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Hortbetreuung: Anliegen des Flecken Harsefeld wird in Hannover erhört

Leere Klassenzimmer soll es am Nachmittag nicht mehr geben, wenn ein Bedarf an Horträumen besteht Foto: Fotolia/bluedesign

Erfolg im Ministerium: Schulen können nachmittags als Hort genutzt werden

(jd). Harsefelds Rathauschef Rainer Schlichtmann wurde in Hannover erhört: Die Geest-Gemeinde drängt seit Monaten darauf, eine Hortbetreuung auch in Klassenräumen zu ermöglichen. Bisher ist das nach dem niedersächsischen Kita-Gesetz nicht zulässig. Im April trug Harsefelds Rathauschef Rainer Schlichtmann sein Anliegen dem Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) vor. Der Minister sagte zu, sich der Sache anzunehmen. Jetzt kommt endlich die frohe Kunde aus Tonnes Haus: Das Land will es den Kommunen künftig ermöglichen, Schulräume, die am Vormittag für den Unterricht genutzt werden, am Nachmittag für die Hortbetreuung zu verwenden.

In diesem Dilemma stecken etliche Gemeinden: Ihnen fehlen geeignete Räume, um die Hortgruppen unterzubringen. Die Lösung aus Sicht der Verwaltung in Harsefeld: Die Kinder werden nachmittags in den dann nicht genutzten Klassenzimmern betreut. Doch so einfach geht das nicht. Da solch eine pragmatische Vorgehensweise nicht erlaubt ist, warb Schlichtmann in Hannover für eine Übergangslösung: Die Landesregierung sollte eine Ausnahmegenehmigung erteilen, bis sich die Situation im Hortbereich aufgrund sinkender Schülerzahlen wieder entspannt.

Eigens ein neues Gebäude zu errichten, um darin Hortkinder unterzubringen, sieht Schlichtmann nicht ein: "Das ist eine Verschwendung von Steuergeldern. Die Räume sind in den Schulen vorhanden und wir als Gemeinde sollen trotzdem einen Hort bauen? Dieser Unsinn erschließt sich mir nicht." Letztlich ging es Schlichtmann damit auch ums Prinzip - und das nicht zu Unrecht, wie auch der CDU-Bildungsexperte und Generalsekretär Kai Seefried meint: „Es ist niemandem logisch zu erklären, warum Räume, die am Nachmittag leerstehen, nicht für die Hortbetreuung genutzt werden können und für diese Aufgabe neue separate Gebäude errichtet werden müssen."

"Dass jetzt Bewegung in das Thema kommt, ist vor allem dem Vorstoß aus Harsefeld zu verdanken", meint der CDU-Landtagsabgeordnete Helmut Dammann-Tamke. Er war im April gemeinsam mit Schlichtmann und Seefried beim Minister vorstellig, um die Problematik aus Sicht einer Kommune vorzutragen. Tatsächlich heißt es aus Kreisen der Landespolitik, dass sich Tonne ohne diesen Impuls wahrscheinlich nicht gegenüber den Bedenkenträgern aus der Ministerialbürokratie hätte durchsetzen können. "Hier ist ein klare politische Entscheidung getroffen worden," meint Schlichtmann.

Laut Kultusministerium befindet sich derzeit ein Musterkonzept in Erarbeitung, das den Kommunen dann als Leitfaden zur Verfügung gestellt werden soll. „Ich freue mich, dass unser Gespräch, in dem die schwierige Situation am Beispiel Harsefelds aufgezeigt wurde, das Ministerium davon überzeugt hat, an dieser Stelle neue Wege zu gehen und den Kommunen mehr Möglichkeiten einzuräumen" sagt Seefried. Schlichtmann pflichtet ihm bei: "Ich hoffe allerdings, dass die Gemeinden jetzt keine hohen Auflagen aufgebürdet bekommen. Es wäre schön, wenn das Konzept auf unsere Belange zugeschnitten ist und wir es möglichst schnell und unbürokatisch umsetzen können."