Millionenanbau am Ginsterhof

Beim Spatenstich: (v. li.) Architekt Thomas Rettig, Pflegedienstleiterin Kathrin Großmann, Bürgermeister Dirk Seidler, stv. Landrätin Anette Randt, Dr. Wolfgang Wedel (Vorstandsvorsitzender des Trägervereins), Landessozialministerin Dr. Carola Reimann, Elisabeth Meyer-Pfeffermann (Landesbauamt) und Prof. Dr. Christoph Schmeling-Kludas (Geschäftsführer Ginsterhof)
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  • Beim Spatenstich: (v. li.) Architekt Thomas Rettig, Pflegedienstleiterin Kathrin Großmann, Bürgermeister Dirk Seidler, stv. Landrätin Anette Randt, Dr. Wolfgang Wedel (Vorstandsvorsitzender des Trägervereins), Landessozialministerin Dr. Carola Reimann, Elisabeth Meyer-Pfeffermann (Landesbauamt) und Prof. Dr. Christoph Schmeling-Kludas (Geschäftsführer Ginsterhof)
  • hochgeladen von Oliver Sander

os. Tötensen. "Menschen mit seelischen Erkrankungen nehmen in Deutschland immer noch eine Sonderrolle ein. Sie werden schnell ausgegrenzt und stigmatisiert." Deshalb sei es umso wichtiger, dass es anerkannte Fachkrankenhäuser wie den Ginsterhof in Tötensen gebe, betonte Niedersachsens Sozialministerin Dr. Carola Reimann am vergangenen Mittwoch bei ihrem Besuch in der Rosengartengemeinde. Zusammen mit Vertretern der psychosomatischen Klinik, des Landesbauamtes und des Landkreises Harburg vollzog die Sozialdemokratin den symbolischen Spatenstich für den Erweiterungsbau am Ginsterhof. Zusammen mit der anschließenden Sanierung des Altbaus werden rd. 17 Millionen Euro investiert, 9,8 Millionen Euro davon stellt das Land Niedersachsen zur Verfügung.
In den kommenden rd. 20 Monaten entsteht als zentraler Baustein der Modernisierung ein dreistöckiger Neubau in L-Form mit 2.767 Quadratmetern Nutzfläche, der an den Altbau angeschlossen wird. Dafür wird ein Teil des Altbaus abgerissen. In Zukunft steigt die Bettenzahl im stationären Bereich um 22 auf 140 - das ist dann die Zahl, die im niedersächsischen Krankenhausplan für den Ginsterhof vorgesehen ist. Nach Fertigstellung des Neubaus voraussichtlich im Frühjahr 2021 soll dann der Altbau saniert werden. U. a. müssen Leitungen ausgetauscht werden, die aus dem Jahr 1960 stammen.
Der Neubau sei dringend notwendig, da der Altbau nicht mehr den aktuellen Pflegestandards entspreche, betonte Sozialministerin Reimann. Wichtig sei es, dass bei der Behandlung von psychosomatischen Erkrankungen auch Familienmitglieder und Freunde sensibilisiert werden. "Man muss das Umfeld bei der Behandlung mit ins Boot holen", erklärte Reimann. Das gelinge im Ginsterhof hervorragend. Reimann dankte den Mitarbeitern für die bisher geleistete Arbeit.
Prof. Dr. Christoph Schmeling-Kludas, Ärztlicher Direktor und Geschäftsführer am Ginsterhof, bedankte sich bei Reimann für die großzügige Förderung der Neubaumaßnahme. "Wir verstehen das nicht nur als Anerkennung unserer Arbeit, sondern sehen das als Beleg für die Bedeutung, die die Landesregierung der Behandlung von psychosomatischen Erkrankungen beimisst", erklärte Schmeling-Kludas. Ganz nebenbei werde durch die Millioneninvestition die Existenz des Ginsterhofs gesichert. Der Geschäftsführer dankte dem Generalplaner, der agn Niederberghaus & Partner GmbH aus Ibbenbüren (Nordrhein-Westfalen), für den großen Einsatz. Bereits 2015 wurde agn als Planer ausgesucht.
Mit der Millioneninvestition in Tötensen setze man einen Meilenstein für hochwertige, wohnortnahe Gesundheitsversorgung, freute sich die stv. Landrätin des Landkreises Harburg, Anette Randt. Der Ginsterhof sei für Erkrankte ein "Ort der Sicherheit", der neue Erkenntnisse für die Bewältigung des Alltags bringe.
Für Dr. Wolfgang Wedel, Vorstandsvorsitzender des Trägervereins, ist die Investition ein Zeichen dafür, dass man unabhängig von Größe und Anzahl der Behandlungsbetten erfolgreich arbeiten könne. Durch die vorbildliche Vernetzung mit den Krankenhäusern Buchholz und Winsen sowie der Waldklinik Jesteburg habe man einen hohen wissenschaftlichen Standard erreicht. Die hohe Förderung durch das Land Niedersachsen wertet Wedel als Bekenntnis zu einer "Vielfalt der Trägerschaft" für die Krankenhäuser im Landkreis Harburg: Der Ginsterhof hat einen christlichen Hintergrund, die Krankenhäuser in Buchholz und Winsen werden vom Landkreis Harburg gestützt, die Waldklinik in Jesteburg wird privat betrieben.

Daten zum Ginsterhof

(os). Das evangelische Krankenhaus Ginsterhof wurde 1932 als privates "Sanatorium Ginsterhof" gegründet und im Jahr 2007 in eine gemeinnützige GmbH überführt. Einziger Gesellschafter ist der Verein "Ev. Krankenhaus Ginsterhof". Die psychosomatische Klinik wird nach der Erweiterung über 140 Planbetten sowie 20 Behandlungsplätze in der Tagesklinik verfügen.
Der Schwerpunkt liegt auf der Behandlung von psychosomatischen und psychiatrischen Erkrankungen wie Depressionen, Angsterkrankungen, Essstörungen sowie Traumatisierungs- und Trennungserfahrungen. Angeboten werden u. a. Einzel- und Gruppenpsychotherapie, Paar- und Familiengespräche, Musiktherapie, Ernährungsberatung und Seelsorge. • www.ginsterhof.de

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