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Mehr als 220 Unterschriften
Tempo 30 im Zentrum von Jork: Petition sorgt für Bewegung

Alexander Schöcke (li.) übergibt die Unterschriften an Matthias Riel | Foto: Schöcke
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Für mehr Verkehrssicherheit in Jork hatte Alexander Schöcke, Anwohner der Gemeinde im Herzen des Alten Landes, im Mai eine Petition zur Einführung von Tempo 30 im Zentrum der Gemeinde gestartet. Ziel der Initiative war es, die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf der stark befahrenen Landesstraße L 140 im Bereich der Ortsdurchfahrt zwischen Osterjork und Westerjork dauerhaft auf 30 Kilometer pro Stunde zu begrenzen (das WOCHENBLATT berichtete). Die Petition richtete sich an Bürgermeister Matthias Riel sowie an Landrat Kai Seefried.

Tempo 30 in Jork: Neue Dynamik für alte Forderung

Die Petitionsteilnehmenden argumentieren, dass Tempo 30 den Verkehrslärm entlang der Verkehrsachse durch den Ort um bis zu 50 Prozent senken könnte, die Unfallgefahr für Fußgänger deutlich reduziert und gleichzeitig die Aufenthaltsqualität im Ortszentrum erhöht würde. Nachteile wie eine verlängerte Fahrzeit – von etwa 108 auf rund 180 Sekunden auf der fraglichen Strecke – seien im Vergleich zur verbesserten Lebensqualität vertretbar. Auch für Touristen, die länger verweilen und die lokale Wirtschaft stärken könnten, sei dies ein Gewinn. Die Sammlung erbrachte insgesamt 220 Unterschriften, davon rund 170 aus Jork selbst. Im Durchschnitt kamen täglich drei neue Unterstützer hinzu. Die Petition war bis Mitte Juli geöffnet. Ende Juli wurde sie dann von Alexander Schöcke persönlich an Bürgermeister Matthias Riel übergeben.

In einem Statement am Tag der Übergabe äußerte sich Bürgermeister Riel ausdrücklich dankbar für das Bürgerengagement. Auch er sehe Tempo 30 als guten Lösungsansatz für die Gemeinde. Dabei betonte er, dass die Entscheidung formal beim Landkreis Stade als zuständiger Verkehrsbehörde liege. Er sehe jedoch in der Kombination aus Petitionsergebnis, Radverkehrskonzept und geänderter Verwaltungsvorschrift seit April dieses Jahres eine Gelegenheit, die zum Erfolg führen könnte. Riel betont: „Raser werden wir zwar nicht ausbremsen können. Wer nachts mit 100 Kilometern pro Stunde durch den Ort fährt, hält sich nicht an ein Tempolimit. Aber wir setzen ein Zeichen für mehr Rücksicht.“

Zu den Hintergründen:

Ins Rollen kam der Stein u.a. mit dem neuen Radverkehrskonzept der Gemeinde Jork: Darin empfiehlt die beauftragte Planungsfirma IKS Mobilitätsplanung konkret Tempo 30 auf der L 140 als Baustein zur Verkehrsberuhigung, insbesondere wegen der hochbelasteten Schulwege und kritischer Kreuzungssituationen. Anwohner Schöcke hatte bereits im Herbst 2024 im Rahmen des lokalen Lärmaktionsplans ein solches Tempolimit angesprochen. Damals lehnte der Gemeinderat ab. Der neue Fokus liegt nun allerdings deutlich stärker auf Verkehrssicherheit und Radverkehrsförderung. Das könnte neue Türen öffnen.

Parallel dazu trat am 10. April 2025 die überarbeitete Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung in Kraft. Sie erlaubt Kommunen relativ unkompliziert, Tempo 30 an hochfrequentierten Schulwegen oder in der Nähe von Einrichtungen für Kinder und ältere Menschen auszuweisen – eine Situation, die auf die L 140 zutrifft.

Wie geht es weiter?

Die kommende Vorstellung des Radverkehrskonzepts bei einer öffentlichen Veranstaltung Ende September wird laut Verwaltung ausdrücklich als Gelegenheit gesehen, das Thema Tempo 30 u.a. mit Landkreisvertretern und Fachbehörden zu vertiefen.

Redakteur:

Stephanie Bargmann aus Stade

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