Drei Neubauten für Retter
Samtgemeinde Fredenbeck geht Sanierungsstau bei der Feuerwehr mit Investitionen in Millionenhöhe an

Vor dem fast fertigen Feuerwehrhaus in Wedel (v.li.): Ortsbrandmeister Carsten Pfeifer, Elektrofachplaner Christoph Tiedemann, Architekt Bernd Grambow und Nils Sasse vom Fachbereich Bauen im Fredenbecker Rathaus
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  • Vor dem fast fertigen Feuerwehrhaus in Wedel (v.li.): Ortsbrandmeister Carsten Pfeifer, Elektrofachplaner Christoph Tiedemann, Architekt Bernd Grambow und Nils Sasse vom Fachbereich Bauen im Fredenbecker Rathaus
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sb. Fredenbeck. Große Investitionen in das Feuerwehrwesen stehen der Samtgemeinde Fredenbeck in den kommenden Jahren bevor. Bereits im Bau ist das neue Feuerwehrhaus im Ortsteil Wedel, es soll in diesem Frühjahr fertiggestellt werden. In Planung befinden sich ein neues Feuerwehrhaus in Deinste und eines in Mulsum. Zudem soll in zwei Löschfahrzeuge investiert werden: eins für Schwinge und eins für Fredenbeck (s. unten).

Für all diese Investitionen sind in den kommenden Jahren knapp 6,5 Millionen Euro in den Haushalt eingestellt. Der Grund für die drei Neubauten ist an allen drei Standorten der gleiche: Die vorhandenen Gebäude erfüllen nicht die aktuellen Anforderungen. Sie sind zu klein und entsprechen nicht mehr den aktuellen Vorgaben der Feuerwehr-Unfallkasse. Diese schreibt u.a. nach Geschlecht getrennte Umkleideräume, ausreichend große Stellplätze in der Fahrzeughalle für mehr Sicherheit beim Ein- und Aussteigen sowie getrennte Schwarz-Weiß-Bereiche vor. Letzteres bedeutet, dass die Bereiche, die die Feuerwehrleute jeweils mit und ohne Einsatzkleidung betreten, räumlich voneinander getrennt werden, um Kontaminationen mit Giftstoffen zu vermeiden.

Neubau in Wedel bald bezugsfertig

Für das neue Feuerwehrhaus in Wedel wurde von der Samtgemeinde Fredenbeck ein 2.357 Quadratmeter großes Grundstück an der Vorfeldstraße 24 gekauft. Baubeginn war vor rund einem Jahr. Der Neubau verfügt über eine Fahrzeughalle mit zwei Stellplätzen sowie über getrennte Sanitär- und Umkleideräume für weibliche und männliche Feuerwehrleute, Sozialräume für Schulungen, ein Brandmeisterbüro und einen Haustechnikraum. Beim Bau brachten sich die Feuerwehrleute mit sehr viel Eigenleistung ein. Diese reicht von Tiefbauarbeiten bis zur Parkplatzgestaltung mit Beleuchtung, Entwässerung und Pflasterarbeiten. Die Kosten für den Neubau liegen bei rund 1,33 Mio. Euro.

Für die neuen Feuerwehrhäuser in Deinste und in Mulsum hat der Samtgemeinderat im Oktober 2021 die erforderlichen Änderungen des Flächennutzungsplans auf den Weg gebracht. In Deinste wurde bereits ein Grundstück am Loher Weg gekauft, die Fläche wurde bisher landwirtschaftlich genutzt. Das neue Deinster Feuerwehrhaus soll auch einen Raum für die Dorfgemeinschaft erhalten. Für den Neubau sind rund 1,5 Mio. Euro in den Haushalt eingestellt: 1,1 Mio. in diesem Jahr und 445.000 Euro in 2023.

Das neue Feuerwehrhaus in Mulsum soll etwas außerhalb des Dorfes an der Stader Straße entstehen. Auch hier wird zurzeit Landwirtschaft betrieben. Hier rechnet die Samtgemeinde mit Baukosten von rund 3,5 Mio. Euro. Davon sind in diesem Jahr 50.000 Euro in den Haushalt eingestellt, 2 Mio. Euro im Haushalt 2023 und 1 Mio. im Haushalt 2024.

Zwischenlösung für die Kleiderkammer

Was mit dem alten Gebäude der Fredenbecker Feuerwehr geschieht, steht noch nicht fest. Der Feuerschutzausschuss der Samtgemeinde Fredenbeck hatte auf seiner Sitzung Ende November über einen Antrag des Gemeindebrandmeisters Sven Dammann beraten, den Altbau übergangsweise als Kleiderkammer für die Feuerwehr zu nutzen. Bei der bisherigen Kleiderkammer am Feuerwehrhaus in Fredenbeck herrscht Platznot, weil aufgrund steigender Mitgliederzahlen und gesetzlicher Vorgaben immer mehr Schutzbekleidung bereitgehalten werden muss. Langfristig wäre zu überlegen, bei den in Planung befindlichen Neubauten der Feuerwehrhäuser in Deinste oder in Mulsum eine neue Kleiderkammer zu errichten. Der Ausschuss befürwortete den Antrag auf die Zwischenlösung in Wedel einstimmig unter der Voraussetzung, dass hierfür keine zusätzlichen Kosten entstehen. 

Zwei neue Fahrzeuge

Sowohl bei der Freiwilligen Feuerwehr in Schwinge als auch in Fredenbeck sind die jeweiligen Löschfahrzeuge (LF 8) aus Altersgründen zu ersetzen. Nach dem derzeitigen Stand der Haushaltsplanberatungen stellt die Samtgemeinde Fredenbeck 230.000 Euro für das Schwinger Fahrzeug und 350.000 Euro für das Fredenbecker Fahrzeug bereit. 

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Autor:

Stephanie Bargmann aus Stade

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