Internationaler Inkontinenztag am 30. Juni
Zehn Millionen Menschen betroffen
- Pflegepersonal kennt sich mit Betteinlagen aus, sollte Inkontinenz vorhanden sein
- Foto: Ijsme Mila
- hochgeladen von Axel-Holger Haase
Etwa zehn Millionen Menschen in Deutschland leiden an Harn- oder Stuhlinkontinenz – Männer wie Frauen, Junge wie Alte. Trotz der hohen Zahl an Betroffenen ist Inkontinenz noch immer stark mit Scham behaftet – bis zu 60 Prozent der Patientinnen und Patienten trauen sich nicht, mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt darüber zu sprechen. Anlässlich des Internationalen Inkontinenztags am 30. Juni rufen Fachärzte gemeinsam mit der Deutschen Kontinenz Gesellschaft dazu auf, das Schweigen zu brechen und offen über das Thema zu sprechen, denn in den meisten Fällen ist sie gut behandelbar.
Mehr als die Hälfte der Betroffenen spricht nicht einmal mit der eigenen Familie über die Beschwerden, manche ziehen sich vollständig aus dem sozialen Leben zurück. Dabei ist Inkontinenz in den meisten Fällen gut behandelbar oder sogar heilbar. „Viele Menschen denken, sie müssten mit dem Problem leben – das stimmt nicht. Darüber zu schweigen, verschlimmert das Leiden noch“, so ein Experte aus dem Gesundheitssektor. Die Ursachen für Inkontinenz sind vielfältig und reichen von neurologischen Erkrankungen, organischen Veränderungen wie einer Beckenbodensenkung über Folgen operativer Eingriffe bis hin zu Auswirkungen einer Geburt.
Moderne Therapien bieten große Heilungschancen
Das Behandlungsspektrum ist heute breit gefächert und wird individuell angepasst: Es reicht von konservativen Ansätzen wie Beckenbodentraining, Physiotherapie und Biofeedback über medikamentöse Therapien bis hin zu minimal-invasiven und operativen Verfahren. Bei Belastungsinkontinenz kommen beispielsweise Schlingensysteme zum Einsatz, bei Dranginkontinenz hat sich die Injektion von Botulinumtoxin in die Blase bewährt. Auch die sakrale Neuromodulation, bei der die Nerven zur Steuerung der Blasenfunktion stimuliert werden, zeigt gute Erfolge.
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