Neue Wege in Buxtehude beschreiten
Der Präventionsrat bricht zu neuen Ufern auf

Bluemen im Präventionsrat für die Stadtteileltern, deren Engagement für Integration wieder mit einem bundesweiten Preis gewürdigt wurde
  • Bluemen im Präventionsrat für die Stadtteileltern, deren Engagement für Integration wieder mit einem bundesweiten Preis gewürdigt wurde
  • Foto: tk
  • hochgeladen von Tom Kreib

tk. Buxtehude. Der Buxtehuder Präventionsrat wird 20 Jahre alt. Das Jahr des runden Geburtstags soll ein Jahr der Veränderungen werden. Bereits im Vorfeld der Präventionsrats-Sitzung am Mittwochabend hatte Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt angekündigt, dass der Weg Buxtehudes zu einer nachhaltigen Kommune über den Präventionsrat führen soll. Klimaschutz soll eine weitere Säule der Arbeit in dieser Buxtehuder Institution werden, die bereits vieles - unter anderem die Offene Ganztagsschule (OGS) - auf den Weg gebracht hat. Der Abend hat gezeigt: Das kann gelingen. Doch ein Selbstläufer ist das nicht und es wird noch viel Überzeugungsarbeit notwendig sein, um neue Akteure, etwa aus dem Bereich Klimaschutz, zu überzeugen.

"Ich ziehe aber eine positive Bilanz", sagt Katja Oldenburg-Schmidt auf WOCHENBLATT-Nachfrage. Es seien am Ende des Abends konkrete Projekte und gute Ansätze herausgekommen.
Der Abend sollte ein Neustart sein und weniger die Rückschau auf Geleistetes. Die große Zahl der Anwesenden, die ganz unterschiedliche Themen, Forderungen aber auch Biographien und Interessen repräsentierten, zeigte: Die Hansestadt ist vielfältig und aus dieser Vielfalt lässt sich themenübergreifend  kreatives Potential schöpfen
.
Gleichwohl - das machten einige Anwesende unmissverständlich deutlich, gebe es deutlichen Verbesserungsbedarf. "Jetzt soll ich schon wieder Ideen auf Kärtchen schreiben. Verschwinden die anschließend in der Schublade?", fragte einer der Anwesenden. Der Weg von der Idee bis zur Umsetzung, das wurde deutlich, müsse transparenter aber auch schneller gehen. Und - auch das ein Ergebnis des Treffens - Themen wie Integration und Barrierefreiheit werden von den jeweiligen Vertreterinnen und Vertretern dieser Gruppen vehement als Säule und eigenständige Themen der künftigen Arbeit eingefordert.

Klimamanagerin Ann-Kathrin Bopp machte noch einmal deutlich, wieso der Präventionsrat die richtige Plattform für Nachhaltigkeit samt Klimaschutz und sozialer Themen ist: "Viele Bereiche berühren sich dabei."
Die Verwaltung, das betonten die Bürgermeisterin und Projektkoodinatorin Frauke Schulte, stecken viel Arbeit und Energie in die Begleitung des Präventionsrates. Wobei Katja Oldenburg-Schmidt auch aufzeigen wollte, dass die Arbeit ein Weg ist und konkrete Ergebnisse nicht immer vorhersehbar seien. "Wir haben auch nicht auf alles gleich die richtige Antwort." Eine weitere Voraussetzung ist laut Bürgermeisterin, dass die Arbeit im Präventionsrat frei von Parteipolitik sein muss.

Im März soll der 20-jährige Geburtstag des Präventionsrates gefeiert werden. Dann ist Zeit für einen Rückblick. Was sich daran anschließt, bleibt spannend. Am Mittwochabend wurde aber deutlich: Ein Treffen pro Jahr reicht bei Weitem nicht aus, um Buxtehude nachhaltig zu verändern, das wichtige Thema Klimaschutz inklusive.

KOMMENTAR

"Früher war das griffiger", stellte einer der Gäste der jüngsten Buxtehuder Präventionsratssitzung treffend fest. Das stimmt. Früher war vor 20 Jahren, als der Präventionsrat als Instrument der Gewaltprävention gegründet wurde. Es kamen weitere Themen wie Gesundheit und Integration hinzu. Und jetzt auch noch Klimaschutz und das in einem ganzheitlichen Sinn, dass alles irgendwie mit allem zusammenhängt, weil das Oberthema schließlich die Verbesserung der Lebensverhältnisse in der Hansestadt ist. Ganz schön schwierig, aber nicht unmöglich.

Ein Stolperstein wurde bereits bei dem Treffen identifiziert: der Name.  Präventionsrat passt nicht mehr. Er schreckt neue und dringend notwendige Akteure sogar ab. Etwa die Mitglieder von "Fridays for Future", die sich mit Recht fragen, was sie dort eigentlich sollen. Besser wäre vielleicht Zukunftsrat. Denn darum geht es. Die Buxtehuder Zukunft, die nachhaltiger - und auch klimaneutraler - werden muss als die Gegenwart.
Ein richtig dickes Brett, das durchbohrt werden muss, liegt in der Motivation der Ehrenamtlichen, die sich im Präventionsrat einbringen. Sie sind dort, weil sie Spezialisten für ein Thema sind. Sei es durch Interesse, eigene Betroffenheit oder Profession. Aus Spezialisten können keine Generalisten werden. Hier ist es daher Aufgabe der Verwaltung als Koordinator, deckungsgleiche Themen und Projekte zu identifizieren und die Akteure an einen Tisch zu bringen. Dann kann gelingen, was Kernpunkt der Arbeit ist: Breites Wissen zu vernetzen, um gemeinsam neue Wege zu beschreiten.

