100 Jahre im Einsatz
Die Ortsfeuerwehr Borstel feiert Jubiläum
- Foto: Ortsfeuerwehr Borstel
- hochgeladen von Stefanie Schimanski
Ein Jahrhundert im Dienst der Gemeinschaft: Die Freiwillige Ortsfeuerwehr Borstel blickt in diesem Jahr auf ihre 100 jährige Geschichte zurück und richtet den Blick dabei nicht nur zurück, sondern vor allem nach vorn.
Gegründet wurde die Wehr am 6. Februar 1926, als sich engagierte Bürger im Lokal von Johann Pickenpack zusammenschlossen, um eine freiwillige Feuerwehr ins Leben zu rufen. Unter der Führung des ersten Brandmeisters Jacob zum Felde entstand eine Gemeinschaft, die bis heute von Zusammenhalt und Einsatzbereitschaft geprägt ist.
Ein Blick in die Chronik zeigt, wie eng die Geschichte der Feuerwehr mit den Ereignissen ihrer Zeit verbunden ist. Der Zweite Weltkrieg stellte die Kameraden vor große Herausforderungen, etwa bei Einsätzen während Bombenangriffen und Großbränden. Die Sturmflut von 1962 forderte die Wehr in besonderem Maße und machte ihren Einsatz auch über den Ort hinaus notwendig. Mit der Gebietsreform 1973 veränderten sich Strukturen und Zuständigkeiten grundlegend. Die Gründung der Jugendfeuerwehr im Jahr 1987 sicherte den Nachwuchs und prägt die Arbeit bis heute. Und auch in jüngerer Zeit war die Wehr gefordert, etwa bei Hochwasserlagen, Stürmen oder während der Corona Pandemie, die den Dienstalltag erheblich beeinflusste.
Parallel dazu hat sich die technische Ausstattung stetig weiterentwickelt. Vom offenen Fahrzeug der Anfangsjahre führte der Weg über die damals moderne „Nasse Drossel“, einen Mercedes Benz mit Metz Aufbau aus dem Jahr 1961, bis hin zum heutigen Hilfeleistungslöschfahrzeug auf MAN Basis. Trotz aller Veränderungen ist eines geblieben: das Selbstverständnis der Wehr und ihr Motto „Bossel boben“. „Bossel boben“ bedeutet auf Plattdeutsch so viel wie „Borstel vorn“ und steht für Erfolg und Gemeinschaftssinn.
Heute besteht die Feuerwehr Jork Borstel aus 56 Mitgliedern, darunter vier Frauen und 52 Männer. Geleitet wird die Wehr von Ortsbrandmeister Jochen Minners. Auffällig ist dabei die starke Verwurzelung über Generationen hinweg. In vielen Familien gehört die Feuerwehr seit Jahrzehnten dazu. Großeltern, Väter und nun auch die nächste Generation engagieren sich im Dienst am Nächsten.
„Es ist schon etwas sehr Natürliches, wenn man bereits als Kind miterlebt, dass der Vater zu Feuerwehreinsätzen fährt, da wächst man automatisch rein“, sagt Marco Martens, stellvertretender Ortsbrandmeister.
So steht die Feuerwehr Jork Borstel heute nicht nur für Einsatzbereitschaft, sondern auch für gelebte Gemeinschaft. Ein Jubiläum, das weniger ein Abschluss ist als vielmehr ein Zeichen dafür, dass diese Geschichte weitergeschrieben wird.
Redakteur:Stefanie Schimanski aus Buxtehude |
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