"Das Haus fällt vorher zusammen"

Werner Behr vor seiner maroden Immobilie. Er hat kein Geld mehr, das Gebäude instandzuhalten
  • Werner Behr vor seiner maroden Immobilie. Er hat kein Geld mehr, das Gebäude instandzuhalten
  • hochgeladen von Björn Carstens

bc. Jork-Wisch. Bisher war er in der Diskussion eigentlich immer außen vor: Eigentümer Werner Behr aus Jork-Wisch, um dessen Grundstück und die Nachnutzung eines denkmalgeschützten, maroden Reetdachhauses ein Streit zwischen Politik und Verwaltung entbrannt ist (das WOCHENBLATT berichtete). Jetzt meldet sich der 66-jährige frühere Obstbauer im WOCHENBLATT zu Wort.
Er sagt: „Bei meinem Haus herrscht dringender Handlungsbedarf, andernfalls fällt es in sich zusammen.“ Sofern die Veränderungssperre wirksam wird, die jüngst von der Jorker Politik beschlossen wurde, befürchtet er, dass das 1664 gebaute Gebäude vorher „den Geist aufgibt“. „Ich werde juristisch prüfen lassen, ob es möglich ist, mein Grundstück aus der Veränderungssperre herauszunehmen, weil hier Gefahr im Verzug ist“, sagt Werner Behr.
Bis 2001 lebte er selbst in dem Gebäude, dann baute er auf einem Nachbargrundstück neu. Seitdem steht das alte Haus leer, das Reet hat Löcher, das Holz zerberstet, Steine fallen aus dem Fachwerk. Kurzum: Hier müsste ein Investor jeden Stein und jedes Brett anfassen, um daraus wieder ein bewohnbares Domizil zu machen. Einen solchen Investor hat Werner Behr in Hamburg gefunden. Er will in dem Reetdach-Haus sechs Wohnungen unterbringen, vier weitere in zwei Scheuen sowie drei weitere in einem neuem Reihenhaus. Die entsprechende Bauvoranfrage beim Landkreis ist jedoch negativ beschieden worden, vor allem aufgrund der beantragten Zahl von 20 Stellplätzen.
Jetzt befürchtet Werner Behr, dass auch dieser Investor abspringt. Seit 2004 will er schon verkaufen: „Ich hatte schon 60 Interessenten bei mir. Aber bisher hat es nicht geklappt.“ 360.000 Euro will Behr für die rund 9.000 Quadratmeter große Parzelle mitten im Obstanbaugebiet haben, davon sind 4.000 Quadratmeter bebautes Land, 5.000 Quadratmeter liegen im Außenbereich. Auch Nachbarn, die gegen das Bauvorhaben des Investors massiv protestiert haben, sollen bereits Interesse für Teilbereiche des Grundstücks angemeldet haben.

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