Niedriger Wasserdruck: Trinkwasserverband und Harsefelder Verwaltung klärten über Gründe auf
Eine Pumpe war defekt

Fred Carl, Geschäftsführer vom Trinkwasserverband Stader Land, informierte über die Druckschwankungen in Harsefeld
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sc/jd. Harsefeld. Erneut fiel der Wasserdruck in Harsefeld zum Teil rapide ab, erneut gab es reichlich Unmut bei den Betroffenen. Immerhin es ist das dritte Jahr in Folge, dass sich die Menschen in der Geestgemeinde mit zu niedrigem Wasserdruck herumplagen müssen (das WOCHENBLATT berichtete). Nach einer Anfrage des Grünen-Politikers Ralf Poppe nahm sich jetzt Rathauschef Rainer Schlichtmann des Themas an, obwohl es dem Grunde nach nicht in seine Zuständigkeit fällt. Schlichtmann und der Geschäftsführer des Trinkwasserverbandes Stader Land, Fred Carl, informierten über die Gründe, warum für ein paar Tage so wenig Wasser aus den Leitungen kam. Die Ursache war eine defekte Pumpe.

Schlichtmann und Carl räumten Befürchtungen aus, dass sich die Lage wie im Dürresommer vor zwei Jahren wiederholt: "Es gab kurzfristige Probleme, die aber nichts mit der Situation 2018 zu tun habe", so Schlichtmann. Die aktuelle Störung im Leitungsnetz habe eine defekte Pumpe verursacht. "Es gab Schwierigkeiten bei der Reparatur", berichtete Carl. Bei der beauftragten Firma habe es viele Krankheitsfälle gegeben. Das führte zur Verzögerungen bei der Reparatur.

Um sicherzugehen, dass alles wieder ordnungsgemäß läuft, führte der Trinkwasserverband wiederholt Messungen durch, zum Beispiel an der Druckstation in der Griemshorster Straße. Beschwerden aus der Bevölkerung habe es nicht mehr gegeben, so Carl.

"Für Harsefelder ist das Trinkwasser ein sensibles Thema", erklärte Schlichtmann. Und Carl räumte ein: Der Trinkwasserverband habe die Ursache für den verminderten Wasserdruck zunächst nicht klar kommuniziert. In Zukunft will der Geschäftsführer die Öffentlichkeitsarbeit verbessern.

Dass es diesen Sommer keine Wasserdruck-Probleme oder sogar Nutzungsbeschränkungen wie 2018 gibt, kann Carl allerdings nicht ausschließen. Technisch sei es nicht möglich, alle Extremfälle abzudecken, so der Ingenieur. Vor 2018 sprach der Verband zuletzt 1994 Beregnungsverbote und Nutzungsbeschränkungen aus. "Die Harsefelder sind das nicht gewohnt", sagt Carl. In anderen Landkreisen und Regionen würden die Trinkwasserversorger aber jeden Sommer Verbote aussprechen.

Ursache für die Druckschwankungen sei nicht die Wassermenge, sondern das geänderte Verbraucherverhalten, so Carl. Der Richtwert von 2,3 bar für den Wasserdruck werde zu 99 Prozent in Harsefeld gehalten. Nur bei starken Verbrauchsspitzen komme es zu Störungen. Diese entstünden vor allem dann, wenn die Konsumenten alle zur gleichen Zeit - zum Beispiel nach Feierabend - duschen, den Rasen bewässern oder den Pool befüllen.
Um dies zu vermeiden, sollte die Nutzung des Trinkwassers über den Tag verteilt werden, so Carl. Eine gute Lösung sei es beispielsweise, das Sprengen des Rasens mittels einer Zeitschaltuhr auf die Nachtstunden zu verlegen. Dann verdunste auch weniger Wasser als tagsüber.

Der Trinkwasserverband Stader Land blickt auch weiter in Richtung Zukunft. "Wir arbeiten ständig daran, das Versorgungsnetz zu optimieren", sagt Carl.

Im gesamten Landkreis Stade sei die Wasserabnahme in den vergangenen Jahren von 7,4 auf 8,2 Millionen Kubikmeter pro Jahr gestiegen. "Ich kenne keinen Wasserversorger, der solche Entwicklungen hat", sagt Carl. Als Grund nennt er die vielen hinzugekommenen Neubaugebiete.

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