Stiller Abschied mit Blick nach vorn
Auf Kirchenabriss in Harsefeld folgt besonderes Wohnhaus

Die Tage der katholischen Kirche in Harsefeld sind gezählt    | Foto: sb
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  • Die Tage der katholischen Kirche in Harsefeld sind gezählt
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Mit einem feierlichen Gottesdienst ist die katholische Kirche St. Michael in Harsefeld Ende Januar profaniert worden. Damit endete nach 60 Jahren die Geschichte des Gotteshauses. Die Reliquie wurde aus dem Altar entnommen und das Ewige Licht gelöscht – ein symbolträchtiger Moment für die Gemeinde.

Auch wenn die baulichen Mängel unübersehbar waren – das Dach war undicht, die Heizung veraltet –, fällt der Abschied vielen schwer. Besonders an der Orgel hängen viele Herzen. Erst vor rund 30 Jahren angeschafft, wurde sie durch großzügige Spenden der Gemeindemitglieder finanziert. „Für gebrauchte Kirchenorgeln gibt es einen Markt“, sagt Katja Sobanja, leitende Seelsorgerin der Gemeinde Mariä Himmelfahrt). „Da unsere Orgel relativ kompakt gebaut ist, wird sich sicher bald eine neue Gemeinde für sie finden.“

Auch andere kirchliche Einrichtungsgegenstände sollen weitergegeben werden: Der kunstvoll gestaltete Tabernakel wird ebenfalls einer neuen Gemeinde überlassen. Viele Gegenstände wie das Kreuz aus dem Altarraum, das Kirchengestühl oder die 14 Kreuzwegstationen werden verschenkt oder gespendet – ein Weiterleben im neuen Kontext.

Eine gute Nachricht gibt es für Pilger: Die Rotenburger Werke, die das Grundstück übernommen haben, sichern den Erhalt der Pilgerunterkunft zu. Der bisherige Raum im Altbau muss zwar dem Abriss weichen, doch die Übernachtungsmöglichkeit wird an anderer Stelle im Gebäudekomplex neu eingerichtet. Da der Kirchenabriss erst erfolgt, wenn die Gemeinde den Bebauungsplan geändert hat, bleibt die Unterkunft auch in der Pilgersaison 2026 (Ostern bis Oktober) geöffnet. Der Raum wird jährlich rund 80 bis 100 Mal genutzt – ein Zeichen dafür, dass St. Michael weiterhin ein Ort der Gastfreundschaft bleibt.

Die Kirche mit Kirchturm aus Rohrschachtbeton – ein Symbol für die pragmatische Nachkriegsarchitektur – wird bald der Vergangenheit angehören. Doch die Idee eines Ortes der Gemeinschaft lebt weiter: Auf dem Gelände entsteht ein Wohnhaus für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Der moderne Gemeindesaal (kl. Foto re.) bleibt erhalten und kann weiterhin für kirchliche oder soziale Zwecke genutzt werden.
So schließt sich der Kreis: Aus einem Ort des Glaubens wird ein Ort der Fürsorge. Und was bleibt, ist die Erinnerung – und ein neuer Anfang.

Die Tage der katholischen Kirche in Harsefeld sind gezählt    | Foto: sb
Katja Sobanja | Foto: sb
Der Gemeindesaal bleibt erhalten | Foto: sb
Die Orgel soll verkauft werden | Foto: sb
Redakteur:

Stephanie Bargmann aus Stade

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