"Ich zeige jetzt jeden an"

Holger Döring ist stinksauer: Er will dafür sorgen, dass seine Sandgrube künftig nicht mehr von Unbefugten betreten wird
3Bilder
  • Holger Döring ist stinksauer: Er will dafür sorgen, dass seine Sandgrube künftig nicht mehr von Unbefugten betreten wird
  • hochgeladen von Jörg Dammann

jd. Harsefeld.

Baggersee-Besitzer reicht es: Ungebetene Besucher verursachten hohen Schaden. Wer kennt das nicht aus seiner Jugendzeit: Die Fete am Baggersee. Man schlüpfte an lauen Sommerabenden durch ein Loch im Zaun einer Kies- oder Sandgrube, machte ein kleines Feuerchen, trank Dosenbier und hüpfte zur Erfrischung ins Wasser. Das war zwar verboten, aber wen kratzte das. Nicht anders war das bislang in Harsefeld: Die Sandgrube am Gewerbegebiet "Im Sande" ist bei den jungen Leuten ein beliebtes Ziel. Wenn es wärmer wird, tummelt sich dort zu später Stunde allerlei Volk. "Doch jetzt ist Schluss mit lustig", sagt Eigentümer Holger Döring. Er will künftig jeden anzeigen, den er auf dem Gelände erwischt. Der Grund: Unbekannte Täter beschädigten die beiden Radlader, die in der Grube zum Verladen des Sandes eingesetzt werden (das WOCHENBLATT berichtete). Ein Fahrzeug kann Döring wohl verschrotten: Es kippte um und der Motor fraß sich fest. Wahrscheinlich Totalschaden.

War es ein Dummer-Jungen-Streich oder das Werk mieser Langfinger? Was sich am vergangenen Wochenende in der Harsefelder Sandgrube tatsächlich abspielte, ist nicht ganz klar: Jedenfalls versuchte jemand, zunächst den größeren der zwei Radlader kurz zu schließen. Das gelang zwar nicht, doch die Elektronik wurde beim Startversuch komplett zerstört. Mit dem zweiten Radlader kamen die "Fahrzeug-Knacker" auch nicht weit: Der sprang zwar an, doch eine Böschung am Rande der Sandgrube erwies sich als unüberwindliches Hindernis: Das Fahrzeug schaffte die Steigung nicht und fiel auf die Seite. "Da wird sich jemand ganz böse wehgetan haben. Die Idioten können froh sein, dass niemand unter dem Radlader gelandet ist", meint Döring. Er schätzt den Gesamtschaden auf mindestens 20.000 Euro.

Der Inhaber eines Bauunternehmens betreibt die Sandgrube seit vielen Jahren. Schon öfter habe er Ärger mit Jugendlichen gehabt, die auf dem Areal randalieren oder irgendwelchen Unfug anstellen. "Dort finden regelrechte Grillpartys statt" berichtet Döring. Entsprechend verdreckt sei das Gelände. Mehr als 20 "Badegäste" auf einmal habe er schon vom Baggersee verscheucht. Die Sache mit den Radladern brachte jetzt das Fass zum Überlaufen: Der Bauunternehmer will in Zukunft kein Auge mehr zudrücken. "Das Betreten der Sandgrube gilt als Hausfriedensbruch und wird entsprechend zur Anzeige gebracht." Döring erwägt, einen Sicherheitsdienst zu beauftragen, der regelmäßig Patrouille fährt.

Die Polizei ermittelt nun wegen versuchten Diebstahls und Sachbeschädigung. Die Frage, ob übermütige Jugendliche nur ein paar Runden drehen wollten oder Ganoven vorhatten, die Radlader zu klauen, ist für Döring allerdings unerheblich: "Egal, wer es war. Ich habe den Ärger und den Schaden." Der Bauunternehmer hat jetzt eine Belohnung in Höhe von 2.000 Euro ausgesetzt: "Das Geld erhält derjenige, der einen eindeutigen Tipp geben kann, der zur rechtskräftigen Verurteilung der Täter führt", erklärt Döring.

