„Alles steht und fällt mit der neuen Grundschule“
Buxtehudes Masterplan unter Zeitdruck
- Die gemeinsame Ausschusssitzung beschäftigte sich besonders intensiv mit dem Thema der Grundschulen in Buxtehude
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Die Buxtehuder Schulentwicklung soll mit einem umfassenden „Masterplan Grundschulen“ zukunftsfähig aufgestellt werden. Doch bei der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bau- und Grundstücksmanagement gemeinsam mit dem Ausschuss für Schulen und Sport wurde erneut deutlich: Der Weg dahin ist lang – und ein entscheidender Schritt, die Festlegung eines Standorts für eine neue Grundschule, steht weiterhin aus.
Altkloster führt – aber nicht alle ziehen mit
Die Facharbeitsgruppe, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Schulen, Elternschaft und Verwaltung, hat in mehreren Workshops Szenarien entwickelt und Grundstücke in drei „Fokusräumen“ untersucht: die Giselbertstraße im Norden sowie Ottensen und Altkloster südlich des Bahnhofs. In der Bewertung der Facharbeitsgruppe fiel ein Neubau im Norden ungünstig aus. Am besten schnitt der Standpunkt Altkloster ab, den die Arbeitsgruppe empfiehlt – vor allem wegen der zentralen Lage, vorhandener Infrastruktur und Nähe zu den betroffenen Wohngebieten.
Eine neue Grundschule in Altkloster würde den zuvor entwickelten Prämissen und Zielen am ehesten gerecht werden, erklärte Ulrich Felgentreu (Grüne), der als politischer Vertreter an der Arbeit der Fachgruppen beteiligt war.
Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt will sich jedoch noch nicht festlegen. Das Thema sei „hochkomplex“, und sie geht davon aus: „Es wird weder Szenario eins [Altkloster] noch Szenario zwei [Ottensen]. Wir müssen Kompromisse finden.“
Zeitdruck wächst – und das Grundstück fehlt
Die Zeit drängt: Bereits 2027 müsste die bestehende Grundschule Altkloster, laut Prognose, fünfzügig werden, um den wachsenden Schülerzahlen zu entsprechen. Gesetzlich sind Grundschulen in Niedersachsen jedoch nur vierzügig erlaubt – Ausnahmen sind begrenzt möglich.
Das Planungsbüro empfiehlt daher eine schnelle Entscheidung. Auch Felgentreu betont: „Alles steht und fällt mit dem Bau der neuen Grundschule.“
Aktuell prüft die Verwaltung acht bis neun Grundstücke, so Oldenburg-Schmidt. Diese unterscheiden sich in Lage, Größe, Verfügbarkeit und verkehrlicher Erschließung. Besonders wichtig sind sichere und kurze Schulwege – möglichst wenige Buskinder, idealerweise ohne Bahnquerung. Doch alle drei geprüften Varianten würden für manche Kinder eine Querung unterhalb des Bahnhofs bedeuten. Während die Facharbeitsgruppe das für zumutbar hält, äußerte die Fraktion der Linken deutliche Kritik.
Alte Schulen, neue Wege?
Parallel zur Standortsuche sollen auch die bestehenden Grundschulen untersucht werden. Im Sommer erstellen beauftragte Architekturbüros erste Machbarkeitsstudien für die Schulentwicklungsplanung. Bis zum Winter sollen dann erste Kostenrahmenschätzungen vorliegen. Dafür ist ein schneller Neubau-Standort entscheidend.
Der Masterplan bezieht unter anderem die Grundschulen Am Rotkäppchenweg, Harburger Straße, Stieglitzweg, Altkloster und Hedendorf mit ein. In allen Szenarien ist vorgesehen, die Grundschule Neukloster aufzulösen und gemeinsam mit der Außenstelle Hedendorf zu einer eigenständigen zweizügigen Grundschule zusammenzulegen – an einem Standort mit vorhandener Sporthalle. Ortsbürgermeisterin Anja Heckert (SPD) zeigte dafür wenig Verständnis – insbesondere wegen der mangelnden Kommunikation mit den Ortsfraktionen.
Kritik am Tempo: „Fünf bis zehn Jahre zu spät“
Der Zeitplan ist ambitioniert, doch das bisherige Tempo wird vielerorts als zu langsam empfunden. Auch das Planungsbüro rät zu „schnellem Handeln“, um spätere Engpässe und Ausnahmen zu vermeiden.
Auch bei den bestehenden Grundschulen gibt es großen Sanierungsbedarf – besonders an der Grundschule Stieglitzweg. Laut Architekturbüro Moser sei eine wirtschaftliche Sanierung in Teilen nicht mehr darstellbar. Bürgermeisterin Oldenburg-Schmidt bremste jedoch Erwartungen: „Vielleicht blicken wir in die Zukunft. Das Grundstück wird das erste sein, das wir jetzt eruieren.“
Auf Nachfrage von Elternvertreterin Katharina Mewes zur Übergangszeit während des Neubaus nannte die Vertreterin des Planungsbüros „minimal invasive Interimslösungen“ wie Container oder angepasste Raumnutzung als erste Schritte.
Grünen-Politiker Thomas Lange brachte es auf den Punkt: „Mit dem Plan wurde fünf bis zehn Jahre zu spät angefangen. Den Spiegel können wir uns nur selber vorhalten.“ Die erste Phase des Masterplans, so scheint es, dient vor allem der Schadensbegrenzung.
Wie geht es weiter?
Fürs Erste wurde der Plan mit nur einer Gegenstimme und einigen Enthaltungen angenommen. Nach den Sommerferien soll das passende Grundstück feststehen. Im Herbst folgt eine weitere Werkstattrunde mit den Schulen, im Winter wird die Kostenrahmenschätzung erstellt. Ziel ist ein Ratsbeschluss über den Masterplan im ersten Quartal 2026.
Bis dahin bleibt: Die Richtung stimmt – doch ohne Entscheidung bleibt der Plan ein Papiertiger.
Redakteur:Pauline Bellmann aus Buxtehude |
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