Hofcafé, Hökerladen und gelebte Geschichte
Saisonstart im Museumsbauernhof Wennerstorf mit neuem Thema: Landleben 1931
- Kamen zum Rundgang für den Saisonauftakt nach Wennerstorf (v. li.): Jan Bauer, Anna-Lena Woelfert, Oliver Gothe, Julia Daum, Myriel Wiese, Rainer Rempe, Stefan Zimmermann, Sybille Kahnenbley und Philipp Wilkens
- Foto: Silke König
- hochgeladen von Silke König
Bei leichtem Wind und sich ankündigendem Regen trafen sich in der letzten Märzwoche Vertreter des Freilichtmuseums am Kiekeberg, der Lebenshilfe Lüneburg-Harburg und Landrat Rainer Rempe zum Rundgang für den Saisonauftakt im Museumsbauernhof Wennerstorf.
Ab dem 1. Mai können Jung und Alt auf der 400 Jahre alten, denkmalgeschützten Hofanlage Geschichte zum Anfassen erleben, Kaffee, Tee und Kuchen probieren oder im Hökerladen qualitativ hochwertige Bio-Produkte erwerben. Der Eintritt ist frei, nur beim Hoffest am 17. Mai wird für Erwachsene ein kleiner Obolus erhoben.
Seit seiner Eröffnung im Jahr 1997 steht der Museumsbauernhof, eine Außenstelle des Freilichtmuseums am Kiekeberg, für ökologischen Anbau regionaler Produkte, Museumsarbeit und die Integration von Menschen mit Behinderung. In Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe Lüneburg-Harburg kümmern sich 16 Beschäftigte mit Beeinträchtigung wochentags um den Anbau von Obst und Gemüse.
Zusammen mit ihrem Gruppenleiter Oliver Gothe und der landwirtschaftlichen Betriebsleiterin Anna-Lena Woelfert verarbeiten sie die Ernte zu hofeigenen Produkten wie Fruchtaufstrichen, weißer Beete und diversen Sorten Grünkohl aus dem Glas oder Birnenkompott. „Bei uns wird stark auf die Qualität geguckt“, betont Woelfert, die auf das rasant gewachsene Geschäft mit den Jungpflanzen hinweist, samenfeste Sorten ab Mitte April auch im Online-Shop zu haben.
Neu in dieser Saison:
Das Leben und Arbeiten in einer schicksalhaften Zeit
Neben dem gemeinschaftlichen Anbau regionaler Produkte geht es auf "Smeds Hoff", wie der Heidehof ursprünglich heißt, in diesem Jahr um die schicksalhaften 30er Jahre. Zwischen Wohnhaus, Göpelscheune und Garten zeigen die Darstellerinnen und Darsteller in historischer Bauernkleidung zum ersten Mal, wie sich das Leben in der von Arbeitslosigkeit, Börsencrash und Weltwirtschaftskrise geprägten Zeit gestaltete, wie auf dem Heidehof gelebt, gekocht, Waffeln gebacken oder Herrenhemden genäht wurden.
Musik aus dem alten Grammophon erfüllt die historische Wohnstube mit Nostalgie und soll dabei helfen, sich in die Sorgen und Hoffnungen der Menschen hineinzuversetzen. Darstellerin und wissenschaftliche Leiterin Julia Daum weist darauf hin, dass sich das Gezeigte bewusst auf das Jahr 1931 konzentriere: „Weil es ein spannendes Jahr war und sich die Schlagzeilen mit den heutigen in gewisser Weise ähneln.“
Nichtsdestotrotz geht es in Wennerstorf gewohnt fröhlich zu, selbst die hier lebenden Moorschnucken und Ramelsloher Hühner tragen zur guten Laune bei. Für Kinder bietet der Museumsbauernhof neben der im Sommer beliebten Schwenkpumpe ein regelmäßiges Programm: das kostenlose „Hofvergnügen“ an jedem dritten Sonntagnachmittag im Monat oder die Ferienerlebnistage für Schulkinder. Schulklassen oder Kindergeburtstagsgruppen können den Bauernhof inner- und außerhalb der Saison besuchen.
- Museumsbauernhof in Wennerstorf
Lindenstraße 4, 21279 Wennerstorf - Tel. 04165 - 211349
- E-Mail: info@museumsbauernhof.de
- Informationen zum Hoffest, den Kursen und dem Mitmachprogramm unter
www.museumsbauernhof.de - Öffnungszeiten: 1. Mai bis 31. Oktober: Dienstag bis Freitag, 10 bis 16 Uhr, sonntags und feiertags 10 bis 18 Uhr, samstags und montags geschlossen.
- Elises Hofcafé: sonntags und freitags, 13 bis 18 Uhr
Redakteur:Silke König aus Rosengarten |
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