Buxtehude: Was wird aus dem Schafmarktplatz?
Markt-Aus in Altkloster ist vom Tisch
- Beim Erntefest wurde auch die Zukunft des Platzes diskutiert
- Foto: Stader Geest e.V.
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pau/sts. Wird der Altkloster Wochenmarkt abgeschafft? Das Gerücht hält sich seit einiger Zeit – befeuert durch organisatorische Änderungen und die Zukunftspläne für den Schafmarktplatz.
Die Verwaltung widerspricht. „Die Wochenmärkte sind uns sehr wichtig“, sagte Fachgruppenleiter für Sicherheit und Ordnung Steffen Johannsen beim vergangenen Ausschuss. Stadtrat Ralf Dessel betont: „Wir wollen den Markt in seiner jetzigen Form behalten.“
Wegfallen soll nicht der Markt, sondern der Marktmeister. Künftig sollen ausgewählte Marktbeschicker die Koordination übernehmen – ein Modell, das sich laut Johannsen bereits auf dem Wochenmarkt in der Altstadt bewährt habe. Wilfried Wilkens, seit 20 Jahren Marktbeschicker in Altkloster, traut den Händlern die neue Aufgabe durchaus zu. Er fragt sich allerdings, wie viel Unterstützung die Verwaltung künftig leisten kann. Für die Zukunft des Marktes hält er ohnehin noch etwas anderes für entscheidend: Modernisierung. Dazu gehöre beispielsweise ein zeitgemäßer Internetauftritt, um neue Beschicker und Kunden zu gewinnen.
Mehr Aufenthaltsqualität, weniger Parkplatz?
Während das eine Gerücht ausgeräumt wird, geht die weit größere Debatte in die Startlöcher. Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) will den Schafmarktplatz zu einem „attraktiven und multifunktionalen Stadtplatz“ mit mehr Aufenthaltsqualität entwickeln. Begrünte Inseln, Verschattung und ein Wasserspiel gehören zu den Ideen, auch feste Marktstände werden diskutiert. Markt und Schützenfest sollen jedoch weiterhin stattfinden können.
Noch stärker könnte sich der kleine Schafmarktplatz verändern: Auf heute vorwiegend zum Parken genutzten Flächen wird eine Teilbebauung unter anderem für Wohnnutzungen vorgeschlagen.
Bloß nicht alles umbauen
Beim Förderverein Stader Geest stoßen einige Ideen auf Skepsis. Seit Juli befragte er Marktbeschicker, Besucher, Anlieger und weitere Nutzer des Platzes. Das Ergebnis: Der Markt soll bleiben und vielfältiger werden – feste Marktstände werden jedoch als unpraktikabel abgelehnt. Auch zusätzliche Begrünung findet wenig Zustimmung. Marktbeschicker und Besucher halten das vorhandene Grün für ausreichend.
Ihre Sorge: Einbauten könnten die flexible Nutzung für Wochenmarkt, Schützenfest, Flohmarkt und andere Veranstaltungen einschränken. Auch der mögliche Verlust von Parkplätzen beschäftigt die Befragten. Angesichts der Haushaltslage sehen die Händler einen größeren Umbau zudem nicht als Priorität.
Gewünscht werden stattdessen überschaubare Verbesserungen: zusätzliche Bänke, eine Überdachung und ein Wasserspender.
Die Stadt sucht den Spagat
Stadtbaurätin Michaela Springhorn sieht dennoch Handlungsbedarf. Der Klimawandel erfordere, versiegelte Innenstadtflächen hinsichtlich „Begrünung, Verschattung, Regenwassermanagement und Aufenthaltsqualität“ neu zu betrachten. Zugleich müssten Markt, Veranstaltungen, Erreichbarkeit und Mobilität berücksichtigt werden.
Wie das zusammenpasst, soll die weitere Planung zeigen. Das Markt-Aus ist damit vom Tisch. Die schwierigere Frage bleibt: Wie viel Veränderung verträgt der Schafmarktplatz?
Redakteur:Pauline Bellmann aus Buxtehude |
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