Außerdem: Richtung der Buxtehuder Grünen der dringende Appell, dass der Präventionsrat keine erweiterte Plattform für Parteipolitik ist. Weder muss langatmig die von einer politischen Mehrheit bereits abgelehnte Integrationsbeauftragte erneut gefordert werden, noch bedarf es des Hinweises, dass sich Rat und Ausschüsse stärker den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen verpflichten müssen. Richtiges Thema, falsche Bühne.
Was ebenfalls notwendig ist: Wer etwas erreichen will, muss sich mehr als einmal im Jahr treffen. Und das, was als Ziel und Projekt ins Visier genommen wird, muss sichtbarer werden. Also nicht nur ein neuer Name, sondern auch eine Struktur, die gleichermaßen genug Zeit einräumt, wie verhindert, dass Themen ausfransen und totgeredet werden. Auch dabei ist die Verwaltung als Koordinator und Moderator gefordert.
Derzeit ist noch nicht abschließend klar, wie der Weg aussieht und was am Ende steht. Die Richtung, daran besteht für mich kein Zweifel, stimmt. 
Tom Kreib

Autor:

Tom Kreib aus Buxtehude

Service
Aus den beiden Grafiken geht hervor: Der Anteil der Altersgruppe "Ü 70" liegt im Landkreis Stade bei 16 Prozent. Aus dieser Gruppe kommen aber mit Abstand die meisten Corona-Toten (88 Prozent)

Sieben-Tage-Inzidenz weiter unter dem Grenzwert 50
Über 70-Jährige stellen nur 16 Prozent der Bevölkerung im Landkreis Stade, aber 88 Prozent der Corona-Toten

jd. Stade. Die Warteliste für das Impfzentrum in Stade ist abgearbeitet. Daher ruft der Landkreis Stade die über 80-Jährigen dazu auf, bei der Impf-Hotline des Landes einen Impftermin zu vereinbaren. "Auf der Warteliste des Landes stehen für den Landkreis Stade zurzeit keine Namen mehr von Personen, die 80 Jahre oder älter sind", sagt Nicole Streitz, Leiterin des Impfzentrums in Stade. Menschen aus dieser Altersgruppe, die sich impfen lassen möchten, können laut Streitz im Moment zeitnah einen...

Panorama
Die Entwicklung des Inzidenzwertes in den vergangenen zwei Wochen im Landkreis Harburg

Die aktuellen Corona-Zahlen vom 5. März
Inzidenz wieder bei 56,6 im Landkreis Harburg - 200 aktive Fälle

(sv). Nachdem es am Donnerstag noch aussah, als würde der Inzidenzwert im Landkreis Harburg wieder unter die 50er-Grenze sinken, stieg er am heutigen Freitag, 5. März, wieder an - auf 56,60. In den Kommunen bleibt die Gemeinde Stelle weiterhin an der Spitze der Inzidenzwerte (132,68), gefolgt von der Gemeinde Neu Wulmstorf (94,08). Die Samtgemeinde Jesteburg (8,97) und die Samtgemeinde Salzhausen (13,80) verzeichnen immer noch die niedrigsten Werte. Der Landkreis Hamburg kommt am Freitag auf...

Politik
Dr. Dunja Sabra
2 Bilder

Rassismus bekämpfen: WOCHENBLATT-Serie begleitet Online-Veranstaltungen
"Man hat mir den Tod durch Vergasung gewünscht"

tk. Stade. Ein breites Bündnis von verschiedenen Akteuren lädt im Landkreis Stade dazu ein, sich in digitalen Formaten mit dem gesellschaftlichen Problem des Rassismus auseinanderzusetzen (das WOCHENBLATT berichtete). "Solidarität-Grenzenlos" ist der Leitsatz. In den kommenden Wochen schreiben Menschen aus dem Landkreis Stade, wie sie selbst Rassismus erleben und wie sie mit den Herausforderungen einer Gesellschaft umgehen, die sich von Vorurteilen befreien will. Wir drucken die Texte...

Politik
Winsens Bürgermeister André Wiese (CDU)   Foto: Stadt Winsen

André Wiese redet Klartext über Winsen 2030

Bürgermeister setzt sich auf seiner privaten Facebook-Seite mit der Kritik an Baumfällungen auseinander thl. Winsen. Seit Bekanntwerden der Planung für den Umbau der Haupteinkaufsstraßen im Rahmen des Projektes "Winsen 2030", hagelt es immer wieder Proteste gegen die damit verbundenen Baumfällungen. Diese hatten sich noch verstärkt, als am Montag vergangener Woche die Kettensägen ratterten und die Bäume zwischen dem Südertor und der Rathausspitze fielen. Jetzt platzte Bürgermeister André Wiese...

Politik
Deutlich zu sehen: Das Baugebiet Seevekamp/Schierhorner Weg liegt etwa 1,5 Meter höher als der Seevekamp. "Darauf noch ein elf Meter hohes Haus zu setzen, ist zu viel", sagt Heike Paulick-Stein Foto: as
2 Bilder

Jesteburg
Anwohner fordern Anpassung des B-Plans "Seevekamp-Süd"

as. Jesteburg. "Wir sind nicht gegen die Bebauung, sondern wir sind für eine moderate Planung", betont Heike Paulick-Stein. Die Jesteburgerin wohnt am Seevekamp und setzt sich gemeinsam mit weiteren Anwohnern dafür ein, dass die geplanten Mehrfamilienhäuser auf dem Areal zwischen Seevekamp, Waldwinkel und Schierhorner Weg an den Bestand angepasst werden. Auf den 49.452 Quadratmetern zwischen Seevekamp, Waldwinkel und Schierhorner Weg möchte Investor Steffen Lücking insgesamt 106 Wohneinheiten...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen