Trägertreffen der Kindertagesstätten
Sprachbildung gemeinsam weiterentwickeln
- Beim Trägertreffen der Kindertagesstätten betonten Juliane Thoms (v. li.), Sophie Stenzel und Janine Stebner-Pietruska die Bedeutung der Sprachförderung
- Foto: ©Landkreis Harburg
- hochgeladen von Tamara Westphal
Sprache ist der Schlüssel zur weiteren Bildung. Kinder, die sich nicht richtig ausdrücken können, verlieren in der Schule schnell den Anschluss. Umso wichtiger ist die frühe Sprachförderung gerade auch in der Kindertagesstätte. Die Abteilung für Besondere Leistungen für Kinder und Jugendliche des Landkreises Harburg hatte die Träger der Kindertagesstätten daher zu einem gemeinsamen Austausch eingeladen und das Thema Sprache in den Mittelpunkt des Treffens gestellt.
Bei dem Trägertreffen blickte die Fachberatung Sprache des Landkreises auf das Kindergartenjahr 2025/26 zurück, stellte das umfangreiche Qualifizierungsangebot vor und gab einen Ausblick auf die geplanten Maßnahmen und Beratungsangebote. Als Ergänzung präsentierte das Gesundheitsamt die aktuellen Ergebnisse zum Bereich Sprache bei den Schuleingangsuntersuchungen. Im Fokus stand außerdem die weitere gemeinsame Arbeit an der Sprachbildung und Sprachförderung in Kindertagesstätten auf Grundlage des Regionalen Sprachkonzepts des Landkreises.
Dabei wurde deutlich, wie vielfältig das Qualifizierungsangebot der Fachberatung Sprache im vergangenen Kindergartenjahr war: Rund 350 pädagogische Fachkräfte nahmen an den verschiedenen Fortbildungs- und Qualifizierungsangeboten teil. Die rege Teilnahme und positive Resonanz zeigen, welch hohen Stellenwert das Thema Sprachbildung in den Kindertagesstätten hat und wie engagiert die pädagogischen Fachkräfte daran arbeiten, Kinder in ihrer sprachlichen Entwicklung zu unterstützen.
Wie wichtig dieser hohe Stellenwert ist, verdeutlichte Juliane Thoms, Präventionsbeauftragte des Gesundheitsamtes, mit den Ergebnissen der Schuleingangsuntersuchungen 2025/2026. Fast jedes fünfte Kind, so das Ergebnis der Untersuchung, weist sprachliche Entwicklungsrückstände auf. Erstmals wurde im Rahmen der Schuleingangsuntersuchungen auch erfasst, wie viele Familien für ihr Kind auf der Warteliste für einen Logopädieplatz stehen: Knapp 160 Familien gaben an, auf einen entsprechenden Therapieplatz zu warten.
„Die Ergebnisse zeigen, dass weiterhin großer Handlungsbedarf besteht“, betonte Janine Stebner-Pietruska, Leiterin der Abteilung Besondere Leistungen für Kinder und Jugendliche. Doch klar sei: Die Einrichtungen allein könnten das nicht leisten und so alle Sprachdefizite auffangen. Das sei Aufgabe aller, die sich um die Kinder kümmern. „Als Landkreis setzen wir deshalb verstärkt auch auf Maßnahmen, die Eltern als wichtige Partner in der Sprachbildung und Sprachförderung einbeziehen.“
Damit ist ein wichtiger Rahmen für die weitere Arbeit gesetzt. Zugleich waren sich die Beteiligten einig, Sprachbildung und Sprachförderung auch künftig kontinuierlich im Blick zu behalten und die Zusammenarbeit weiter zu stärken. Der regelmäßige Austausch, praxisnahe Qualifizierungsangebote und eine gemeinsame fachliche Ausrichtung sollen dazu beitragen, Sprachbildung nachhaltig im pädagogischen Alltag zu verankern.
(Landkreis Harburg/tw).
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