Das Bergwerk, von dem kaum einer weiß

Zu den Hochzeiten waren insgesamt bis zu 200 Mitarbeiter beim Bergwerk beschäftigt
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  • Foto: Archiv Bergwerk Robertshall e.V.
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Blaulicht
Der Experte begutachtet den Sprengkörper auf dem Acker in Balje

Gefahr durch Kriegsmunition
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  • Nordkehdingen
  • 11.08.20

Von 1920 bis 1922 wurde im Bergwerk Robertshall unter Ehestorf und Hausbruch Braunkohle abgebaut / 25 Kilometer Stollen / Vortrag und Führung

as. Ehestorf/Hausbruch. Riesige Mulden verteilen sich im Wald am Ehestorfer Heuweg. "Viele Spaziergänger denken, dass es sich um Bombenkrater handelt, das stimmt aber nicht", sagt Rolf Weiß. "Die Krater sind durch eingestürzte Stollen entstanden." Was kaum einer weiß: Zwischen 1920 und 1922 wurde in Hausbruch und Ehestorf Braunkohle abgebaut.
"1915 ist man auf der Suche nach Trinkwasser für einen Brunnen auf ein Kohlevorkommen gestoßen. Als nach dem Ende des Ersten Weltkriegs die Rohstoffvorkommen knapp wurden, besann man sich auf die Braunkohlevorkommen vor Ort", berichtet Weiß. 1919 wurde am Ehestorfer Heuweg (etwa zwischen den Straßen "Beim Bergwerk" und "Rehwechsel") ein Schacht in die Tiefe gebaut und das Bergwerk Robertshall errichtet. Die zutage geförderte Kohle war ausschließlich für die in Harburg ansässigen Werke der Phoenix AG bestimmt. Um den Transport des gefragten Rohstoffs zu beschleunigen, wurde 1921 vom Bergwerk aus eine Seilbahn quer durch die Haake gebaut.
Auf über 25 Kilometer erstrecken sich die Stollen. Bis zu 120 Mann waren im Drei-Schicht-Betrieb unter Tage, haben in mühevoller Arbeit den gefragten Rohstoff aus der Erde gelöst. "Die Qualität der Kohle war aber eher gering, zudem war sie mit Sand vermischt, der aufwendig ausgewaschen werden musste - rentabel war das nicht", sagt Weiß. Deshalb wurde die Braunkohleförderung auch wieder eingestellt, sobald andere, günstigere Bezugsquellen gefunden waren. Der Großteil der Anlage wurde innerhalb von nur zwei Monaten zurückgebaut, die in den Straßenbereichen befindlichen Stollen verschüttet. "Die übrigen Stollen hat man sich selbst überlassen." Einige der Stollen, ist Weiß überzeugt, sind noch heute beständig.
Rolf Weiß beschäftigt sich seit Jahren mit dem Bergwerk Robertshall. "Das Bergwerk ist bislang leider kaum erforscht - eine Art weißer Fleck in der Geschichte", so Weiß. Der 46-Jährige ist in Hausbruch aufgewachsen und kennt die Geschichten über das Bergwerk aus seiner Kindheit. In aufwendigen Recherchen hat er die Geschichte des örtlichen Kohleabbaus erforscht. Dank seines Einsatzes erinnert nun ein Denkmal mit angeschlossenem Informationspfad an das Bergwerk.
"Eigentlich ist Robertshall ein Fall für das Guinessbuch der Rekorde: Das Bergwerk mit der kürzesten Betriebsdauer weltweit", sagt Weiß.

Wer mehr über das Bergwerk Robertshall erfahren möchte, sollte sich folgende Veranstaltungen des Ortsvereins Ehestorf-Alvesen nicht entgehen lassen:
• Am Sonntag, 5. August, bietet der Ortsverein eine Wanderung entlang des Informationspfades an. Die Wanderung startet um 16 Uhr beim Denkmal Robertshall (Gegenüber der Straße "Beim Bergwerk").
• Mehr Geschichten rund um das Bergwerk erzählt Rolf Weiß in einem spannenden Vortrag am Freitag, 10. August, um 19 Uhr im Tanzsaal des Freilichtmuseums am Kiekeberg (Am Kiekeberg 1).

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Anke Settekorn aus Rosengarten

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