Grundsteinlegung für den Baumwipfelpfad am Wildpark Lüneburger Heide
Ein Wahrzeichen für ganz Norddeutschland

Den Grundstein an der Kette (vorne v.li.): Norbert Tietz, Landrat Rainer Rempe, Alexander Tietz und Hanstedts Samtgemeinde-Bürgermeister Olaf Muus
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  • Den Grundstein an der Kette (vorne v.li.): Norbert Tietz, Landrat Rainer Rempe, Alexander Tietz und Hanstedts Samtgemeinde-Bürgermeister Olaf Muus
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bim. Hanstedt. Den Blick aus 40 Metern Höhe über die Lüneburger Heide schweifen lassen - das soll der Baumwipfelpfad ermöglichen, der den passenden Namen "Heide-Himmel" trägt und der derzeit am Wildpark Lüneburger Heide in Hanstedt-Nindorf auf Initiative der Wildpark-Chefs Norbert und Alexander Tietz entsteht. Nach zweijähriger Planung wurde dort jetzt der Grundstein gelegt für das Leuchtturm-Projekt, das Besucher aus ganz Norddeutschland anlocken wird.
Das ist geplant: Über einen 700 Meter langen, auf Stahlstreben ruhenden Pfad mit einer Steigung von etwa fünf Prozent erreichen die Besucher den 40 Meter hohen Aussichtsturm, der nach dem Wilseder Berg die zweithöchste touristische Erhebung in der Lüneburger Heide sein wird. Über Informationstafeln auf Podesten entlang des Pfades wird über Aspekte des Natur- und Umweltschutzes informiert. Ein in den Turm integrierter Aufzug ermöglicht es auch Rollstuhlfahrern und Menschen, die nicht so gut zu Fuß unterwegs sind, die Aussichtsplattform zu erreichen.
Neben der Planungsfirma Hochkant wurde für den Stahlbau mit der Biedenkapp GmbH ein renommiertes Unternehmen aus dem Allgäu beauftragt, das u.a. die Unterkonstruktion der Bundestagskuppel realisierte sowie die Baumwipfelpfade in Bad Harzburg, Bad Iburg und Scheidegg, das nur wenige Kilometer von seinem Geburtsort entfernt liege, wie Norbert Tietz berichtete.
"Der Baumwipfelpfad wird ein Umwelt- und Naturleuchtturm, der weit über die Grenzen der Lüneburger Heide leuchten wird", ist Alexander Tietz überzeugt. So wie viele andere, darunter Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD), der im vergangenen Mai einen Zuwendungsbescheid des Landes in Höhe von 2,1 Millionen Euro für dieses Vorzeigeprojekt überreichte.
"Der Baumwipfelpfad ist ein schönes Beispiel, wie unternehmerische Visionen Realität werden", lobte Landrat Rainer Rempe. Die Wildpark-Chefs Norbert und Alexander Tietz hätten bereits mit dem 2013 eröffneten Schäferdorf Weitblick bewiesen. Es gehöre auch unternehmerischer Mut dazu, ein 6,5-Millionen-Euro-Projekt anzugehen. "Alle sind überzeugt, dass das Projekt ein Erfolg wird. Ich hoffe, es wird ein Wahrzeichen für ganz Norddeutschland", so Rempe. Zu dem einzigartigen Blick, den der Baumwipfelpfad eröffnen wird, sagte er: "Ich freue mich darauf, wenn uns bei gutem Wetter Hamburg zu Füßen liegt." Das Projekt werde den Tourismus in jedem Fall weiter beleben. "So etwas funktioniert, wenn alle von Anfang an an einem Strang ziehen."
Das bestätigte Hanstedts Samtgemeinde-Bürgermeister Olaf Muus, der gleichzeitig Vorsitzender des Naturparks Lüneburger Heide ist. "Alle Beschlüsse zur Flächennutzungs- und Bebauungsplanänderung wurden einstimmig binnen neun bis zwölf Monaten gefasst. Schneller geht es nicht." Mit dem "Heide-Himmel" hätte Familie Tietz zudem einen Namen gefunden, der symbolisch für die Region stehe.
Derzeit werden die Versorgungsleitungen gelegt und die Fundamente für die Stahlstreben, die den Pfad tragen werden, gegossen. Die Eröffnung soll voraussichtlich im August oder September gefeiert werden.

Hauptturm wiegt 1.200 Tonnen

Frank Mayer von der ausführenden Stahlbaufirma Biedenkapp nannte einige Zahlen: "Der Turm, der hier entsteht, toppt den des Baumwipfelpfads in Bad Iburg", sagte er. Weitere Besonderheit: Während andere Baumwipfelpfade von kommunalen Einrichtungen betrieben würden, sei es hier die Familie Tietz.
Der insgesamt 700 Meter lange "Heide-Himmel" werde bestehen aus 16 Masten mit je vierteiligen Fachwerkelementen, darauf Brücken oder Stege mit 23 bis 34 Metern Länge, auf die hölzerne Gehbeläge kommen. 300 Kubikmeter Holz und 70.000 Schrauben würden verbaut, zudem 1.000 Kubikmeter Beton für Fundamente und Turm sowie 120 Tonnen Betonstahl. Die Stahlkonstruktion wiege insgesamt 600 Tonnen. Der Hauptturm habe später ein Gesamtgewicht von 1.200 Tonnen.
Jan Heißmann vom gleichnamigen Erdbauunternehmen berichtete, dass bereits mehrere 10.000 Tonnen Schotter und Sand bewegt worden seien.

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