Bahnhof Buxtehude
Altes Projekt, neue Hoffnung

Für die Neugestaltung des Bahnhofs sollen die alten Gebäude einem Neubau weichen
  • Für die Neugestaltung des Bahnhofs sollen die alten Gebäude einem Neubau weichen
  • hochgeladen von Nicola Dultz

Ein tot geglaubtes Projekt erwacht zu neuem Leben: Der Bahnhof Buxtehude steht vor einem umfassenden Wandel. Bereits vor fünf Jahren wurde intensiv über eine Modernisierung des Bahnhofsareals diskutiert - 
auch mit Beteiligung der damaligen Bürgerinitiative "Bahnhofsretter", die sich intensiv einbrachte. Doch seit 2023 herrschte plötzliches Stillschweigen. Das Projekt war zu teuer, ohne die Unterstützung der Bahn konnte die Hansestadt Buxtehude den Plan nicht umsetzen. 
Jetzt kommt das Thema erneut auf den Tisch: Die Bahn will investieren. In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt und Klimaschutz (ASUK) wurden zwei neue Varianten vorgestellt, wie der Bahnhof künftig aussehen könnte.

Rückblick: Vom Masterplan zur konkreten Planung
Die Diskussion über die Neugestaltung des Bahnhofs begann mit dem Masterplan, der zwei Grundrichtungen verfolgte: Variante 3 setzte auf den Erhalt des Servicegebäudes und den Neubau eines eingeschossigen Empfangsgebäudes. Variante 6d hingegen sah einen modernen Hochbau vor, in dem auch städtische Nutzungen wie ein Medienzentrum untergebracht werden sollten. Letztere scheiterte jedoch an fehlenden Investoren und einer nicht gesicherten Finanzierung.

Aktueller Stand: Zwei neue Varianten
Im Rahmen eines Workshopverfahrens entwickelten die Hansestadt und Deutsche Bahn jetzt gemeinsam zwei Konzepte: Variante S1 und S2. Beide sehen den Abriss des alten Gebäudes (Empfangs- und Servicegebäudes) sowie den Neubau eines neuen Empfangsgebäudes vor. Der Unterschied liegt vor allem in der Fahrradparkanlage.

Variante S1 setzt auf eine eingeschossige Lösung für das Fahrradparken direkt auf Bahnsteigniveau. Sie bietet eine solide Verbesserung gegenüber dem Bestand und ist kostengünstiger umzusetzen.

Variante S2 integriert ein zweigeschossiges Fahrradparkhaus, das auch von der Giselbertstraße aus ebenerdig zugänglich ist. Dieses Konzept bringt mehr Komfort und eine bessere Anbindung an den Straßenraum und es erfüllt darüber hinaus die Förderkriterien für innovative Verkehrsprojekte besonders gut.

Kosten und Förderung
Variante S1 wird mit rund 29 Millionen Euro veranschlagt, wovon die Hansestadt etwa 8,5 Millionen Euro tragen würde. Davon könnten voraussichtlich 1,7 Millionen Euro über Fördermittel abgedeckt werden – somit bliebe ein Eigenanteil von 6,8 Millionen Euro.

Variante S2 kostet 35,3 Millionen Euro, mit einem kommunalen Anteil von 17,4 Millionen Euro. Dank ihrer Innovationskraft ist sie jedoch deutlich besser förderfähig: Bis zu 9,8 Millionen Euro könnten aus Landes- und Bundesmitteln beigesteuert werden. Der Eigenanteil für die Hansestadt läge dann bei 7,6 Millionen Euro.

Allerdings: Alleine um die Förderung beantragen zu können, müsste die Hansestadt Buxtehude 80.000 Euro in die Hand nehmen, die weg wären, wenn die Förderung nicht bewilligt wird. 

Kritische Fragen eines Bürgers und Bauingenieurs

Nicht zuletzt aus diesem Grund ist der Buxtehuder Bürger Thomas Ringhoff schwer enttäuscht. Der mit Großbauprojekten erfahrene Bauingenieur hatte seinerzeit die Bürgerinitiative Bahnhofretter mitbegründet und jetzt als Zuhörer in der Einwohnerfragestunde der Ausschusssitzung kritische Fragen gestellt.  "Eigentlich bin ich fertig mit dem Thema Bahnhof", sagt er. Weil die Vorschläge der BI damals kein Gehör bei der Stadt gefunden hätten, habe sich die Initiative aufgelöst. Denn Ringhoff hatte während der Coronazeit ein alternatives Konzept vorgestellt, das einen Teilerhalt der bestehenden Substanz als auch den Neubau eines Servicebereiches umfasst hatte - mit der Prämisse, ein für einen Investor interessantes Projekt zu schaffen.

"Als Bürger ärgere ich mich aber sehr, wenn Steuergelder verschwendet werden", sagt Ringhoff. U.a. bezweifelt er, dass die Bahnhofsfläche für die vorgestellten Varianten ausreicht. "Was ist z.B. mit Fluchtwegen?", fragt er. Die Antwort, dass es sich bei der Vorstellung nur um eine Entwurfsidee handele und der Plan noch nicht in trockenen Tüchern sei, befriedigt ihn nicht, zumal die Hansestadt bei dem Projekt unter Zeitdruck steht. Um die Förderung zu erhalten, müssen die Anträge für die Bewilligung der Fördermittel bis zum Sommer eingereicht sein.
Neben den beiden vorgestellten Varianten hält Ringhoff noch eine dritte für diskussionswürdig: Die Neugestaltung des Bahnhofs komplett in die Hände der Bahn zu geben - mit der Konsequenz, in die Planung nicht einbezogen zu werden. "Das wäre jedoch für die Hansestadt Buxtehude die günstigste Lösung", so Ringhoff. "Zumal die Hansestadt das Geld dringend für die Sanierung der Schulen braucht."

Redakteur:

Nicola Dultz aus Buxtehude

Webseite von Nicola Dultz
Nicola Dultz auf Facebook
Nicola Dultz auf Instagram
Nicola Dultz auf YouTube

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

11 folgen diesem Profil

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by PEIQ