Buxtehude: Anders leben wollen - und können

Prof. Frank Adloff bei seinem ersten Vortrag in Buxtehude. Zum Thema "Wollen und können wir anders leben?" referiert er am 26. März
  • Prof. Frank Adloff bei seinem ersten Vortrag in Buxtehude. Zum Thema "Wollen und können wir anders leben?" referiert er am 26. März
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  • hochgeladen von Alexandra Bisping


Vortragsreihe "Geht's noch anders?": Prof. Frank Adloff wieder in Buxtehude

ab. Buxtehude. Rund 80 Zuhörer besuchten in Buxtehude die Auftaktveranstaltung zur Reihe "Geht's noch anders? - Zeit für Alternativen", initiiert von  Frank Jablonski von der EEB (Evangelische Erwachsenenbildung Niedersachsen Nord), Miriam und David Krüger aus Ahrensmoor und Regina Starzonek aus Apensen (das WOCHENBLATT berichtete). Sie möchten die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (UN), die "Sustainable Development Goals", kurz SDGs, regional umsetzen. Prof. Frank Adloff, Soziologe der Universität Hamburg, hatte im Rahmen der Vortragsreihe zu der Frage "In welcher Zeit leben wir?" referiert. Am Dienstag, 26. März, folgt sein zweiter Vortrag "Wollen und können wir anders leben?" Mit dem WOCHENBLATT sprach er über die Inhalte seiner Vorträge, Individualisierung und das Suchen von Gemeinschaften. 

Um eine "düstere Bestandsaufnahme" sei es in seinem ersten Vortrag gegangen, sagt Prof. Frank Adloff, "um wachsende soziale Ungleichheit, die ökologische Krise, den Klimawandel und die Frage, ob die Demokratie in Gefahr ist." Da gebe es immer mehr Individualisierung, gleichzeitig aber auch die Sehnsucht nach Gemeinschaft - die aber häufig auf Abgrenzung, wie z.B. beim Rassismus, beruhten. "Diese regressiven, also rückschrittlichen autoritären Tendenzen werfen Fragen auf."

In seinem zweiten Vortrag werde nun die Suche nach Lösungen im Vordergrund stehen und "die Hoffnung nicht aufzugeben, sondern nach interessanten neuen Ansätzen zu suchen", so Adloff. Eine besondere Aufmerksamkeit sei im Bereich der Zivilgesellschaft zu beobachten. "Menschen engagieren sich, bilden Gemeinschaften und suchen nach neuen Lösungsansätzen." Doch wie können Menschen ihr Verhalten ändern - oder, anders gefragt: Warum können sie es nicht?

"Es geht um persönliche Betroffenheit", sagt der Soziologe. Als Beispiel nennt er den Sommer 2018. "Für viele war es schön warm, für die Landwirtschaft war es schlecht." Nur durch Zusammenschluss könne man etwas verändern. "Wenn nur alleine ich nachhaltig lebe und verzichte, bin ich am Ende der Dumme."

Menschen schließen sich zusammen, stellen etwas auf die Beine, "persönliche Betroffenheit motiviert zum Handeln". Ein aktuelles Beispiel: die Schülerproteste zu Klima- und Umweltschutz. "Ich glaube, bei den jungen Menschen ist ein stärkeres Bewusstsein dafür vorhanden, das moralisch noch ausgeprägter ist als bei Erwachsenen." Sie seien persönlich betroffen, denn sie hätten eine andere Zeitperspektive als Erwachsene.

Angesprochen auf die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung sagt Prof. Adloff: "Sie sind auch für meinen Vortrag relevant. Viele Ziele hängen zusammen." Es gebe aber einen unausgesprochenen Konflikt, z.B. um gegen Armut vorzugehen müsse die Wirtschaft wachsen: "Wirtschaftswachstum heißt es auf der einen Seite und Nachhaltigkeit und ökologisches Handeln auf der anderen - das gibt Anlass zum Diskutieren." 

• Prof. Frank Adloff referiert am Dienstag, 26. März, um 19 Uhr im Gemeindehaus St. Paulus (Finkenstr. 53) in Buxtehude. Der Eintritt ist frei.

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