Landkreis Harburg bringt Gesellschaft für Kommunalen Wohnungsbau auf den Weg

Deutliches Signal an die potenziellen Gesellschafter: breite Mehrheit will den kommunalen Wohnungsbau
  • Deutliches Signal an die potenziellen Gesellschafter: breite Mehrheit will den kommunalen Wohnungsbau
  • hochgeladen von Mitja Schrader

mi. Nenndorf. Mit einer breiten Mehrheit hat jetzt der Kreistag des Landkreises Harburg für den Abschluss des Gesellschaftsvertrags für eine Gesellschaft zum kommunalen Wohnungsbau votiert. Damit ist der Weg für die tatsächliche Gründung der Gesellschaft frei. Vorausgegangen war eine Debatte um die Frage, inwieweit der Staat in den freien Markt eingreifen darf.
Bezahlbarer Wohnraum ist gerade im sogenannten Speckgürtel rar. Fakt ist auch: Im Landkreis fehlen laut einem Gutachten bis 2020 mindestens 2.000 Wohnungen. Doch darf der Staat - in diesem Fall ein semi-staatliches Konsortium aus Landkreis, Sparkasse Harburg-Buxtehude und den Kreis-Kommunen - richten, was der freie Markt versäumt hat? „Nein“, war die Antwort von Arno Reglitzky (FDP), der im Kreistag deutlich machte, dass es darum gehen müsse, die Bedingungen für den Markt zu verbessern. Als Beispiel nannte Reglitzky Buchholz. Hintergrund: Die Nordheide-Stadt schafft gerade mit der - allerdings umstrittenen - Bebauung der „Jordanfläche“ durch Privatinvestor Holger Cassens bezahlbare Wohnungen für mindestens 150 Personen. Das Projekt wurde dabei durch die Verwaltung und Politik in nur acht Monaten durchgepeitscht.
Die anderen Fraktionen folgten der FDP allerdings nicht: „Schön, dass sie Tolles aus Buchholz berichten, aber wir müssen für den gesamten Landkreis denken“, stellte Tobias Handtke (SPD) klar. Hans-Heinrich Aldag (CDU) machte deutlich, es ginge nicht darum, ein Marktversagen zu kompensieren, sondern unterstützend einzugreifen. Am Schluss stimmten alle mit Ausnahme der FDP für den Vertrag. Anders sah es beim Thema Heidewasserförderung aus.

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