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Neuer Ärger im Harsefelder Klosterpark: Polizei will Kontrollen wieder verschärfen

Eine trügerische Idylle im Klosterpark Foto: jd
jd. Harsefeld. Kaum wacht das Auge des Gesetzes nicht mehr so streng - und schon eskaliert die Situation im Harsefelder Klosterpark. In der vergangenen Woche wurden zwei junge Männer verletzt, nachdem es im Park gleich zweimal in einer Nacht zu handfesten Auseinandersetzungen gekommen war. Das eine Opfer wurde während des ersten nächtlichen Streits durch den Schlag mit einer Flasche am Kopf verletzt, das andere später durch Messerstiche. Die Polizei hatte die Grünanlagen rund um den Klosterteich im Mai und Frühsommer verstärkt ins Visier genommen, da sich Anwohner zunehmend über spätabendliche Randale beklagt hatten (das WOCHENBLATT berichtete). Der Vorfall ist laut Polizeisprecher Rainer Bohmbach das schwerwiegendste Gewaltdelikt seit Jahren im Klosterpark.

"Bei dem Konflikt war offenbar reichlich Alkohol im Spiel", sagt Bohmbach. Tatsächlich ist der übermäßige Konsum hochprozentiger Getränke ein großes Problem, das die Hauptursache für das derzeit schlechte Image des Parks darstellt. Vor allem die Sitzbänke rund um den Teich sind abends von Personen bevölkert, die reichlich dem Alkohol zusprechen. Beliebt ist das weitläufige Parkgelände aber auch bei vielen Flüchtlingen. Diese ziehen gerade in den Sommermonaten den Aufenthalt im Park ihren beengten Unterkünften vor.

Zwischen den Flüchtlingen und besagten "Trunkenbolden" muss es aus irgendeinem Anlass zum Streit gekommen sein. Ob womöglich ein fremdenfeindlicher Hintergrund besteht, vermag Bohmbach nicht zu sagen. Wahrscheinlich habe es einen nichtigen Grund für die Streithähne gegeben, aufeinander loszugehen: "So etwas kennen wir ja auch von Fußballfans."

Während die Polizei die Suche nach den bisher unbekannten Tätern - dem Messerstecher und dem Schläger mit der Flasche - aufnahm, folgte ein Tag später eine weitere Eskalationsstufe: Vier zum Teil stark betrunkene Gestalten waren pöbelnd vor eine Flüchtlingsunterkunft am Quellenweg gezogen - wahrscheinlich, um die Vorfälle vom Vorabend im Klosterpark auf ihre Weise zu "regeln". Sie gerieten mit den Bewohnern - nach WOCHENBLATT-Informationen handelt es sich überwiegend um syrische Asylbewerber - lautstark aneinander. Die von einem Nachbarn alarmierten Beamten stellten einen Schlagstock sicher und sprachen Platzverweise aus.

Bohmbach hat angekündigt, dass die Polizei den Klosterpark und dessen Umgebung künftig wieder verstärkt im Blick haben wird: "Unsere Beamten werden zu verschiedenen Zeiten Streife gehen. Parkbesucher müssen vor in den Abend- und Nachtstunden jederzeit damit rechnen, kontrolliert zu werden."



Mini-Jobber als Sicherheitskräfte?

Welche Maßnahmen kann der Flecken Harsefeld ergreifen, damit sich die Besucher des Klosterparks sicher fühlen? Über diese Frage soll nach WOCHENBLATT-Informationen in den kommenden Tagen in den politischen Gremien gesprochen werden. Es gibt offenbar Überlegungen, 450 Euro-Kräfte zu beschäftigten, die nachts im Park nach dem Rechten schauen sollen. Denkbar ist aber auch, ein Sicherheitsunternehmen damit zu beauftragen. Die Security-Mitarbeiter wären dann berechtigt, das Hausrecht der Gemeinde bei Ruhestörungen oder lautstarken Streitigkeiten auszuüben.