Kein Gegenwind vom Landkreis: In Ohrensen dürfen sich künftig Rotoren drehen

Der Ohrenser Windpark: Dargestellt sind die ursprüngliche (blau) und die jetzt vorgesehene Fläche (rot)
  • Der Ohrenser Windpark: Dargestellt sind die ursprüngliche (blau) und die jetzt vorgesehene Fläche (rot)
  • hochgeladen von Jörg Dammann
Panorama

Corona-Geschehen im Landkreis Harburg
Zwei weitere Tote im Seniorenheim

(os). Der Landkreis Harburg meldete am Montag, 19. Oktober, zwei weitere Corona-Tote. Sie waren Bewohner des Seniorenheims "Haus an den Moorlanden" in Neu Wulmstorf, in dem sich Ende September zahlreiche Bewohner und Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert hatten (das WOCHENBLATT berichtete). Damit wurden im Zusammenhang mit dem COVID-19-Ausbruch in dem Seniorenheim bislang zehn Todesfälle gemeldet. Insgesamt wurden dem Landkreis Harburg am Montag exakt 1.000 bestätigte Corona-Fälle...

jd. Bargstedt-Ohrensen. Fledermäuse sind doch nicht gefährdet: In Ohrensen darf nun ein Windpark errichtet werden. Lange Zeit sah es so aus, dass in der Samtgemeinde Harsefeld zügig ein weiterer Windpark entsteht. Mehrere Grundstückseigentümer aus Ohrensen standen gemeinsam mit dem Windkraft-Projektierer "Westwind" aus Kirchdorf (Kreis Diepholz) bereits Anfang 2012 in den Startlöchern, um zwischen Lusthoop, Ruschenkamp und der L124 neue Rotoren zu errichten. Die Gemeinde Bargstedt signalisierte sofort Unterstützung. Doch dann spielte der Landkreis nicht mit: Die Ohrenser Fläche sollte nicht ins neue Regionale Raumordnungsprogramm (RROP) aufgenommen werden. In dem betreffenden Bereich gebe es geschützte Fledermaus-Populationen, so die Begründung. Jetzt macht der Kreis eine Rolle rückwärts: Die allerneueste Version des RROP weist nun doch einen Windpark in Ohrensen aus.

Dieser künftige Windpark wird offiziell dem bestehenden Windkraft-Vorranggebiet Deinste zugeschlagen. Dort drehen sich bereits 14 Mühlen. Nach den Unterlagen des Landkreises umfasst der Deinster Park bislang eine Fläche von 88 Hektar. Künftig sollen 208 Hektar für die Windenergie ausgewiesen werden. Darin ist dann auch das Ohrenser Gebiet enthalten, das allerdings vom Landkreis auf rund die Hälfte eingedampft worden ist.

Grund für den Sinneswandel im Kreishaus ist ein neues Fachgutachten zum Natur- und Umweltschutz. Diese Expertise habe ergeben, dass das Gefährdungspotenzial für die lautlosen Jäger der Nacht doch nicht so hoch sei, erklärt Kreissprecher Christian Schmidt den Sinneswandel im Stader Kreishaus. Daher gebe es keinen Anlass mehr, eine Ausweisung des Ohrenser Windparks im neuen RROP zu blockieren.

Zwar haben die Naturschützer in einem Wäldchen, das genau zwischen dem Deinster und Ohrenser Bereich liegt, vereinzelte Uhus ausgemacht, doch diese mittlerweile äußerst seltene Eulenart soll durch eine großzügige Abstandsregelung von negativen Einflüssen ferngehalten werden. Laut Schmidt wird das gesamte Wäldchen entgegen der urspünglichen Absicht nun ganz aus den Planungen herausgenommen. Zudem dürfen die Rotoren nicht mehr als 200 Meter an diesen Grünkorridor heranrücken. Möglichweise werden zum Schutz der Uhus noch weitere Maßnahmen ergriffen. Denkbar ist beispielsweise, dass einige Windräder nachts abgeschaltet werden müssen.

Auf WOCHENBLATT-Nachfrage erklärte Bargstedts Bürgermeister Thomas Wiebusch (CDU), dass sich die Gemeinde im Südteil des Ohrenser Windparks einen größeren Flächenzuschnitt wünsche. Mit der Dow sei abgesprochen, dass die Abstände zu deren Anlagen nicht so groß sein müssen wie vom Landkreis vorgesehen. Für Änderungen steht allerdings nicht mehr viel Zeit zur Verfügung: Anfang März soll das neue RROP vom Kreistag abgesegnet werden.

