Bedenken geäußert
Harsefelder wegen möglicher Bebauung in der Nachbarschaft in Sorge

Nachbarn in Sorge: Gaby und Heiner Kaiser (Mitte), Werner Ziemann (li.) sowie Christoph Zecha und Stefanie Ahrens haben eine Stellungnahme an die Gemeinde geschickt
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jab. Harsefeld. Die Anwohner rund um die Gewerbefläche in der Mittelfelder Straße in Harsefeld sind besorgt. Wo jetzt das Betriebsgelände einer Baufirma ist, könnten künftig Mehrfamilienhäuser entstehen. Das allein wäre kein Problem, sagen die Anwohner. Nur wie ein mögliches Vorhaben umgesetzt werden soll, bereitet ihnen Bauchschmerzen. Nicht nur um sich und ihre Grundstücke machen sie sich dabei Gedanken, auch die Natur und Tierwelt sehen sie bedroht.

"Wir haben absolut nichts gegen eine Nachverdichtung", sagen Gaby und Heiner Kaiser. Das schone schließlich die Außenflächen der Gemeinde. Dennoch müssen solche Projekte mit Bedacht ausgeführt werden. An ihr Grundstück in der Straße Am Bahnhof-Süd grenzt seit Jahren das Betriebsgelände eines Bauunternehmens. Da die Firma bald in das Gewerbegebiet an der Griemshorster Straße umziehen wird, kann die Fläche anschließend bebaut werden. Das störe sie gar nicht, doch was sie aus der Harsefelder Politik gehört haben wollen, treibt ihnen die Sorgenfalten auf die Stirn.

Stellungnahme zur Auslegung abgegeben

"Bis zu 80 Wohneinheiten könnten hier auf der ca. 14.000 Quadratmeter großen Fläche entstehen mit bis zu 200 neuen Nachbarn. Das sind mehr als jetzt in den umliegenden Straßen zusammen", sagt Heiner Kaiser. Dazu könnten dann ca. 120 Parkplätze für die Anwohner kommen. Wenn die morgens alle zur Arbeit fahren, sieht er bereits den Verkehrsinfarkt. Für so viel Verkehrsbewegung sei die Infrastruktur ihres Wohngebietes gar nicht ausgelegt, finden die Anwohner.

Derzeit läuft die öffentliche Auslegung zur Änderung des Bebauungsplans (Nr. 8 "Querweg"). Daher haben sich zehn Familien bzw. Anwohner, sowohl Eigenheim-Besitzer als auch Mieter, zusammengeschlossen und ihre Bedenken schriftlich bei der Verwaltung eingereicht. Unter anderem befürchten sie, dass die Gebäude sehr dicht an ihre Gärten und Häuser heranrücken. Würde dann beispielsweise ein Gebäude mit zwei Vollgeschossen und einem Teilgeschoss errichtet, wie in der Nachbarschaft bereits geschehen, hätten sie erheblichen Schattenwurf und große Einbußen in ihrer Privatsphäre. Sie sehen ihre Lebens- und Wohnqualität gefährdet, aber auch ihre Pflanzen und damit verbunden die Tiere wie Vögel und Insekten.

Wünsche geäußert

Daher wünscht sich Gaby Kaiser auf dem Grundstück mehr Grün, Büsche, Bäume und Dachbegrünung. Bei den neuen Häusern in der Nachbarschaft sei alles grau in grau und die meisten Flächen versiegelt. Sie selbst sorgt in ihrem Garten für eine naturnahe Gestaltung. Das hätte sie gern auch bei Neubauten.
Aber auch möglicher Lärm beschäftigt die Anwohner. Sie wünschen sich, dass die Eingänge neuer Mehrfamilienhäuser nicht in Richtung ihrer Gärten liegen, sondern zur Straße, damit es hinter dem Gebäude und in ihren Gärten ruhiger ist.

Sorgen sollen ernst genommen werden

Heiner Kaiser wandte sich an die Harsefelder Fraktionen, die ihm versprachen, die Sorgen der Anwohner ernst zu nehmen. Das lässt die Anwohner hoffen. Auch von Gemeindedirektorin Ute Kück gab es eine Antwort. Gegenüber dem WOCHENBLATT sagte sie zudem, dass die Chancen groß seien, dass die Stellungnahme der Bürger Gehör findet und den Anwohnern entgegen gekommen wird. "Wir müssen dann eine Kompromisslösung suchen", so Kück. Allerdings könne auch sie noch nichts zur zukünftigen Planung auf dem Grundstück sagen. "Noch liegt kein Konzept vor."

Die Anzahl der Betriebe nimmt weiter zu
Autor:

Jaana Bollmann aus Stade

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