Das neue Wahrzeichen des Landkreises

Die Metropolregion Hamburg ist um eine Attraktion reicher - und diese steht mitten im Landkreis Harburg. Am Donnerstag wurde der Baumwipfelpfad "Heide-Himmel" des Wildparks Lüneburger Heide in Hanstedt-Nindorf feierlich eröffnet. Vize-Ministerpräsident Bernd Althusmann (CDU) gratulierte Norbert und Alexander Tietz zu ihrem 6,5-Millionen-Projekt.
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  • Die Metropolregion Hamburg ist um eine Attraktion reicher - und diese steht mitten im Landkreis Harburg. Am Donnerstag wurde der Baumwipfelpfad "Heide-Himmel" des Wildparks Lüneburger Heide in Hanstedt-Nindorf feierlich eröffnet. Vize-Ministerpräsident Bernd Althusmann (CDU) gratulierte Norbert und Alexander Tietz zu ihrem 6,5-Millionen-Projekt.
  • hochgeladen von Sascha Mummenhoff

Spektakuläre Aussicht: Baumwipfelpfad "Heide-Himmel" seit Donnerstag offiziell eröffnet.

mum. Hanstedt-Nindorf.
Bislang war die Heide der größte Tourismus-Faktor im Landkreis Harburg. Das könnte sich nun ändern. Am Donnerstag wurde der Baumwipfelpfad "Heide-Himmel" feierlich eröffnet. Norbert und Alexander Tietz, die beiden Geschäftsführer des Wildpark Lüneburger Heide, setzen mit dem Projekt neue Maßstäbe im Bereich Tourismus. Die 6,5 Millionen Euro teure Attraktion bietet den Besuchern nicht nur einen spektakulären Blick bis Hamburg, sondern bringt ihnen auch die Natur auf besondere Art und Weise nah.
Sprichwörtlicher Höhepunkt des 700 Meter langen Pfades ist ein 45 Meter hoher, barrierefreier Aussichtsturm, der eine einzigartige Fernsicht, unter anderem bis ins 35 Kilometer entfernte Hamburg, ermöglicht. "Bei gutem Wetter kann man bis in den Hafen schauen", sagt Norbert Tietz. Mit einem Aufzug gelangen Rollstuhlfahrer und Menschen mit Handicap auf die Plattform. Wer es lieber sportlich mag, der nutzt einen auf Stahlstreben ruhenden Pfad mit einer durchschnittlichen Steigung von etwa fünf Prozent. Herzstück des Projekts ist ein naturpädagogischer Baumwipfelpfad, der den Besuchern die heimische Flora und Fauna näher bringt und den Natur- und Umweltschutz thematisiert. Dazu sind entlang der Strecke Stationen in luftiger Höhe eingerichtet, an denen pädagogische Inhalte vermittelt werden. Vom Aussichtsturm Richtung Süden hat man einen wunderbaren Blick auf den Ahrwald mit seinem schönen Buchenmischbestand. "Ein weiterer Höhepunkt ist der Blick aus der Vogelperspektive auf unsere Wolfsrudel, denn der Pfad führt direkt an ihrem Gehegen entlang", so Alexander Tietz.
Der Baumwipfelpfad ist ein ganzjähriges Naturerlebnis, das an die Wildpark-Öffnungszeiten gekoppelt ist. Die Besucher erreichen das Areal über eine neue Straße, die am Schäferdorf des Wildparks vorbeiführt. Auf einem neuen Parkplatz stehen 350 Parkplätze zur Verfügung. Innerhalb des Aussichtsturmes wird es ein gastronomisches Angebot geben.

70.000 Schrauben und viel Holz
Der Bau des Baumwipfelpfads "Heide-Himmel" erfolgte in Rekordzeit. Hier ein paar technische Daten:
Planungszeit: 2 Jahre
Bauzeit: etwa 6 Monate
Investment: 6,5 Millionen Euro
Öffentliche Fördergelder: 2,1 Millionen Euro
Gesamthöhe Aussichtsturm mit Aufzug: 45 Meter
Fläche der obersten Aussichtsplattform: etwa 150 Quadratmeter
Pfadhöhen: bis zu 21 Meter
Gesamtwegelänge: etwa 700 Meter
Brückenbreite: 1,85 Meter (barrierefrei)
Durchschnittliche Steigung: etwa 5 Prozent
Belag: 350 Kubikmeter Lärchenholz, befestigt mit 70.000 Schrauben
Material für Fundamente, Masten und Turm: etwa 1.000 Kubikmeter Beton, 600 Tonnen Brückenstahl und 120 Tonnen Betonstahl  

