NABU Winsen
Jungstörche überstehen schwierige Brutsaison
- Zwei Jungstörche blicken neugierig aus ihrem Nest
- Foto: Ortrud Hock , NABU
- hochgeladen von Sven Rathert
Für die Weißstörche im Landkreis Harburg war die Brutsaison in diesem Jahr besonders herausfordernd. Viele Tiere mussten sich auf ihrer Rückkehr aus dem Süden beeilen, um noch ein freies Nest zu finden, denn geeigneter Wohnraum ist knapp. Insgesamt wurden fast 150 Störche gezählt, die zum Brüten in den Landkreis kamen. Die ersten trafen bereits Anfang Februar ein. 138 Tiere fanden einen Partner und einen Nistplatz, um eine Familie zu gründen. Trotz intensiver Kämpfe um Brutplätze gingen einige leer aus. Ein junges Paar war besonders spät dran und errichtete erst Ende April ein Nest auf einem Laternenpfahl in Over, berichten die Storchenbetreuer des NABU Winsen.
- Aus Mangel an Alternativen: Ein Nest in Over auf einem Laternenpfahl
- Foto: Jürgen Bozek - NABU Winsen
- hochgeladen von Sven Rathert
Als die ersten Küken schlüpften, herrschte in Norddeutschland ungewöhnlich warmes und trockenes Frühlingswetter. Seit Anfang April gab es fast durchgehend Sonnenschein mit Temperaturen von bis zu 25 Grad und keinerlei Regen. Diese Trockenheit führte zu erheblichen Problemen für die Störche. Der Nachwuchs wird in den ersten Wochen vor allem mit Würmern, Schnecken und Insekten gefüttert. Doch die ausgetrockneten Wiesen boten kaum Nahrung, erläutert Hans-Jürgen Bozek vom Naturschutzbund.
Trockenheit macht auch den Störchen zu schaffen
Bei extremem Futtermangel entscheiden sich Storcheneltern instinktiv, Teile der Brut aufzugeben. Küken, die nicht überleben können, werden aus dem Nest geworfen, um die übrigen Jungvögel zu retten. Mitunter brechen die Altstörche die Brut auch ganz ab, weil sie selbst nicht ausreichend Nahrung finden. Schon im Frühjahr waren deshalb verlassene Nester zu beobachten. Nach der Trockenheit folgten längere Regenperioden, was den Jungstörchen mit ihrem noch dünnen Federkleid zusätzlich zu schaffen machte. Auch das hätten viele Brutpaare nicht ohne Verluste überstanden, so die Einschätzung der NABU-Betreuer.
Trotz dieser schwierigen Bedingungen gab es auch Erfolge. In 60 von 69 Nestern gelang die Aufzucht, insgesamt 128 Jungstörche konnten flügge werden. Vor zwei Wochen waren sie noch in größeren Gruppen auf frisch gemähten Wiesen zu sehen, inzwischen haben sich die meisten Jungtiere, mit Ausnahme der Spätbruten, bereits auf den Weg in ihre Winterquartiere gemacht. Einige Altstörche verweilen noch auf ihren Nestern, bevor auch sie die Reise antreten, sagen die Storchenbetreuer.
Detaillierte Informationen zu den Storchenhorsten und den Bruterfolgen stellt der NABU Winsen auf seiner Internetseite bereit.
Redakteur:Sven Rathert aus Seevetal |
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