Glüsingen: Landkreis schreitet ein
Asbest-Brandruine wird abgerissen
- hochgeladen von Gabriele Poepleu
Es war ein Großbrand, bei dem rund 100 Feuerwehrleute im Einsatz waren: 2022 stand in der Glüsinger Straße Wennern, kaum einen Steinwurf von der Feuerwehr entfernt, ein landwirtschaftliches Gebäude in Flammen, brannte komplett aus (das WOCHENBLATT berichtete). Durch die Hitze zersprangen zahlreiche asbesthaltige Dachplatten, Splitter wurden unkontrolliert weggesprengt, sodass die Feuerwehrleute damals den Brand nur mit Sicherheitsabstand köschen konnten. Seitdem rottet die Ruine vor sich hin.
"Ich mache mir Sorgen, dass hier seit Jahren ungehindert gefährlicher Asbeststaub freigesetzt wird", sorgt sich der Meckelfelder Rudolf Schmidt, der diesen Stoff aus beruflichem Zusammenhang als Fachmann für Gefahrstoffe bei den früheren Asbest- und Gummiwerken Martin Merkel, heute Freudenberg-Konzern, kennt. "Es gibt keine Asbestgefahr-Schilder am Zaun, das Gebäude ist nicht eingehaust - so wittert der Asbest immer weiter ab."
Warum ist bis heute nichts passiert? Landkreis-Sprecher Andres Wulfes kann Licht ins Dunkel bringen: Tatsächlich läuft gerade ein langwieriges Verfahren. Der Eigentümer sei mehrfach aufgefordert worden, das Gebäude zu sichern und abzureißen. Aus nichts geschah, habe der Landkreis mehrfach Fristen gesetzt. Auch Zwangsgelder, die immerhin bezahlt wurden, führten nicht zum Erfolg. Erst jetzt könne man eine sogenannte "Ersatzvornahme" organisieren: Es sei bereits eine Firma mit dem Abriss beauftragt worden, aktuell würden Termine vereinbart.
Der Abriss ist sicher eine teure Angelegenheit: Die asbesthaltigen Platten müssen als Sondermüll entsorgt werden. Die Kosten würden dann dem Eigentümer in Rechnung gestellt, bestätigt Wulfes.
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