Zahlen einige weniger, zahlen andere mehr

Der Tarifplan des HVV zeigt, wie uneinheitlich die Festlegung der Ringe ist. Der Plan der CDU sieht vor, 
den gesamten rot markierten Bereich in einer Tarifzone unterzubringen
  • Der Tarifplan des HVV zeigt, wie uneinheitlich die Festlegung der Ringe ist. Der Plan der CDU sieht vor,
    den gesamten rot markierten Bereich in einer Tarifzone unterzubringen
  • Foto: MSR/HVV
  • hochgeladen von Mitja Schrader

CDU will günstige HVV-Zone im gesamten Landkreis / Kosten sollen Land und Kommunen tragen

mi. Landkreis. Wie lässt sich der öffentliche Nahverkehr im Landkreis Harburg verbessern? Dazu werden derzeit zwei Anträge in der Politik diskutiert. Ein Antrag der Grünen fordert die Ausweitung des HVV-Großbereichs auf die Städte Buchholz und Winsen. Die Gruppe CDU/WG will dagegen einen einheitlichen Tarif im gesamten Landkreis etablieren.
Der HVV ist mit täglich 2,5 Millionen Fahrgästen der wichtigste Nahverkehrsanbieter in der Region. Ab Dezember werden auch der Heidekreis sowie Uelzen und Cuxhaven an den Verkehrsverbund angeschlossen. Das Problem: Wer mit der Bahn nach Hamburg fahren will, für den ist die größte Herausforderung, sich durch den Tarifdschungel des HVV zu schlagen. Organisiert ist die Preisgestaltung des HVV in fünf Tarifringen. Die Kriterien, die entscheiden, in welchen Ring eine Kommune eingeordnet wird, sind oft kaum nachvollziehbar. Ein Beispiel: Die Stadt Winsen liegt nur 31 Kilometer vom Hamburger Hauptbahnhof entfernt. Eine HVV-Ticket von hier kostet als Einzelfahrt 8,30 Euro. Vom 42 Kilometer entfernten Kaltenkirchen (Schleswig-Holstein) sind es nur 5,40 Euro. Auch im Landkreis Harburg ist die Preisgestaltung wenig einheitlich. So ist zum Beispiel eine Fahrt von Buchholz zum Hamburger Hauptbahnhof mit 8,30 Euro mehr als doppelt so teuer als eine Fahrt aus dem nur gut fünf Kilometer näher an Hamburg gelegenen Ort Klecken (3,30 Euro). Der Grund: Klecken gehört zum sogenannten HVV-Großbereich, Buchholz nicht. Die Folge dieser Ungleichheit sind u.a. Pendler-Verlagerungen in die attraktiven Großbereichszonen. Hier wird dafür an den Bahnhöfen der Parkraum knapp. So musste der P+R-Platz in Klecken bereits zweimal für eine insgesamt siebenstellige Summe erweitert werden. Auch die Immobilienpreise entwickeln sich uneinheitlich. In den Pendler freundlichen Großbereich sind Grundstücke, Mieten und Eigentum deutlich teuer. Um dieses Tarif-Wirrwarr zu beenden, fordert die Gruppe CDU/Wählergemeinschaft die Einordnung des gesamten Landkreises Harburg in einen Tarif-Ring und hat einen entsprechenden Antrag auf den Weg gebracht, der die Kreisverwaltung beauftragt, sich beim HVV für solch einen Tarif einzusetzen. CDU-Fraktionschef Hans-Heinrich Aldag erläutert den Vorschlag. Demnach soll sich die Zone tariflich am derzeitigen günstigen Großbereich orientieren: "Wir wollen keine Mischkalkulation, bei der einige draufzahlen." Klartext: Die CDU will die Ausweitung des Großbereichs auf den gesamten Landkreis Harburg. Aber ist das realistisch? Schließlich scheitert bisher selbst eine moderate Ausweitung des Großbereiches auf die Städte Winsen und Buchholz an den horrenden Kosten. Denn natürlich muss, wenn es günstiger wird, das Defizit finanziert werden. Ähnlich sieht es auch Klaus-Dieter Feindt (SPD): "Ohne eine Beteiligung des Landkreises und den betroffenen Kommunen sowie des Landes Niedersachsen und der Stadt Hamburg ist ein Einheitstarif im Kreis nicht möglich." Laut dem SPD-Politiker wäre ohnehin nur eine Vereinheitlichung des Tarifringes C möglich. Feindt verweist auch auf die Ausdehnung des HVV in den Heidekreis sowie nach Uelzen und Cuxhaven. Alle genannten Kreise beteiligten sich mit mit hohen Summen - der Heidekreis z. B. mit jährlich 400.000 Euro.

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