Günstiger mit dem Kombiticket
Öffnungszeiten:
"Heide-Himmel" und Wildpark Lüneburger Heide sind ganzjährig geöffnet. Für den "Heide-Himmel" gelten folgende Öffnungszeiten: Vom 1. März bis zum 31. Oktober von 8 bis 19 Uhr (Kassenschluss: 17.30 Uhr) sowie vom 1. November bis zum 28. Februar von 10 bis bis 16 Uhr (Kassenschluss: 15 Uhr).
Der Wildpark ist vom 1. November bis zum 28. Februar von 9.30 bis 16.30 Uhr geöffnet (Kassenschluss: 15.30 Uhr).
Preise:
Erwachsene zahlen 9 Euro; das Kombiticket für "Heide-Himmel" und Wildpark kostet 19 Euro. Kinder (drei bis 14 Jahre) sind mit 6 Euro dabei; das Kombiticket gibt es für 14 Euro. Die Familienkarten für den "Heide-Himmel" kosten 28 Euro (zwei Erwachsene und zwei Kinder), beziehungsweise 33 Euro (zwei Erwachsene und drei Kinder). Gruppen (ab 20 Personen) zahlen 8 Euro - Kombiticket 18 Euro. Kinder sind im Gruppentarif für 5 Euro dabei (Kombiticket 13 Euro). Die Jahreskarte kostet 33 Euro für Erwachsene (Kombiticket 79 Euro) beziehungsweise 22 Euro für Kinder (Kombiticket 49 Euro). Der Eintritt für den Wildpark kostet für Erwachsene 12 Euro beziehungsweise 10 Euro für Kinder.
Hunde dürfen nicht mit auf den Baumwipfelpfad. Gern kann für die Vierbeiner ein Hunde-Apartment für 3,50 Euro gemietet werden.
Adresse:
Wildpark 1
21271 Nindorf-Hanstedt
Internet:
www.heide-himmel.de

Tierpark mit Ansehen
340.000 Besucher pro Jahr / Übernachten im "Schäferdorf", Essen im "Grillhus"

Der Wildpark Lüneburger Heide ist als Freizeit- und Familienattraktion in der Region fest verwurzelt und untrennbar mit der Familie Tietz verbunden. Vater Norbert (73) und Sohn Alexander (36) managen einen modernen Tierpark mit hohem Ansehen und Bekanntheitsgrad. Etwa 340.000 Besucher begrüßt der Park jährlich und ist mit mehr als 100 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber der Region.
Die Erfolgsgeschichte begann vor fast 30 Jahren. Damals war der gelernte Werbekaufmann Norbert Tietz noch Geschäftsführer im Heide-Park Soltau. "Es gab Ende der 1980er Jahre Gutachten, die einen erhöhten Bedarf an naturverbundenen Freizeitattraktionen vorhersagten und Wildpark-Gründer Georg Friedrich von Krogh suchte einen Nachfolger", erinnert sich Norbert Tietz. Nach etwa einem Jahr Bedenkzeit übernahm Tietz, krempelte die Ärmel hoch und legte los: Die Tiergehege wurden modernisiert, das Areal neu umzäunt, das heutige Eingangsgebäude entstand. "Wir wollten den Besuchern vermitteln, dass der Wildpark mehr zu bieten hat, als ein paar Rehe und Wildschweine."
Tietz erinnert sich: "Wir hatten als erster Park im Norden eine Greifvogelshow und als wir uns Ende der 1990er dem zoologisch interessantem Thema der Schneeleoparden widmeten, erklärten uns viele für verrückt." Aus heutiger Sicht sei es genau die richtige Entscheidung gewesen, diese tolle Tierart in den Park zu holen.
Sohn Alexander hat diese Entwicklung von Kindesbeinen an miterlebt und wurde vom Vater früh in alle Entscheidungen einbezogen. Nach abgeschlossenem BWL-Studium und der Mitarbeit im Europa-Park (Rust) stieg er 2007 in das Unternehmen ein. "Die Führung eines Tierparks ist ein unendlich spannendes Betätigungsfeld. Zwar arbeitsintensiv, aber eben auch sehr abwechslungsreich und interessant", so Alexander Tietz. Besonders wichtig ist dem Junior-Chef seine Philosophie: "Ich möchte, dass unsere Besucher spüren, dass wir das, was wir tun, mit Leidenschaft machen." Dazu gehöre es auch, immer neue Ideen zu entwickeln. Das "Schäferdorf" (www.schaeferdorf.de) ist eines dieser Projekte, zu dem die wesentlichen Impulse vom Junior stammen. "Die Nachfrage nach Übernachtungsmöglichkeiten wurde immer größer, und mit der Möglichkeit, Tiere und Natur im Urlaub hautnah zu erleben, haben wir den Nerv der Menschen getroffen." Seit 2015 gehört auch das ehemalige Landgasthaus "Zum braunen Hirsch" zum Unternehmen. Familie Tietz machte daraus das "Grillhus zum Hirsch’n" (www.grillhus.de), ein modernes Steak-Restaurant.

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