Besuch aus Norwegen
Europäischer Pflegeaustausch bei DOREA in Buxtehude
- Die Norwegerin Linnea (v.li.) mit Einrichtungsleitung Magdalena Schmilinski, BBS-Lehrerin Stefanie Sethe, dem angehenden Pflegeassistenten Zaid Aldibo und Pflegedienstleiterin Alina Behring
- Foto: pau
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Besuch aus dem europäischen Ausland erhielt jüngst das Seniorenheim der DOREAFAMILIE in Buxtehude: Linnea Engen Sjögreen, eine angehende Pflegefachkraft aus Norwegen, absolvierte dort einen knapp zweiwöchigen Aufenthalt, um Einblicke in die Arbeit einer deutschen Pflegeeinrichtung zu gewinnen.
Austausch über Landesgrenzen hinweg
Linneas Besuch wurde im Rahmen des Erasmus-Programms ermöglicht, das jungen Menschen Auslandserfahrungen innerhalb Europas bietet. Um Organisation und Unterbringung kümmerte sich Stefanie Sethe, Lehrkraft der Berufsbildenden Schulen Buxtehude, die den Kontakt zur DOREAFAMILIE herstellte. Obwohl es nicht Linneas erster Besuch in Deutschland war – die Norwegerin hat Verwandtschaft in München –, war es ihre erste Erfahrung im deutschen Pflegebereich.
Eine besondere Herausforderung stellte die sprachliche Barriere dar. Doch Linnea fand Mittel und Wege, um sich im Team und mit den Bewohnerinnen und Bewohnern zu verständigen. „Empathie ist besonders wichtig“, erklärte sie. „Ich spreche kein Deutsch, deswegen musste ich andere Maßnahmen ergreifen. Ich habe viel mit Körpersprache gearbeitet.“ Die meiste Zeit wurde die Norwegerin vom deutschen Pflegeteam begleitet. Mit einem englischsprachigen Bewohner konnte sie sich sogar gut unterhalten, berichtete die 17-Jährige, die in Norwegen gerade im zweiten Lehrjahr ihrer Ausbildung zur Pflegefachkraft ist.
Gegenseitiges Lernen und neue Perspektiven
Doch nicht nur Linnea profitierte von dem Besuch. Auch das Team der DOREAFAMILIE und die Auszubildenden dort erzählten, wie viel ihnen die Arbeit mit der jungen Norwegerin gebracht hat. Zaid Aldibo, ein Schüler der BBS, der seit zwei Jahren seine Praxisausbildung in der Einrichtung absolviert, arbeitete während Linneas Zeit in Buxtehude eng mit ihr zusammen. „Sie ist sehr offen und hilfsbereit“, beschrieb er seine Eindrücke.
Besonderes Interesse weckte das skandinavische Ausbildungssystem. In Ländern wie Norwegen und Dänemark habe die Pflege einen höheren gesellschaftlichen Stellenwert, was sich in den Arbeitsbedingungen widerspiegle, so die Einrichtungsleiterin Magdalena Schmilinski. Vor einiger Zeit reiste eine Gruppe von BBS-Schülerinnen und -Schülern mit Pflegeprofil nach Dänemark. Zaid war einer von ihnen und erinnert sich: „Es war interessant zu sehen, wie die Pflege dort organisiert ist. Die Auszubildenden nehmen ihre Arbeit sehr ernst. Sie haben großen Respekt vor dem Beruf.“
Auch BBS-Lehrerin Sethe kennt die Vorzüge des skandinavischen Pflegemodells – besonders die steuerfinanzierte Gesundheitsversorgung im Alter. Außerdem kommen dort auf eine Pflegekraft weniger Patienten. Doch unter diesem Modell sei die Versorgung zeitweise sehr fragmentiert und gehe in Richtung Funktionspflege. Dem stimmte Magdalena Schmilinski zu: „Hier werden Bewohner herzlicher, ganzheitlicher versorgt.“
Zum Abschied tauschten Linnea und das Team Geschenke aus. Voneinander lernen: Das soll auch in Zukunft ein Fokus bleiben in der Pflegeeinrichtung. Linneas Besuch war der erste dieser Art in der Einrichtung, doch er soll nicht der letzte bleiben.
Schaffung weiterer Austauschmöglichkeiten
„Wir wollen auf jeden Fall nochmal jemanden aufnehmen – und gerne auch andersherum. Wir wünschen uns, dass mehr deutsche Schüler in den Pflegeberuf in anderen Ländern reinschauen können, wo diese Arbeit einen höheren Stellenwert in der Gesellschaft hat“, so Schmilinski. In Zusammenarbeit mit der BBS Buxtehude sollen künftig weitere Austauschmöglichkeiten geschaffen werden.
Neben der internationalen Zusammenarbeit in der Pflegeausbildung sucht DOREA zurzeit Auszubildende und Pflegedienstleitungen für die Pflegeeinrichtungen in Buxtehude. Weitere Informationen unter www.doreafamilie.de/buxtehude
Redakteur:Pauline Bellmann aus Buxtehude |
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