Bendestorf/Harmstorf: Baustellenverkehr wird umgeleitet, doch niemand hält sich an die Vorgaben
Einfahrt verboten? Mir doch egal!

Anette Organista und Jan-Paul Sommer wohnen im Heinrich-George-Weg. Sie wünschen sich für die Dauer der Baustelle eine Vollsperrung der Zufahrt zur L213, da kaum einer der Autofahrer sich an die Einbahnstraßenregelung hält - trotz "Einfahrt Verboten"-Schild und Absperrung biegen die Autofahrer am späten Montagnachmittag im Minutentakt auf den Heinrich-George-Weg ein Foto: as
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  • Anette Organista und Jan-Paul Sommer wohnen im Heinrich-George-Weg. Sie wünschen sich für die Dauer der Baustelle eine Vollsperrung der Zufahrt zur L213, da kaum einer der Autofahrer sich an die Einbahnstraßenregelung hält - trotz "Einfahrt Verboten"-Schild und Absperrung biegen die Autofahrer am späten Montagnachmittag im Minutentakt auf den Heinrich-George-Weg ein Foto: as
  • hochgeladen von Anke Settekorn

as. Bendestorf/Harmstorf. Hier müssen wohl etliche Autofahrer noch mal zur Fahrschule: Ein roter Kreis mit einem weißen Querstrich in der Mitte heißt "Einfahrt verboten" - eigentlich. Das scheint jedoch nicht für die Autofahrer in Harmstorf zu gelten, die Verkehrszeichen und Absperrung munter ignorieren und trotzdem von der L213 (Jesteburger Chaussee) nach Bendestorf in den Heinrich-George-Weg einbiegen. Die Anliegerstraße ist zur beliebten Umgehungsstrecke der für die Zeit der Bauarbeiten gesperrten Kreuzung L213/K12 mutiert.

Die Anwohner des Heinrich-George-Wegs sind verärgert. Denn in der sonst ruhigen Straße, in der Tempo 30 gilt, brummt der Verkehr. "Ich habe allein zwischen 8.30 und 9.30 Uhr über 100 Autos gezählt - so viele fahren hier sonst nicht mal über einem Tag lang", sagt Anwohnerin Anette Organista. Pkw, Lieferwagen und sogar Lkw würden sich jetzt zwischen den Blumenkübeln der Tempo-30-Zone hindurchschlängeln.
"Der Fehler beginnt schon in Harmstorf, dort steht jetzt ein Schild: 'Bis Heinrich-George-Weg frei' - viele Autofahrer denken anscheinend, dass sie dann über den Heinrich-George-Weg nach Bendestorf fahren können", ist Anwohner Jan-Paul Sommer überzeugt. Die eigentliche Umleitung über die Südumgehung K77 in Hittfeld, Klecken und Bendestorf scheint vielen Fahrern zu weit zu sein. "Wenn wir wüssten, dass die Sperrung nur zwei bis drei Wochen dauert, würden wir nichts sagen. Aber drei Monate dieser Verkehr - das geht nicht", sagen die Anwohner. Der Lärm sei erheblich, hinzu komme, dass etliche Autofahrer sich nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten würden. "Zwar ist das hier keine Spielstraße, dennoch gilt hier Tempo 30 und es spielen hier und in den angrenzenden Straßen Kinder auf der Straße. Was ist, wenn etwas passiert?", mahnt Sommer.

Die Anlieger fordern stärkere Kontrollen durch die Polizei - oder die Zufahrt zum Heinrich-George-Weg komplett zu sperren. "Eine Vollsperrung würde auch für uns einen erheblichen Umweg bedeuten. Aber den nehmen wir gern in Kauf, wenn dafür der Verkehr auf unserer Straße entlastet wird. So kann es nicht drei Monate weitergehen."

"Die derzeitige Verkehrsreglung ist eine Katastrophe", sagt Bendestorfs Bürgermeister Bernd Beiersdorf. "Leider müssen wir auch feststellen, dass viele Autofahrer, insbesondere von Harmstorf kommend, durch den Harmstorfer Weg mit unverantwortlicher Geschwindigkeit an unserer Grundschule vorbeifahren und unsere Schulkinder erheblich gefährden." Auch fehle die Kennzeichnung, dass die Zufahrt zum Delphi-Restaurant und zur Tankstelle weiterhin möglich ist. Beiersdorf hat sich deswegen bereits an den Landkreis Harburg gewandt.

Schlechtes Gewissen
Dass den meisten Autofahrern bewusst ist, dass sie mit der Einfahrt in den Heinrich-George-Weg eine Ordnungswidrigkeit begehen, zeigt sich beim Ortstermin mit dem WOCHENBLATT: Etliche Fahrer brechen den Abbiegevorgang ab, als sie die Kamera sehen. Eine Audi-Fahrerin war derart wütend, "erwischt" worden zu sein, dass sie dem WOCHENBLATT mit einer Anzeige bei der Polizei drohte, wenn das Foto verwendet wird, das ihr Auto beim Abbiegen zeigt.

Autor:

Anke Settekorn aus Jesteburg

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