„Die Zukunft fest im Blick“
Neujahrsempfang in der Burg Seevetal: Wirtschaft, Ehrenamt und Ausblick
- Seevetals Bürgermeisterin Emily Weede (v.li.), der geehrte Unternehmer Horst Dörner und Landrat Rainer Rempe
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Gäste aus Politik und Wirtschaft hatten sich am Montagabend in der Burg Seevetal versammelt, um den Neujahrsempfang der Gemeinde Seevetal und der fünf Seevetaler Gewerbevereine unter dem Motto „Die Zukunft fest im Blick!“ zu feiern.
Nach dem Empfang der rund 200 Gäste im Foyer startete das Programm im Hauptsaal auf der Bühne.
Die Moderation und zugleich das Bühnenprogramm übernahmen die Schauspieler und Moderatoren Juliane Behneke und Lars Kalusky vom Improvisationstheater „Seevetaler Kante“. Ebenfalls Teil des Ensembles und der durchweg improvisierten Aufführungen war Sophia Baumgart. Peter Huber begleitete das Comedy-Trio den Abend über am Klavier.
- Rund 200 Gäste folgten der Einladung der Gemeinde Seevetal und der Seevetaler Gewerbevereine
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Bürgermeisterin Weede wirbt für starke Wirtschaft
In ihrer Begrüßungsrede erwähnte Seevetals Bürgermeisterin Emily Weede unter anderem die gegenwärtigen Probleme: die immer größer werdende Schere zwischen Arm und Reich sowie den geforderten Bürokratieabbau. Sie lobte die Leistung der Seevetaler Gewerbebetriebe. Mit 13.500 Arbeitsplätzen in Seevetal und 37,5 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen sei laut Weede ein großartiges Ergebnis erzielt worden.
Die Haushaltslage der Gemeinde sei angespannt, daher sei es umso wichtiger, dass Seevetal über eine starke Wirtschaft verfüge. „Die Anwesenden bilden das starke Rückgrat der Gemeinde Seevetal", so die Bürgermeisterin. Weede ging auf die erhöhten und ihrer Ansicht nach „zu hohen“ Anforderungen an die Gewerbetreibenden ein und betonte ausdrücklich, dass sich die Gemeinde erneut gegen eine Erhöhung der Gewerbesteuer entschieden habe. „Da machen wir als Gemeinde Seevetal nicht mit“, unterstrich sie ihre Ausführung.
Nach Land und Bund zu rufen, wenn es eng werde, sei selten eine schnelle Lösung. Daher versuche Seevetal, Probleme wo immer möglich selbst zu lösen. Da Bund, Land und Kreis jedoch in vielen Punkten unverzichtbar seien, sagte Weede: „Ich bin froh, dass wir einen Landrat wie Rainer Rempe haben.“
Weede ging zudem auf die Vielzahl potenzieller Gewerbeflächen in der Gemeinde ein. Es sei unsinnig, bestimmte Flächen zu renaturieren und dabei das Potenzial für Gewerbeansiedlungen ungenutzt zu lassen. Außerdem hob sie das Engagement in der Gemeinde über alle Bevölkerungsschichten hinweg hervor und nannte beispielhaft den neuen Bürgerbus, der nicht nur den Mitfahrenden helfe, sondern auch den Fahrerinnen und Fahrern eine sinnstiftende Aufgabe gebe.
- Landrat Rainer Rempe während seiner Rede auf dem Seevetaler Neujahresempfang
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Landrat Rempe bezieht Stellung
Im Anschluss an die erste Rede des Abends folgte Unterhaltung. Aus den vom Publikum zugerufenen Begriffen „Pfannkuchen“, „Seevetal“ und „Freude“ performte Sophia Baumgart ein gelungenes Impro-Lied. Auch der aus dem Plenum stammende Begriff „Gelbe Tonne“ fand unter zustimmendem Lachen seinen Platz. Der gekürzte Refrain lautete melodisch untermalt: „Seevetal, du bist phänomenal …“.
Anschließend trat Landrat Rainer Rempe ans Rednerpult. Er würdigte das ehrenamtliche Engagement und hob hervor, an wie vielen Stellen dieses positiven Einfluss habe. Rempe ging auf die gute Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Landkreis ein und betonte die Arbeit der WLH - Wirtschaftsförderung im Landkreis Harburg GmbH sowie der INNO.NON GmbH, der Innovationsagentur Nordostniedersachsen.
Ebenfalls thematisierte Rempe die Debatte um die Krankenhäuser im Landkreis Harburg und machte deutlich, wie sehr ihn die öffentliche Diskussion geärgert habe. „Wir stehen hinter unseren Krankenhäusern“, stellte er klar. Eine Privatisierungsdebatte habe es zu keinem Zeitpunkt gegeben. „Es schadet maximal, dieses Thema in der Form in die Öffentlichkeit zu tragen“, so Rempe.
Er betonte zudem, dass Seevetal nicht nur Gewerbestandort, sondern auch Wohnort sei und Mitarbeitende Wohnraum benötigten. In diesem Zusammenhang erwähnte er den Neubau der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft (KWG) in der Straße An den Höfen in Meckelfeld sowie den Neubau der Meckelfelder Schule, eines der größten aktuellen Projekte im Landkreis. Die Kosten werden derzeit auf rund 67 Millionen Euro geschätzt, die Fertigstellung ist für 2030 geplant.
Zum Abschluss seiner Rede dankte Rempe allen ehrenamtlich Engagierten im Zusammenhang mit dem Projekt Alpha-E und betonte erneut die Bedeutung der Sanierung gegenüber einem Neubau der Strecke Hannover-Hamburg.
- Seevetals Bürgermeisterin Emily Weede (v.li.), der geehrte Unternehmer Horst Dörner und Landrat Rainer Rempe. Im Hintergrund zu sehen: Peter Huber am Klavier
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Seevetaler Ehrennadel für Horst Dörner
Den Schlusspunkt des offiziellen Programms bildete die Ehrung des Unternehmers Horst Dörner (OTTO DÖRNER GmbH & Co. KG) mit der Seevetaler Ehrennadel. Es war das erste Mal in der Geschichte der Gemeinde, dass ein Unternehmer sowie ein nicht in Seevetal Wohnhafter ausgezeichnet wurde. Emily Weede betonte, dass Dörner nicht nur Auflagen erfülle oder Schlupflöcher suche, sondern stets überlege, wie er sein Unternehmen glaubhaft und nachhaltig positionieren könne. Dies zeuge von Klugheit, Weitsicht und Empathie. Als Beispiel nannte sie die kürzlich eingeweihte ORCA-Recyclinganlage für Bauschutt in Eddelsen.
Der sichtlich gerührte 96-jährige Horst Dörner bedankte sich in einer kurzen Rede auf Plattdeutsch und schloss mit den Worten: „Un nu hebb ick de Näs vull.“ Die Impro-Gruppe würdigte ihn anschließend mit einem kurzen Ehrenlied, unter anderem mit den Zeilen: „Horst Dörner liebt Kies, der die Zukunft wachsen ließ …“.
Nach dem offiziellen Teil klang der Abend bei einem Buffet des Burgcaterings Matthias Hilk in Gesprächen und beim Netzwerken aus.
Unter dem Artikel ist die Bildergalerie des Abends zu finden.
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Redakteur:Sven Rathert aus Seevetal |
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