Tierschützer setzen Belohnung aus
Spaziergänger entdecken im Alten Land mehrere Hühnerkadaver in einem Müllsack
- Die illegale Entsorgung von Hühnerkadavern in einem Müllsack erinnert an einen Fall, der sich vor ein paar Jahren in Nordkehdingen ereignet hat. Damals entstand dieses Foto
- Foto: Archiv
- hochgeladen von Jörg Dammann
Einen grausigen Fund machten Spaziergänger im Alten Land: An einem Wirtschaftsweg bei Guderhandviertel nahe der Autobahn A26 entdeckten sie einen Müllsack mit toten Hühnern. Einigen war der Kopf abgehackt. Der Herkunft der Tiere ist bisher ungeklärt. Die Polizei ermittelt, die Kadaver werden untersucht. Die Tierschutzorganisation PETA hat eine Belohnung in Höhe von 1.000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Verurteilung des Täters führen.
Der Fund des blauen Plastiksacks mit den Hühner-Kadavern wurde zunächst einem Jäger gemeldet. Dieser schaltete die Polizei ein, die die Kadaver dem Kreis-Veterinäramt übergaben. Der Landkreis wiederum schickte die Tierkörper zur weiteren Untersuchung an das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES), damit die Kadaver dort auf mögliche Erreger untersucht werden.
Wie berichtet, gab es in einer Geflügelhaltung in Nordkehdingen einen Ausbruch der Geflügelpest. Die Behörden wollen offenbar auf Nummer sicher gehen, dass die im Alten Land gefundenen Hühner nicht mit dem hochansteckenden Virus infiziert sind. Die Geflügelpest tritt in der Region immer wieder auf. Auch private Tierhalter sind verpflichtet, Verdachtsfälle zu melden.
Grundlose Tötung verstößt gegen Tierschutzgesetz
Selbstverständlich ist es nicht verboten, die Hühner aus der eigenen Haltung auch zu schlachten. Dann müssen die Tiere aber auch verwertet, also gegessen, werden. Ansonsten kann eine grundlose Tötung als Verstoß gegen das Tierschutzgesetz gewertet werden, was mit Geld- oder Freiheitsstrafe geahndet wird. Warum die Hühner in einem Müllsack in der freien Natur entsorgt wurden, ist noch völlig rätselhaft. Die Polizei hat dazu Ermittlungen aufgenommen.
Vielleicht erhalten die Beamten Hinweise aufgrund der von PETA ausgesetzten Belohnung. Wer sich nicht bei der Polizei melden möchte, kann sich direkt an PETA wenden - entweder per Telefon unter der Rufnummer 0711 - 8605910 oder per E-Mail unter whistleblower@peta.de. Das ist auch anonym möglich.
„Wir möchten helfen, aufzuklären, wer den Hühnern so etwas Schreckliches angetan hat“, so Lisa Redegeld, Fachreferentin bei PETA. "Mit unserer Belohnungsauslobung möchten wir außerdem Menschen für Übergriffe auf Tiere sensibilisieren. Der oder die Unbekannte muss gefunden werden, bevor noch weitere Tiere oder Menschen verletzt werden."
PETA verweist darauf, dass Personen, die grundlos Tiere töten oder quälen, möglicherweise auch nicht vor Gewalttaten an Menschen zurückschrecken. Die Tierrechtler zitieren in diesem Zusammenhang den Aggressionsforscher Christoph Paulus von der Universität des Saarlandes: "Geschätzte 80 bis 90 Prozent aller extremen Gewalttäter haben vorher bereits Tiere gequält", so Paulus. Über den Zusammenhang von Tierquälerei und Gewalttaten klärt PETA in der Broschüre „Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei“ auf. Diese Broschüre dient nach Angaben von PETA u.a. als Informationsquelle für Staatsanwaltschaften, Richter und Polizei.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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