• Hinweise an die Polizeistation Harsefeld: Tel. 04164 - 90 95 90

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Service
Die Grafik zeigt, wie stark die Zahlen in dieser Woche gestiegen sind

Inzidenzwert im Landkreis Stade über 100: Jetzt droht verschärfter Lockdown
Wert in vier Tagen verdoppelt: Höchste Sieben-Tage-Inzidenz in diesem Jahr im Kreis Stade

jd. Stade. Die Corona-Zahlen im Landkreis Stade gehen gerade durch die Decke: Erstmals in diesem Jahr ist die Sieben-Tage-Inzidenz über den Wert von 100 gestiegen. Am Sonntag, 11. April, wird ein Inzidenzwert von 113,0 gemeldet. Zuletzt gab es einen so hohen Wert am 28. Dezember (112,5). Damit hat sich die Sieben-Tage-Inzidenz innerhalb von nur vier Tagen verdoppelt. Am Mittwoch lag sie noch bei 56,2. Die hohe Sieben-Tage-Inzidenz von 113,0 ist Folge der seit Tagen steigenden Zahl an...

Panorama

Für den 10. April 2021
Corona-Zahlen im Landkreis Harburg

(bim). Am Samstag, 10. April, meldete der Landkreis Harburg keinen weiteren Corona-Toten. Es gab 266 aktive Fälle (-8) und eine Inzidenz von 66,03, am Freitag lag der Inzidenzwert noch bei 55,81. Seit Ausbruch der Pandemie wurden 5.589 (+40) Corona-Fälle im Landkreis gemeldet, davon sind bislang 5.226 (+48) wieder genesen. 553 Personen befinden sich in Quarantäne, davon 266 positiv Getestete. Sechs Menschen werden auf Intensivstationen beatmet. Die aktuellen Corona-Zahlen in den einzelnen...

Wirtschaft
Das Dow-Werk in Stade-Bützfleth

Chemiewerk führt Verkaufsgespräche über Unternehmensteile
Dow Stade: Verkauf wird konkreter

sb/jd. Stade. Die Pläne der Dow in Stade, Teile des Chemiewerks an der Elbe zu verkaufen, werden konkreter. Erste Verhandlungen seien angelaufen, teilt das Unternehmen mit. Betroffen sind Teile der Infrastruktur und des Dienstleistungsbereichs. Verkaufs-Überlegungen für Stade seien Teil einer weltweiten Firmen-Strategie, teilte Firmensprecher Stefan Roth mit. Bereits im Juli 2020 habe Dow global angekündigt, die Nicht-Produktionsbereiche zu überprüfen im Hinblick auf die Möglichkeit, eine...

Sport
Den 31:19-Sieg über Ketsch bejubelte das Luchse-Team euphorisch
2 Bilder

1. Handball-Bundesliga
"Luchse" mit verdientem 31:19-Heimsieg

(cc). Die Hoffnung auf den Klassenverbleib in der 1. Bundesliga lebt: Am Samstagabend hat sich die abstiegsbedrohte Mannschaft der Handball-Luchse (HL) Buchholz 08-Rosengarten verdient mit 31:19 (Halbzeit: 16:10) Toren in heimischer Nordheidehalle gegen die Kurpfalz Bären aus Ketsch durchgesetzt. Beste Werferin war Kim Berndt mit acht Toren. "Meine Mannschaft hat zu 90 Prozent das umgesetzt, was ich ihr vorgegeben habe. Bis auf unsere kurze Schwächephase in der ersten Halbzeit ist uns ein...

Panorama
Ein Hinweisschild - wie auf dieser Fotomontage - könnte bereits am Eingangstor des Impfzentrums für Klarheit sorgen

Stader Impfzentrum: "Heute nur AstraZeneca im Angebot"
Impfen ist kein Wunschkonzert: Wer umstrittenen Impfstoff nicht will, muss wieder gehen

jd. Stade. "Hier gibt es nur Astra": Hängt solch ein Schild an einer Kneipe, dann weiß jeder Gast, dass nur diese eine Biersorte im Ausschank ist. Ähnlich wie ein Kneipenwirt würde auch Nicole Streitz, Leiterin des Stader Impfzentrums, es gern handhaben. Am Eingang des Impfzentrums könnte dann der Hinweis stehen: "Heute nur AstraZeneca." Damit würde sie sich und ihren Mitarbeitern möglicherweise viel Ärger ersparen, meint Streitz. "Wer draußen das Schild liest und nicht mit AstraZeneca geimpft...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen