SPD-Bürgermeisterin Maren Kleinschmidt aus Lengede
Kandidatenkür in Harsefeld: Wird sie die neue Rathauschefin?
- Maren Kleinschmidt wird am Samstag voraussichtlich als Kandidatin für den Posten der Harsefelder Samtgemeinde-Bürgermeisterin nominiert
- Foto: Gemeinde Lengede
- hochgeladen von Jörg Dammann
Bei der Kandidatensuche für den Chefposten im Harsefelder Rathaus ploppt ein weiterer Name auf: Maren Kleinschmidt möchte im Herbst 2026 die Nachfolge von Ute Kück als Samtgemeinde-Bürgermeisterin antreten. Kleinschmidt wird aller Wahrscheinlichkeit nach am Samstag dieser Woche offiziell als Bewerberin für das Spitzenamt in der Samtgemeinde Harsefeld vorgestellt. Ins Rennen geschickt wird sie voraussichtlich von SPD, Freien Wählern und Grünen. Ob die CDU, die mit dem parteilosen Kreisverwaltungs-Mitarbeiter Timo Fischer bereits einen potenziellen Bewerber ins Auge gefasst hatte, mit dabei ist, bleibt vorerst offen.
Bürgermeisterin in Lengede
Kleinschmidt dürfte in der Region völlig unbekannt sein. Allenfalls in kommunalpolitischen Kreisen hat ihr Name einen gewissen Bekanntheitsgrad: Die 38-Jährige mit SPD-Parteibuch steht seit 2016 als hauptamtliche Bürgermeisterin der 15.000-Einwohner-Gemeinde Lengede (Landkreis Peine) vor und ist 1. Vizepräsidentin des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes. Wer per Suchmaschine mehr über die SPD-Frau erfahren möchte, sollte auch den Namen Maren Wegener eintippen. So hieß sie, bis sie vor ein paar Tagen den Fußballtrainer Dennis Kleinschmidt geheiratet hat.
CDU nicht zu Pressetermin eingeladen
Die potenzielle Kandidatin soll nach WOCHENBLATT-Informationen bereits am Freitag nach Harsefeld anreisen, um sich den politischen Akteuren vor Ort vorzustellen. Auch ein Treffen mit der CDU soll geplant sein. Für Samstagnachmittag ist dann ein Presse- und Fototermin vorgesehen. Das geht jedenfalls aus einer von der Freien Wählergemeinschaft verschickten Einladung hervor. Später folgte noch eine Presseeinladung der SPD, in der es hieß, man möchte "ein Zeichen setzen für eine parteiübergreifende, verantwortungsvolle Politik im Sinne der Bürgerinnen und Bürger". Fakt ist allerdings: Die CDU wurde zu dem Termin gar nicht eingeladen, wie der Harsefelder CDU-Vorsitzende Mirco Dawideit betonte.
Zeit für eine Entscheidung zu kurz
"Wir haben den Namen der Kandidatin erst aus der Presse erfahren", kritisiert Dawideit. Er findet es höchst problematisch, dass sich seine Partei nach der Vorstellung am Freitag quasi binnen 24 Stunden entscheiden soll, ob sie bei der Personalie Kleinschmidt mitziehen will. Als die CDU den parteilosen Fischer als möglichen Bewerber ins Spiel gebracht habe, hätten die anderen Fraktionen eine viel längere Bedenkzeit erhalten. "Eine Entscheidung innerhalb eines Tages wird kaum zu schaffen sein", gibt der CDU-Vorsitzende zu bedenken. Ob die CDU weiterhin an Fischer festhält, bleibt offen: "Timo Fischer hat geklärt, dass er nur kandidiert, wenn er eine breite Unterstützung aus den Parteien erhält", sagt Dawideit.
Verwirrung in Lengede
Kleinschmidts berufliche Pläne sorgen auch für Verwunderung in der Lengeder Kommunalpolitik. Denn sie stehen im Kontrast zu früheren Aussagen der Bürgermeisterin. Noch im Dezember 2024 hatte sie laut der Peiner Nachrichten in einer öffentlichen Ratssitzung betont: "Ich bin Lengedes Bürgermeisterin und möchte Lengedes Bürgermeisterin bleiben" - und das auch nach der Kommunalwahl im kommenden Jahr. Mit dieser klaren Ansage hatte Kleinschmidt Spekulationen um eine etwaige Kandidatur für andere Ämter zurückgewiesen. Doch nun kam die Kehrtwende, von der die Fraktionen im Rat der Gemeinde Lengede offenbar völlig überrascht waren. So bezeichnet der CDU-Fraktionschef im Lengeder Rat, Michael Kramer, Kleinschmidts Entscheidung gegenüber den Peiner Nachrichten "als Täuschung des Rates und der Bürger".
Sprung in der Besoldungsgruppe
Für Kleinschmidt dürfte auch ein gewisser finanzieller Anreiz bestehen, nach Harsefeld zu wechseln: Während ihr Bürgermeisteramt in Lengede mit der Besoldungsgruppe B2 dotiert ist, würde sie in Harsefeld gleich zwei Besoldungsgruppen höher klettern: auf B4. Als Harsefelder Samtgemeinde-Bürgermeisterin würde sie fast 9.900 Euro im Monat verdienen.
Persönliche Erklärung
Auf der Website der Gemeinde Lengede veröffentlichte Kleinschmidt eine persönliche Erklärung. Darin heißt es: „Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass mein Weg als Bürgermeisterin der Gemeinde Lengede am 31.10.2026 enden soll.“ Und weiter: „Meine persönlichen Ziele für unsere von Tradition gefüllte Gemeinde mit Zukunft sind erfüllt und ich werde nach meiner zweiten Amtszeit neue berufliche Wege einschlagen.“ Sie klebe nicht an Ämtern und Funktionen. Ihre Entscheidung, bei der Wahl 2026 nicht erneut anzutreten, sei aus „rein persönlichen Gründen“ getroffen worden - "schweren Herzens".
"Ich möchte mich weiterentwickeln"
Angesprochen auf ihre "persönlichen Gründe" für einen Wechsel nach Harsefeld, erklärt Maren Kleinschmidt gegenüber dem WOCHENBLATT, dass sie sich persönlich und beruflich weiterentwickeln möchte. Die Samtgemeinde Harsefeld würde dabei genau ihren Vorstellungen entsprechen. "Wir waren in den vergangenen Wochen schon ein paar Mal als Familie in Harsefeld und haben diesen wunderschönen Ort auf uns wirken lassen", erklärt die Kandidatin.
Seit ihrer Geburt sei sie mit Lengede verwurzelt, berichtet Kleinschmidt. "Hier bin ich aufgewachsen und hier hat später meine politische Laufbahn begonnen, zunächst ehrenamtlich im Gemeinderat." Nach zehn Jahren als hauptamtliche Bürgermeisterin sei es aber an der Zeit, dass jemand anderes die Führung im Rathaus von Lengede übernimmt. Das sei gut für die Gemeinde - "und mir bietet sich die wunderbare Chance, etwas Neues zu beginnen". Hinsichtlich der höheren Besoldung in Harsefeld stellt Kleinschmidt klar: "Geld spielt bei mir nicht ansatzweise eine Rolle."
Hoffen auf CDU-Unterstützung
Kleinschmidt hofft, auch die Harsefelder CDU überzeugen zu können. "Ich würde mich freuen, wenn mich alle demokratischen Parteien unterstützen." Trotz SPD-Mitgliedschaft gehe es ihr nicht um Parteipolitik, sondern um die Interessen der Bürger. In diesem Sinne möchte sie mit allen Ratsfraktionen zusammenarbeiten, die zu den demokratischen Prinzipien stehen. Die fachliche Qualifikation für ihre neue Aufgabe bringe sie als langjährige Verwaltungschefin mit - und die Perspektive der Ratsmitglieder kenne sie aus ihrer früheren ehrenamtlichen kommunalpolitischen Tätigkeit.
Hinweis: Der Artikel wurde um die Äußerungen Kleinschmidts gegenüber dem WOCHENBLATT ergänzt. Vorher hieß es im Text, dass Kleinschmidt auf eine Anfrage bisher nicht reagiert habe.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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