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

Panorama
Auch in Straßennähe sind Wölfe unterwegs - oft mit fatalen Folgen

Weil verbindliche Regelungen fehlen
Angefahrener Wolf wurde erst nach Stunden erlöst

ce. Landkreis. "Es müssen endlich klare Anweisungen her, wie mit Wölfen - vor allem, wenn sie verwundet sind - umzugehen ist! Sonst bleibt das Tierwohl auf der Strecke." Das fordert Horst Günter Jagau, Vorsitzender der Jägerschaft Landkreis Harburg (JLH), nach dem jüngsten Vorfall mit einem Wolf in der Region. Am Wochenende war Autofahrern an der Landstraße zwischen Toppenstedt und Garlstorf (Landkreis Harburg) ein Tier aufgefallen, das sich apathisch, weil offensichtlich schwer verletzt, am...

Service

Infektions-Zahlen in einer Woche verdoppelt
Landkreis Stade: Der höchste Wert an aktuell Corona-Infizierten seit einem halben Jahr

jd. Stade. Der Landkreis Stade meldet am Dienstagmorgen 30 aktuell mit dem Coronavirus infizierte Personen. Das ist eine Verdoppelung im Vergleich zur Vorwoche und der höchste Wert seit einem halben Jahr. So viel Fälle gab es zuletzt am 15. April, also mitten in der ersten Corona-Welle. Damit ist aber noch längst nicht der Höchststand seit Beginn der Pandemie erreicht: Der war am 28. März mit damals 76 aktuellen Fällen. Entsprechend hat sich auch die 7-Tage-Inzidenz für den Landkreis Stade...

Panorama

Corona-Geschehen im Landkreis Harburg
Zwei weitere Tote im Seniorenheim

(os). Der Landkreis Harburg meldete am Montag, 19. Oktober, zwei weitere Corona-Tote. Sie waren Bewohner des Seniorenheims "Haus an den Moorlanden" in Neu Wulmstorf, in dem sich Ende September zahlreiche Bewohner und Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert hatten (das WOCHENBLATT berichtete). Damit wurden im Zusammenhang mit dem COVID-19-Ausbruch in dem Seniorenheim bislang zehn Todesfälle gemeldet. Insgesamt wurden dem Landkreis Harburg am Montag exakt 1.000 bestätigte Corona-Fälle...

Panorama
Einer krebskranken Frau aus Winsen wurde mit dem Trip an die Elbe ein Herzenswunsch erfüllt 
Fotos: Malteser
2 Bilder

Herzenswunsch-Krankenwagen der Malteser Buxtehude
Als letzter Wunsch noch einmal an die Elbe

tk. Buxtehude. Das neue Fahrzeug der Malteser aus Buxtehude sieht wie ein ganz normaler Rettungswagen aus - Blaulicht inklusive. Es ist aber sehr viel mehr: nämlich ein Herzenswunsch-Krankenwagen. Die Malteser in der Estestadt beteiligen sich damit künftig an einem bundesweiten Projekt der Ehrenamtlichen: Sie erfüllen letzte Wünsche von Menschen, die sehr bald sterben werden. Seit dreieinhalb Jahren erfüllen die Malteser in Niedersachsen die Wünsche von Todkranken. Ein Sterbenskranker wollte...

Wirtschaft
Freude bei der Fahrzeugübergabe (v.li.): Olaf Langer (Kuhn+Witte), Ole Bernatzki (Inhaber AHD), Oliver Bohn (Geschäftsführer Kuhn+Witte) und Lescek Malski (AHD)

Ein Unternehmen steht unter Strom
Der Ambulante Hauspflege Dienst (AHD) erweitert seine E-Auto-Flotte

"Ein tolles Fahrzeug. Der VW ID.3 fährt sich ausgezeichnet. Es war eine gute Entscheidung, diese beiden E-Fahrzeuge zu unserer Fahrzeugflotte hinzuzufügen", sagte Ole Bernatzki, Inhaber des Jesteburger Hauspflege Dienstes (AHD). Oliver Bohn (Geschäftsführer des Autohauses Kuhn+Witte) und Verkaufsberater Olaf Lange übergaben die beiden neuen E-Fahrzeuge am AHD-Firmensitz in Jesteburg. Der AHD verfügt bereits über vier VW E-Golf, die problemlos den Alltag im Pflegedienst absolvieren. "Unsere...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen