Abriss auf Geheiß des Landkreises
Steffen Lücking muss von seiner Dampflok Abschied nehmen
- Mehr als 80 Jahre hatte sie auf dem Kessel. Nun ist Lückings Lok ein für alle Mal Geschichte
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"Sie wurde im Zweiten Weltkrieg gebaut, hat den Zweiten Weltkrieg überlebt und verendet nun am Landkreis Harburg", sagte Steffen Lücking, als er vergangene Woche auf einem Zugwagen stand, um das Dach abzumontieren. Dabei sprach er von einer mehr als 80 Jahre alten Dampflokomotive der Kriegsbaureihe 52, die er 2020 erworben hatte.
Sie war die letzte komplett erhaltene Lok von insgesamt 150 baugleichen Modellen, die 1943/44 in der Maschinenfabrik Esslingen am Neckar hergestellt wurden. Doch nun wurde sie per Beseitigungsverfügung in ihre Einzelteile zerlegt. Diese Einzelteile gehen im Rahmen einer Pfändung an den Landkreis.
"Die haben mir allein schon für das Schreiben, dass die verschrottet werden soll, 1.600 Euro in Rechnung gestellt", schildert Lücking im Gespräch mit dem WOCHENBLATT. Er fährt fort: "Weitere 5.000 Euro für jeden Monat, in dem ich dem nicht nachkomme. Das holen sie sich jetzt über das Schrottgeld."
- Steffen Lücking (re.) packte beim Zerlegen seiner alten Lok selbst mit an
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Als er die Dampflok erwarb, stellte er sie zunächst am alten Lokschuppen in Buchholz ab, musste sie auf Anordnung des Kreises allerdings abholen. Also stellte er sie in seinen Garten mitten in Langenrehm (Rosengarten). Doch auch das war dem Landkreis Harburg nicht genehm. Im vergangenen Juni folgte die Beseitigungsverfügung.
Die Pressestelle des Landkreises Harburg schreibt dazu: "Das Aufstellen der Lok ist unzulässig, da es sich um eine landwirtschaftliche Fläche im Außenbereich handelt. (Da die Lok fest steht und nicht beweglich ist, wird sie mit einer baulichen Anlage gleichgesetzt.) Möglich wäre dies nur über eine entsprechende Bauleitplanung." Des Weiteren verwies der Kreis darauf, dass gegen die Verfügung kein Widerspruch eingelegt wurde.
- Das Führerhaus schwingt durch die Luft. Die alte Dampflok wurde Stück für Stück demontiert
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Für Lücking eine Täter-Opfer-Umkehr. "Ich hatte hier im Ort Immobilien erworben, die aufgrund ihres Zustandes abgerissen werden mussten. Es handelte sich also um Bauflächen", sagt Lücking.
Die dadurch entstandene Baulücke im Ort Langenrehm wurde daraufhin vom Landkreis in eine landwirtschaftliche Fläche umgewandelt, obwohl Lücking meint, dass der Platz für neue Wohnungen hätte genutzt werden können.
Allgemein bemängelt er, dass für den Ort nichts getan werde. Und auf das Hin und Her sowie auf Anwaltskosten wollte Lücking verzichten, weshalb ein Widerspruch ausblieb. "Die drehen das jetzt um, damit sie nicht die Bösen sind", ist er überzeugt.
Die Baulücke in Langenrehm bleibt in absehbarer Zukunft also wohl Grünland. Und die alte Dampflokomotive ist ein für alle Mal Geschichte. Die 80 Jahre alte
Redakteur:Armon Böhm aus Winsen |
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