800 Kilometer für eine süße Fracht
Buxtehuder holt Schokolade mit dem Fahrrad

Karl-Heinz Stöver und Jan Philip Fischbach bei ihrer Ankunft beim Weltladen Buxtehude
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Neun Tage, fünf Radfahrer und rund 100 Kilogramm Schokolade: Jan Philip Fischbach aus Buxtehude hat sich auf eine besondere Reise nach Amsterdam begeben. Sein Ziel: nachhaltig hergestellte Schokolade, die jetzt auch im Buxtehuder Weltladen angeboten wird.

 Für eine gute Tafel Schokolade kann man schon mal ein paar Kilometer zurücklegen. Jan Philip Fischbach (44) aus Buxtehude hat es gleich auf die Spitze getrieben: Rund 800 Kilometer legte er mit dem Fahrrad zurück, um in Amsterdam Schokolade abzuholen. Vier Tage hin, ein Tag Pause und vier Tage zurück – und das alles für den guten Geschmack und den Klimaschutz. „Sehr leckere Schokolade, sehr schöne Strecken. Mache ich wieder“, lautet sein begeistertes Fazit.

Zum ersten Mal nahm der gelernte Bootsbauer an der besonderen Schokoladen-Radtour teil, die einmal jährlich von der Initiative „Buchholz fährt Rad“ organisiert wird. Gemeinsam mit vier weiteren Radfahrern machte er sich auf den Weg in die Niederlande. Zwei Teilnehmer kamen aus Buxtehude, zwei Radfahrerinnen aus Buchholz und ein weiterer Teilnehmer aus dem Landkreis Lüchow-Dannenberg.

Mit Muskelkraft statt Lieferwagen

Die fünfköpfige Gruppe war mit Lastenrädern, Tourenrädern und E-Bikes unterwegs. Auf dem Rückweg transportierten die Teilnehmer insgesamt rund 100 Kilogramm Schokolade. Fischbach selbst setzte auf sein Tourenrad – ganz ohne elektrische Unterstützung.
„Ich hatte anfangs Sorge, dass ich mit meinem Tourenrad nicht mit den E-Bikes mithalten könnte“, erzählt der 44-Jährige. Doch die Bedenken erwiesen sich als unbegründet. „Es hat alles super geklappt und richtig Spaß gemacht.“
Radfahren gehört für den Buxtehuder ohnehin zum Alltag. Ein Auto besitzt er nicht. Stattdessen erledigt er möglichst viele Wege auf zwei Rädern. Beruflich arbeitet der gelernte Bootsbauer als Minijobber beim TSV Immenbeck. Ehrenamtlich engagiert er sich in Fahrradwerkstätten und für den Buxtehuder Ewer „Margareta“.

100 Kilometer täglich – und jede Menge schöne Strecken

Etwa 100 Kilometer standen täglich auf dem Programm. Meist startete die Gruppe gegen 8.30 Uhr. Um 10 Uhr gab es eine erste Pause, gegen 13 Uhr wurde zu Mittag gegessen und gegen 17 Uhr stand das Abendessen an.
Übernachtet wurde unter anderem im Dreimädelhaus in Kirchseelte, in Holthausen bei Lingen, im niederländischen Deventer und in Weesp bei Amsterdam.
Auch das Wetter spielte mit: Nur an einem Tag mussten die Radfahrer etwas Regen in Kauf nehmen. Ansonsten konnten sie die abwechslungsreichen Strecken und die gemeinsame Fahrt genießen.

Vom Segelschiff aufs Fahrrad: Schokolade mit besonderer Geschichte

Doch was macht die Schokolade so besonders, dass Menschen dafür Hunderte Kilometer in die Pedale treten? Die Antwort liegt in ihrer Herstellung und ihrem Transport.
Die Bio-Schokolade stammt von den Chocolatemakers. Das Unternehmen arbeitet mit Kakaokooperativen in mehreren Ländern zusammen, darunter Peru, Brasilien, Kolumbien und die Dominikanische Republik. Nach eigenen Angaben setzt es auf faire Bezahlung, ökologische Herstellung und einen möglichst ressourcenschonenden Umgang mit Rohstoffen.
Ein Teil der Kakaobohnen gelangt mit dem Frachtsegler „Tres Hombres“ aus der Karibik nach Amsterdam. Dort werden die Bohnen in einer solarbetriebenen Manufaktur zu Schokolade verarbeitet. Den Weitertransport übernehmen freiwillige Radfahrer. So soll gezeigt werden, dass Waren auch ohne dieselbetriebene Lieferfahrzeuge transportiert werden können.

Die Idee der sogenannten Schokofahrt entstand 2017 in Münster und hat inzwischen zahlreiche Nachahmer gefunden. Der Verein Buchholz fährt Rad beteiligt sich seit Jahren an der Aktion.

Besondere Schokolade jetzt im Weltladen Buxtehude

Die Schokolade wird unter anderem im Weltladen Buxtehude angeboten. Eine weitere Besonderheit ist, dass sie keinen zugesetzten Zucker enthält und die ganze Kakaobohne verarbeitet wurde.

Für Jan Philip Fischbach war die Reise weit mehr als eine sportliche Herausforderung. Sie verband seine Begeisterung fürs Radfahren mit der Möglichkeit, nachhaltigen Handel ganz praktisch zu unterstützen. Und nach 800 Kilometern im Sattel steht für ihn fest: Es war bestimmt nicht seine letzte Schokofahrt.

Karl-Heinz Stöver und Jan Philip Fischbach bei ihrer Ankunft beim Weltladen Buxtehude
Jan Philip Fischbach
Karin Fitze vom Weltladen freut sich, dass sie die besondere Schokolade anbieten kann
Redakteur:

Nicola Dultz aus Buxtehude

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