CDU-Wahlplakate in Rosengarten massiv beschädigt
Hitler-Bärtchen und „Nazi"-Schriftzug
- Großflächig übersprüht: das Banner der CDU-Kandidaten für den Ortsrat Ehestorf-Alvesen am Rehwechsel
- Foto: Grabe
- hochgeladen von Tina Lüecke
Rund sechs Wochen vor der Kommunalwahl am 13. September sind in der Gemeinde Rosengarten mehrere Großplakate der CDU Ziel massiver Zerstörung geworden. Betroffen sind unter anderem ein Banner mit den Porträts der Ortsratskandidaten für Ehestorf-Alvesen sowie das Plakat des Bürgermeisterkandidaten Friedemann Blaffert. „Natürlich rechnen wir mit Schwund, weil hier oder dort ein Plakat mal beschädigt wird", sagt Matthias Grabe von der CDU Rosengarten. „Aber das hier hat – auch inhaltlich – schon eine andere Qualität." Die Partei hat Anzeige erstattet, macht sich über die Erfolgsaussichten allerdings wenig Illusionen. Aufgesprühte schwarz-rote Fahnen deuten nach Grabes Einschätzung auf Täter aus dem linksautonomen Spektrum hin – ein Beleg für die Urheberschaft ist das freilich nicht. Grabe verweist auf eine besondere Ironie des Falls: Die CDU Rosengarten hatte für diesen Wahlkampf bewusst auf die übliche „Laternenschlacht" mit hunderten Kleinplakaten verzichtet und setzt stattdessen auf wenige Großbanner, die nach der Wahl zu Taschen vernäht und einem sozialen Projekt zugutekommen sollen (das Wochenblatt berichtete) – erkennbar am Hinweis „Dieses Plakat wird eine Tasche!" auf den Bannern. „Dass hier gerade ein migrationsunterstützendes Sozialprojekt zerstört wird, sollten die Zerstörer selbst vielleicht auch wissen", so Grabe. Dass die Partei mit dem Vorfall an die Öffentlichkeit geht, war intern durchaus eine Abwägung. Einerseits, so Grabe, solle die Bevölkerung wissen, was passiert. Andererseits gäbe man den Tätern „ein Podium, das sie nicht verdient haben".
Kommentar: Unabhängig davon, wer die Farbe gesprüht hat: Getroffen werden hier keine Berufspolitiker, sondern Bürger aus dem Dorf, die sich ehrenamtlich für einen Ortsrat zur Wahl stellen – mit Namen und Gesicht. Wer politische Gegner pauschal als Nazis markiert und ihre Porträts unkenntlich macht, ersetzt politische Auseinandersetzung durch Einschüchterung. Das beschädigt am Ende mehr als eine Plane am Straßenrand.
Redakteur:Tina Lüecke aus Buchholz |
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