Verein Naturpark Lüneburger: Umfrage läuft
Was tun bei menschlichen Bedürfnissen?
- Beispiel Schweiz: Hier gibt es öffentliche Komposttoiletten an Wegesrändern
- Foto: Kompotoi/Naturpark Lüneburger Heide e.V.
- hochgeladen von Gabriele Poepleu
Ein unangenehmes Thema, aber der Naturpark Lüneburger Heide will es jetzt angehen: Menschen, die in der Natur ihre kleinen und großen Geschäfte verrichten und entsprechenden Hygienemüll zurücklassen.
Derzeit wird bei dem Verein eine "Konzeptstudie zur nachhaltigen Sanitärversorgung und gegen Hygienemüll in der Landschaft" erarbeitet. Das Ziel: Man will besonders eklige "Hotspots" hinter Wacholdern oder Büschen finden, um dort zusammen mit betroffenen Städten und Gemeinden "nachhaltige Lösungen" für eine bessere "Sanitärversorgung" zu finden. Das könnten zum Beispiel Komposttoiletten sein. Manchmal reiche eventuell schon ein Schild oder Aufklärungsarbeit.
"Es gibt zu diesem Thema keine systematische Erhebung", erklärt die Geschäftsführerin des Naturpark-Vereins, Hilke Feddersen. Deshalb sollen Bürger, Kommunen, Touristiker befragt werden, "die draußen unterwegs sind und ihre Problemzonen kennen." Die erste Befragungsphase ist schon gelaufen: Mehr als 70 Mitteilungen sind bislang eingegangen, berichtete der Verein. Diese Meldungen wurden auf einer digitalen Karte eingetragen, auf der die Standorte öffentlich eingesehen werden können.
Der Verein Naturpark ruft jetzt alle Einheimischen auf, sich auf der Karte ein Bild der Lage zu machen und sachdienliche Kommentare dazulassen, um noch genauere Informationen zu bekommen. Hinweise sind auch jederzeit per Mail an eco-stop@naturpark-lueneburger-heide.de möglich. Gemeldet werden können fehlende, verschlossene oder nicht barrierefreie Toiletten, herumliegende benutzte Feuchttücher, Windeln, unangenehme menschliche Hinterlassenschaften in der Landschaft und ähnliche Missstände.
Erste Ergebnisse gibt es schon: In Niederhaverbeck, Schneverdingen oder im Büsenbachtal, am Brunsberg und in der Kronsbergheide bei Amelinghausen scheint es immer wieder Probleme mit den "Geschäften" zu geben. Bis Ende Oktober soll ein Katalog für Kommunen entstehen, der auch Lösungen verständlich zusammenfasst und als Leitfaden dienen kann.
Der Verein Naturpark will später noch einen Schritt weitergehen: „Im Moment ist es außerhalb von Pilotprojekten nicht erlaubt, kompostierte menschliche Hinterlassenschaften auf die Felder auszubringen, obwohl sie wichtige Stoffe wie Phosphor, Stickstoff oder Kalium enthalten und guter Dünger wären“, erläutert Feddersen. Große Hoffnung setzt sie auf eine der sehr wenigen Kompostierungsanlagen in Deutschland. Die befindet sich praktischerweise direkt in der Lüneburger Heide, nämlich in der Samtgemeinde Hanstedt. "Je nachdem, ob und wie viele neue Toilettenstandorte es geben wird und ob sie als Kompost-Toiletten betrieben werden oder nicht, könnte hier eine Kooperation sehr hilfreich sein", damit die kompostierten Hinterlassenschaften am Ende nicht als Restmüll entsorgt werden müssen.
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