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Der Turm auf dem Götterberg - WOCHENBLATT- Serie "Türme des Nordens": In der Wingst steht der "Deutsche Olymp"

Optisch wenig ansprechend, aber die Aussicht ist schön: der Turm auf dem "Deutschen Olymp"
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  • Optisch wenig ansprechend, aber die Aussicht ist schön: der Turm auf dem "Deutschen Olymp"
  • Foto: Nico Ruhl / Tourismuszentrale Wingst
  • hochgeladen von Jörg Dammann

(jd). Der Name klingt reichlich pompös und ist wohl auch etwas übertrieben: "Deutscher Olymp" steht auf dem Wegweiser an der B73 zwischen Hemmoor und Cadenberge. Die Abzweigung führt in die Wingst, einem bewaldeten Höhenzug, der sich bis zu 70 Meter aus der umliegenden Marschregion erhebt. Wer den Götterberg mit dem Auto ansteuert, fühlt sich an alpine Straßen erinnert: Immerhin ist eine Steigung von 18 Prozent zu bewältigen. Das ist im flachen Norden ziemlich einmalig. Der "Deutsche Olymp" stellt seit mehr als 150 Jahren ein beliebtes Ausflugsziel dar - wegen seines Aussichtsturms, von dem man einen weiten Blick über Marsch und Moor bis jenseits der Elbe genießt. Für die WOCHENBLATT-Serie "Türme des Nordens" also geradezu ein Klassiker.

Mit seiner schnöden Stahlbeton-Bauweise wirkt der jetzige, im Jahr 1973 gebaute Turm wenig imposant. Doch auf die Optik kommt es schließlich nicht an, sondern auf die schöne Aussicht - und die ist für norddeutsche Verhältnisse recht beeindruckend: Da schlängelt sich die Oste wie ein blaues Band durch die grüne Landschaft, auf der Elbe schippern die dicken Pötte und in Schleswig-Holstein ragt ein Wald von Windrädern empor. Ratsam ist es, ein Fernglas dabeizuhaben, um Details besser erspähen zu können. So lässt sich beispielsweise beobachten, wie die neue Elbfähre Cuxhaven-Brunsbüttel unweit der Schleusen des Nord-Ostsee-Kanals ablegt.

Ursprünglich hieß die zweithöchste Erhebung der Wingst Fahlenberg. Ein Gastwirt ließ darauf 1860 ein kleinen Turm errichten und betrieb erstklassiges Marketing: Er taufte die unscheinbare Kuppe auf den Namen "Deutscher Olymp". Die Werbetrommel wurde fleißig gerührt und schnell kamen Besucher von nah und fern. Rund um den "Olymp" entstanden mehrere Ausflugslokale. Schließlich errichtete der geschäftstüchtige Gastronom neben dem damals hölzernen Turm einen Tanzpavillon, aus dem sich das Lokal "Deutscher Olymp" entwickelte. Im Jahr 2012 kaufte die Gemeinde Wingst das Gasthaus, ließ es abbrechen und durch einen modernen Zweckbau mit Kiosk ersetzen.

Nach dem Abstieg vom Turm bietet sich ein Besuch des nahegelegenen Zoos an. Wer einen ganzen Tag Zeit hat und mit Kindern unterwegs ist, sollte unbedingt einige Stunden für den Freizeitpark einplanen. Dort befindet sich eine Attraktion, für man sonst weit fahren muss: eine Sommerrodelbahn. Ebenfalls lohnenswerte Ergänzungen zum Turmbesuch sind der Kurpark mit seinem "Wingster Büdchen", der Waldspielplatz und das Schwimmbad. Auch für Wanderfreunde bietet sich die Wingst an: Kostenloses Kartenmaterial gibt es vor Ort direkt am Aussichtsturm oder es kann über die Tourismuszentrale angefordert werden.

• Mehr Infos unter Tel. 04778-81200 oder im Internet: www.wingst.de

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Jörg Dammann aus Stade

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