Aktion "Freedag is Plattdag"
Platt snacken? Man to! Schülerinnen aus Buxtehude zeigen, wie gut das geht
- Schülerinnen der IGS Buxtehude präsentieren mit ihrer Lehrerin Greta Moghadas Nia (dritte v. li.) und Nele Ohlsen, Plattdeutsch-Referentin des Landschaftsverbandes von ihnen erarbeitete Plattdeutsch-Materialien
- Foto: Foto: Landschaftsverband
- hochgeladen von Jörg Dammann
Plattdeutsch gehört zum Elbe-Weser-Dreieck wie Deich, Elbe und Oste. Damit das auch in Zukunft so bleibt, soll die Regionalsprache nicht nur bewahrt, sondern vor allem gesprochen werden. Genau darum geht es bei „Freedag is Plattdag“. In Hannover gab Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies jetzt den Startschuss für die diesjährige Aktion – und mittendrin waren auch junge Platt-Akteurinnen aus Buxtehude.
Plattdeutsch im Klassenzimmer, auf dem Schulhof, beim Einkaufen oder einfach zu Hause: Im September gibt es dafür einen besonders guten Anlass. An jedem Freitag heißt es in Niedersachsen wieder „Freedag is Plattdag“. Dabei ist es ganz egal, ob jemand fließend Platt snackt oder sich erst einmal vorsichtig an ein „Moin“ und die ersten Sätze herantastet.
Ministerpräsident ist Schirmherr
Dass gerade junge Menschen Lust auf die Regionalsprache haben, zeigte sich beim Auftakt in der Niedersächsischen Staatskanzlei in Hannover. Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Teilen des Landes stellten dort ihre Ideen und Projekte rund ums Plattdeutsche vor. Ministerpräsident Olaf Lies, der zum zweiten Mal die Schirmherrschaft übernommen hat, machte deutlich, dass Plattdeutsch und Saterfriesisch für ihn zur kulturellen Identität Niedersachsens gehören. "Ik freu mi bannig, dat ik ok dit Johr wedder Schirmherr vun ,Fredag is Plattdag‘ wesen dröv", erklärte Lies auf Platt.
Aus unserer Region waren ebenfalls engagierte Nachwuchs-Plattsnackerinnen dabei: Schülerinnen der IGS Buxtehude präsentierten gemeinsam mit ihrer Lehrerin Greta Moghadas Nia und Nele Ohlsen, Plattdeutsch-Referentin des Landschaftsverbandes Stade, Materialien, die sie selbst erarbeitet haben. So wird aus einer vermeintlich „alten“ Sprache etwas ziemlich Gegenwärtiges – und Platt landet dort, wo seine Zukunft liegt: bei Kindern und Jugendlichen.
- „Großer Bahnhof“ in der Niedersächsischen Staatskanzlei: Ministerpräsident Olaf Lies, offizielle von Landschaften und Landschaftsverbänden, Schülerinnen und Schüler rufen zu „Freedag is Plattdag“ auf
- Foto: Nicole Künnen, Reg. Landesämter für Schule und Bildung
- hochgeladen von Jörg Dammann
Platt zum Anfassen und Ausprobieren
Der Landschaftsverband Stade engagiert sich seit vielen Jahren dafür, Niederdeutsch in der Region lebendig zu halten. Dabei geht es längst nicht nur um das Bewahren von Traditionen. Platt soll gesprochen, gelesen, gespielt und ausprobiert werden. Das „Nettwark Platt“ des Landschaftsverbandes organisiert unter anderem Lesewettbewerbe, Schultheatertage und weitere Aktionen für Jung und Alt. Hinzu kommt das niederdeutsche Jugendtourneetheater „Wellenbreker“.
Auch „Freedag is Plattdag“ setzt bewusst auf einen unkomplizierten Zugang. Schulen erhalten dafür Materialien, mit denen sich die Sprache spielerisch in den Unterricht und Schulalltag holen lässt. 2026 gehören dazu wieder Plakate und Postkarten sowie Unterrichtsmaterialien. Außerdem gibt es Neues von der beliebten Bilderbuchkuh Lieselotte auf Platt. Die Materialien erscheinen in unterschiedlichen regionalen Sprachvarianten sowie auf Saterfriesisch.
Einfach mal "platt snacken"
Hinter der Aktion steht die Arbeitsgemeinschaft „Platt is cool“. Landschaften und Landschaftsverbände arbeiten dabei gemeinsam mit den Regionalen Landesämtern für Schule und Bildung und mit Unterstützung des Niedersächsischen Kultusministeriums daran, Niederdeutsch und Saterfriesisch stärker ins Bewusstsein zu bringen. „Freedag is Plattdag“ entwickelte sich daraus als besonders niedrigschwellige Mitmachaktion: Wer schon Platt kann, soll es freitags möglichst häufig benutzen – und wer es noch nicht kann, darf einfach loslegen und ausprobieren.
Und das muss keineswegs perfekt klingen. Gerade wer Platt versteht, aber beim Sprechen noch zögert, ist ausdrücklich eingeladen mitzumachen. Beim Bäcker, in der Schule, im Verein oder am Arbeitsplatz reichen manchmal schon ein paar Wörter, um anzufangen. Oder, wie es in diesem September ganz einfach heißt: Snackt op Freedag Platt. Dat löppt!
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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