen den Nacken strecken (leichtes Doppelkinn) und die Arme zur Decke heben. Mit leicht vorgebeugtem Oberkörper aufstehen. Beim Strecken der Beine die Arme kraftvoll seitlich zur Hüfte führen und die Schulterblätter anspannen. Kräftigt Beine und Rückenstrecker.
  • 3. Die „Sitzende Drehung“: Aufrecht auf einen Stuhl setzen, die Füße fest am Boden. Den Oberkörper langsam zur Seite drehen und sich mit einer Hand an der Stuhllehne leicht nachziehen. Halten, atmen, Seite wechseln.

(Krankenhäuser Buchholz-Winsen).

Dr. Frank Raimund, Chefarzt der Wirbelsäulenchirurgie am Krankenhaus Winsen | Foto: Krankenhäuser Buchholz-Winsen
Rudolf Preuß, Abteilungsleiter der Physiotherapie am Krankenhaus Winsen | Foto: Krankenhäuser Buchholz-Winsen
Redakteur:

Tamara Westphal aus Buchholz

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