Sperrung des Ehestorfer Heuwegs: "Das ist existenzbedrohend"

Der Ehestorfer Heuweg ist noch bis Ende des Jahres voll gesperrt - ab März 2019 geht die Vollsperrung in die zweite Runde
  • Der Ehestorfer Heuweg ist noch bis Ende des Jahres voll gesperrt - ab März 2019 geht die Vollsperrung in die zweite Runde
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Sperrung des Ehestorfer Heuwegs: Medizinische Versorgung ist gefährdet

as. Ehestorf. Seit etwa drei Wochen ist der Ehestorfer Heuweg, der die B75 mit der B73 verbindet, von der Landesgrenze bis zur Höhe Wulmsberg (Stadt Hamburg) voll gesperrt.
Nicht nur Pendler aus dem Landkreis sind von der Dauerbaustelle der Stadt Hamburg, die mit Unterbrechung bis voraussichtlich Ende 2019 andauern soll, betroffen. Die Vollsperrung der Verkehrsader hat gravierende Folgen für die Bevölkerung der angrenzenden Ortschaften.
"Sollte der Ehestorfer Heuweg im nächsten Jahr tatsächlich bis Ende 2019 gesperrt werden, bedeutet das für meine Praxis das Aus", ist Claudia Siedenburg überzeugt. Die Osteopatin betreibt seit 1995 eine Naturheilpraxis in Ehestorf. Ihre Patienten kommen aus dem Landkreis, aber auch aus Harburg, Fischbek oder Buxtehude. Sie müssen jetzt zeitintensive Umwege in Kauf nehmen. Langjährige Patienten hätten bereits angekündigt, sollte die Sperrung bis ins nächste Jahr andauern, sich eine andere Praxis zu suchen, so Siedenburg. Auch Hausbesuche sind momentan erheblich erschwert, berichtet die Physiotherapeutin. "Die zusätzlichen Kilometer durch die Umleitung sind das eine, das größere Problem ist aber die Zeit, die mir verloren geht". Vorher war sie gute 30 Minuten nach Buxtehude unterwegs, jetzt benötigt sie anderthalb Stunden - pro Strecke.

Besorgniserregend: Auch die medizinische Versorgung ist eingeschränkt. Zwar sollen Rettungswagen von der Sperrung nicht betroffen sein, als jedoch ein Patient in Claudia Siedenburgs Praxis einen Herzinfarkt hatte, dauerte es über eine Stunde, bis der Notarztwagen in Ehestorf eintraf. "Der Patient hat zum Glück überlebt. Das hätte aber auch anders ausgehen können", mahnt Siedenburg.
Auch die Betreuung durch Pflegedienste steht auf dem Spiel. "Bei mir haben sich bereits mehrere Bürger gemeldet, die von ihren Pflegediensten aus Neugraben oder Neuwiedenthal nicht mehr versorgt werden, weil der Anfahrtsweg durch die Sperrung zu lang geworden ist", berichtet Ehestorfs Ortsbürgermeister Axel Krones. Unter anderem müsse eine zu 100 Prozent schwerbehinderte Dame derzeit von ihren Nachbarn gepflegt werden, weil der Pflegedienst plötzlich gekündigt hat.

Bei den Bürgern regt sich der Widerstand. Auf Facebook haben sich die Betroffenen in der Gruppe "VerkehrsnotSTAND Rosengarten" vernetzt. Sie fordern, zumindest einen einspurigen Verkehr auf dem Ehestorfer Heuweg zu ermöglichen. Innerhalb von zwei Wochen haben sie mehrere Hundert Unterschriften gesammelt.
Jetzt haben der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) und die Unternehmen, die für den Leitungs- und Kanalbau verantwortlich sind (Hamburg Wasser, Stromnetz Hamburg und Telekom), die örtliche Politik, Vertreter der Bürgerinitiative, Gemeindevertreter, Polizei, Vertreter aus Hamburg und dem Landkreis zu einem Informationsabend eingeladen. Anfang nächster Woche wollen sich die Betroffenen austauschen - und hoffentlich eine Alternative zur Vollsperrung auf den Weg bringen.

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Autor:

Anke Settekorn aus Jesteburg

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